Gleich vorab: Das originale Album "Brighter Than A Thousand" von 1986 halte ich persönlich für eines der unterschätztesten und besten Werke Killing Jokes.
Auf keinem anderem Album zeigte sich die Band in Sachen Arrangements, Texte und Umsetzung ambitionierter als hier. Das bedeutet nicht, dass BTATS das non plus ultra in Killing Jokes sehr abwechslungsreicher Diskografie darstellt, denn darüber entscheidet letztendlich der Geschmack des Hörers. Dennoch kann man dem Album zweifellos attestieren, dass es sich von vielen anderen Werken gerade aus dieser Zeit positiv hervorhebt und dennoch nicht mehr als zum Geheim- bzw. Insidertipp wurde. Möglicherweise lag dies an fehlender Promotion seitens der Plattenfirma, an dem latenten Größenwahn Jaz Colemans und Spannungen innerhalb der Band (nachzulesen in diversen Interviews) oder deren Ablehnung der (vorwiegend) englischen Musikjournaille gegenüber.
Aber zurück zum Album: Anfang 2008 wurde "Brighter Than A Thousand Suns" im Rahmen der Killing Joke Remasterserie mit dem ursprünglichen Chris Kimsey (u.A. Rolling Stones, Duran Duran, INXS) Mix neu aufgelegt und polarisiert, wie man u.A. den Rezensionen hier und anderswo, entnehmen kann.
Das Problem, wenn man es so nennen mag, als solches ist, dass einige Songs durchaus von Kimseys Mix profitieren, was z.B. auf Songs wie "Adorations", "Rubicon" und den beiden Quasi-Bonustracks "Goodbye To The Village" und "Exile" zutrifft, da diese und vorallem erstgenannter lebendiger und straffer klingen als in den Albumversionen von 1986. "Love Of The Masses" wurde sogar noch um eine Strophe ergänzt, die ich bisher nur von einer Liveaufnahme kannte.
Schade jedoch im Gegensatz ist, dass Songs wie "Sanity", "Chessboards", "Love Of The Masses" (trotz Extrastrophe) und "A Southern Sky" ihrer Wärme quasi "beraubt" wurden und nun sehr leblos und etwas steril klingen, wohingegen bei "Twilight Of The Mortal", "Victory" und "Wintergardens" keine sehr gravierenden Unterschiede zum Julian Mendelsohn Mix zu hören sind und scheinbar nur "normal" remastered bzw. equalizertechnisch nachgeholfen wurde.
Insgesamt klingt dieses Remaster von BTATS dadurch doch sehr durchwachsen und ist, trotz der Bonustracks (zwei Remixe & "Ecstasy"), die nicht ganz so spektakulär, wie auf bspw. "Night Time" ausgefallen sind, nicht als Ersatz zum eigentlichen Album von 1986 zu sehen, sondern eher als Ergänzung bzw. Alternative für den Fan. Daher verdient diese Auflage keine höhere Wertung als 3 Sterne von meiner Seite aus; dem Release von 1986 würde ich ohne zu zögern jedoch volle Punktzahl geben und empfehlen sich eben diese Ausgabe zuzulegen und das Remaster bei Gefallen später.