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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zu unrecht oft schlecht gemacht, 2. November 2009
Jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazugeben. Was ich hier teilweise über das Album gelesen hab, kann ich einfach so nicht stehen lassen. Es wurde gesagt, das Album klinge schlecht, Anders' Gesang sei nix und insgesamt sei das Ganze zu "mainstreamig" und überhaupt kein Vergleich zu früheren Werken. Alles Punkte, denen ich komplett widerspreche.
Ich finde fast alle Alben seit "Jester Race" auf ihre ganz eigene Art super. Für mich war das schwächste "Come Clarity". Dessen Titel fand ich insofern sehr bezeichnend, dass ich mir wirklich mehr Klarheit gewünscht hätte in der meiner Meinung nach überladenen und etwas ziellosen Produktion.
Doch zurück zu ASOP. Zugegeben, es hat eine Weile gedauert bis ich die Qualitäten des Albums erkannt habe, aber dann war ich völlig begeistert! IF haben hier für sich einen völlig neuen Stil gefunden, der meiner Meinung nach richtig gut funktioniert.
Ist es poppiger und weniger hart als früher? Vermutlich. Ist das schlecht? Ich denke nicht.
Der für manche Ohren wohl etwas zu dumpfe Sound der Gitarren und Drums klingt finde ich druckvoll, trotzdem aber irgendwie sehr warm, angenehm und transparent (im Gegensatz zu "Come Clarity"). An den Vocals finde ich großartig, dass es keine echte (oft gezwungen wirkende) Trennung mehr zwischen Growls (oder was auch immer Anders in der Vergangenheit gemacht hat)und cleanem Gesang mehr gibt. Stattdessen gibt es sehr konsequenten, kraftvollen und melodischen "Schrei-Gesang".
Das Songwriting ist auch sehr gut, das Album bietet jede Menge toller ohrwurmiger Melodien. Meine Favoriten: "Delight And Angers", "Sober And Irrelevant", "March To The Shore". Aber eigentlich sind alle Stücke sehr gut, selbst das oft kritisierte, anfangs sehr ruhige "Chosen Pessimist". Obwohl ich zugeben muss, dass es vielleicht etwas zu lang ist und ein wenig stört mitten im Album.
Mein einziger echter Kritikpunkt: Da der Gesang sehr im Vordergrund steht, kommen die Instrumente oft etwas zu kurz. Ich vermisse doch ein wenig die genialen Gitarren-Melodien, wie man sie z.B. von "Goliaths Disarms Their Davids" kennt. Bei ASOP ist halt der Gesang für das Melodische zuständig. Ich hoffe sehr, dass IF das beim nächsten Album noch besser hinbekommen ohne die neue Linie wieder aufzugeben.
Meine Wertung: Ganz klare 5/5. Abschließend möchte ich sagen, dass ich dieses Album wirklich keinen Deut schlechter finde als die besten älteren Alben. Nur eben anders und ich denke, das ist gut so.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer "Come clarity" mochte wird auch dieses Album lieben!, 15. März 2008
Nach einer kurzen Pause melden sich die Schweden von IN FLAMES mit ihrem neuen Album "A Sense of Purpose" zurück, dass wie erwartet den Stil von "Come Clarity" fortsetzt und sogar noch einmal um ein deutliches Stück weiter entwickelt hat. Falls jemandem meine 2-Album Theorie noch nicht geläufig sein sollte: Achtet mal bei den IF-Alben auf die Stil-Charakteristiken: "The Jester Race" und "Whoracle" (beide Alben verfolgten noch den alten Melodic Death Metal), "Colony" und "Clayman" (deutlich eingängiger, weniger verspielt, grooviger), "Reroute to remain" und "Soundtrack to your Escape" (Gitarren mehr riff-orientiert, mehr Elektronik) und nun "Come Clarity" und "A Sense of Purpose" (mehr back to the roots, quasi Best of der bisherigen Alben).
So erkennt man eine deutliche Ähnlichkeit zum Vorgängeralbum, wobei man hier die Extreme noch ein bisschen mehr ausgelotet hat. Man kann getrost behaupten, dass IN FLAMES auf "A Sense of Purpose" noch eine Ecke melodischer geworden sind. Vor allem die zweistimmigen Gitarren haben hier einen deutlich höheren Anteil eingenommen. Doch auch was das Drumming betrifft hat man hier noch ein Holzscheit draufgelegt. Daniel zeigt hier deutlich, dass er bezüglich Doublebass und Uptempo-Drumming nichts verlernt hat. Bestes Beispiel ist hier bereits der Opener und erste Singleauskopplung "The Mirror's Truth", der neben den hochmelodischen Gitarren mit fetten Doublebass beeindrucken kann. Zu dem Song wurde übrigens erneut ein Videoclip abgedreht! Übrigens fällt hier auf, dass Anders Fridens Gesang zum einen melodischer, als auch noch eigenständiger geworden ist. Ich würde sogar fast soweit gehen und behaupten, dass er auf diesem Album seine bis dato beste Leistung abgeliefert hat. Aber auch bei "Sober and irrelevant" gibt es ein Grund um das Freudengrinsen nicht mehr aus dem Gesicht zu kriegen: Harmony-Gitarren, wie man sie Anfangs der 90er von den Schweden gewohnt war, dazu noch aggressives Riffing in der Strophe und knallige Up Tempo Beats. Quasi SLAYER goes Melodic Death Metal! Saustark!! "Disconnected" mag vielleicht manche vom Titel her an den Klassiker "Cloud connected" erinnern, musikalisch hat man wenig gemeinsam, da man sich hier deutlich verspielter zeigt. Erneut sehr melodisch, stehen die Gitarren deutlich im Vordergrund. Dafür tendiert "Alias" mehr in die Richtung des "Reroute to remain"-Hits. Auch wenn man sich ebenso hier vornehmlich auf die 6 Saiten konzentriert, zeigt man hier wieder mehr Elektronik Elemente, wobei vor allem der Refrain sehr genial ausgefallen ist und schon jetzt ein sicherer Live-Hit sein wird! Ebenfalls sehr hervorragend: Der Akustik-Mittelteil! In gleicher Manier gesellt sich "I'm the highway" dazu, eine Nummer mit saucoolem Drive, mächtigem Uptempo Beat im Refrain und dezenten aber effektiven Melodien. Auch hier dürfte der Track bei Konzerten die Stimmung sicherlich um einiges mehr anheizen. Auf alle Fälle könnte ich mir hier einen Pogo-Pit sehr gut vorstellen.
