... schildern Jane Austen und Marie Dobbs die Geschichte der jungen und pragmatischen Charlotte Heywood, die von den Parkers, denen ihr Vater bei einem Unfall mit ihrer Kutsche behilflich sein konnte, eingeladen wird, ihren Sommer bei ihnen im idyllischen Badeort Sanditon zu verbringen. Hier lernt Charlotte nicht nur eine Reihe ebenso skuriler wie amüsanter Personen kennen, sondern auch den Bruder ihres Gastgebers, Sidney Parker, in den sie sich Hals über Kopf verliebt.
Sanditon besticht nicht nur durch die gewohnt gefühlvolle und bildliche Sprache Jane Austens, die Marie Dobbs wunderbar weiterzuführen verstanden hat, sondern auch durch die feine Ironie, die Jane Austen-Bücher immer zu einem reinen Lesevergnügen machen. Zu besonderem Amüsement tragen dabei nicht nur Mr. Parker bei, der Sanditon um jeden Preis zu einem anerkannten Badeort auf einer Stufe mit Brighton machen will, sondern auch dessen Schwestern, die sich durch das ganze Buch über vermeintlich gegebene Leiden auslassen, denen sie angeblich unterliegen. Die besonderen Höhepunkte des Buches bilden meiner Meinung nach jedoch die Passagen, in denen es um die Gefühle zwischen Sidney und Charlotte geht: Charlotte durchlebt alle Stadien der (heimlichen) Verliebtheit, ist hin und her gerissen zwischen Glückgefühlen und tiefer Traurigkeit, verzweifelt, weil sie seine Gefühle nicht zu deuten weiß ... kurzum alles, was jeder kennt, der schon einmal verliebt war, so dass es als Leser nicht schwerfällt, mit ihr zu leiden und sich zu freuen.
Volle fünf Sterne für ein absolut bezauberndes Buch, das zu lesen wirklich lohnt!