Weitere Highlights auf "A Sense of Purpose" sind das über 8 minütige "The chosen Pessimist", welches mich entfernt an das "William Blake" Album von ULVER erinnert, das herausragende "Condemned", zu dem ich eigentlich nichts weiter sagen kann, außer, dass man es selbst anhören muss, da es so genial ist, das an das "Clayman" Album erinnernde "Drenched in Fear" und der Rausschmeißer "March to the Shore", der noch mal ordentlich Dampf macht und viel Abwechslung bietet.
Aufgenommen hat man die Scheibe übrigens zwischen September und November 2007 im bandeigenen Studio, was man auch per Videotagebuch als Fan mitverfolgen und dabei so manche witzige Geschichte beobachten konnte. Fans werden "A Sense of Purpose" sicherlich lieben. Natürlich wird es einige ewige Nostalgiker geben, die nach wie vor auf ein IN FLAMES Album im Stil des Debüts bzw. dem "The Jester Race" Album warten. Ob sich diese Scheibe an diese Fans richtet bleibt fraglich. Allerdings wird sie mit Sicherheit jedem gefallen, der auf melodischen Metal mit Biss steht!
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Voll in die Fresse..., 11. April 2008
... des Melodic Death Metal-Fans. Mit "A Sense of Purpose" entfernen sich die 5 Göteborger Schweden weiter vom ursprünglichen Melodeath in Richtung des "moderneren" Göteborger Metal. Dieser Progress war bis jetzt bei jedem Album nach Colony deutlich zu merken und sorgte für eine hohe Varianz der Musik. Es blieb Platz für Experimente, auch wenn einige davon deutlich in die Hose gingen. Was am Ende rauskommen soll, und OB am Ende etwas rauskommen soll, wissen nur die Jungs von In Flames, sicher ist, dass die Band mittlerweile steil in Richtung Mainstream strebt.
Dies hat auf der einen Seite positive Effekte, denn mit einer musikalisch wirklich guten Band wie In Flames öffnet sich das Metal-Genre einer neuen Sparte Hörer, die sich so in den Metal "reinhören" können.
Doch wer In Flames noch aus den ersten Tagen her kennt wird schon etwas entäuscht sein, wenn er "A Sense of Purpose" das erste mal in seine CD-Anlage legt. Es ist nicht so, dass keine Stimmung aufkommen will. Fast jedes Lied legt mit einem Hammer-Intro los, dass oft sofort Lust auf heftige Kopfbewegungen macht. Erst jetzt kommt die Entäuschung: Nach einer halben Minute ist der Drang zum Headbangen weg, man hört die Musik, aber fühlt sie nicht mehr. Harte Riffs und hämmernde Drums verabschieden sich urplötzlich, was übrig bleibt ist eine zähe Suppe Melodie, gewürzt mit eher mitleidserregenden Screams von Frontman Anders Fridén und den Gesangseinlagen, die man schon von den Vorgängeralben "Reroute to Remain", "Soundtrack to Your Escape" und "Come Clarity" gewohnt ist.
"Vielleicht," dachte ich mir,"vielleicht ist es nur schwere Kost." Wie die 3 Alben davor auch. Vielleicht werde ich die Faszination mancher Lieder erst später entdecken. Ich weiss es nicht. Ich rechne auch nicht damit. Während auf den früheren Werken Höhepunkte wie "Cloud Connected", "Minus", "The Quiet Place", "Borders and Shading" und "Crawl through Knives" (letzteres ein klein wenig emo, aber trotzdem gut) zu finden waren, die einen über etwas schwerere Sachen ersteinmal hinwegtrösteten bis man sich dem ganzen Album öffnen konnte, ist auf "A Sense of Purpose" nicht ein einziger Track dabei, der mich beim ersten Hören zum rocken bewegen konnte.
Normal gehe ich noch auf die einzelnen Tracks ein und vergebe Wertungen, dies lohnt aber nicht, da die Lieder zu auswechselbar und ähnlich klingen.
Mein Fazit: Technisch gute Musik ohne Herz und Metal-Seele. Wer mit jedem Album unzufriedener wurde, wird dies auch bei "A Sense of Purpose" werden. Für alle, die mit den letzten Alben zufrieden oder sogar begeistert waren, ist "A Sense of Purpose" eine klare Kaufempfehlung.
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