Es heißt, Genie und Wahnsinn lägen nah bei einander. Im Falle von SAHB treten sie ganz ungeniert zusammen auf. Gewiss, als Fan sollte man andere Scheiben haben als diese, wer aber Alex Harvey nicht kennt, ist mit dieser Zusammenstellung bestens versorgt. Aber Neulinge, seid gewarnt!
Auf dieser Scheibe findet sich allerlei, was man darauf nicht vermuten würde:
"Next" klingt ein wenig wie die Conference aus Cabaret, bloß klingt der Conferencier noch meschuggener.
In "Sergeant Fury" sieht man förmlich Mädels mit Fransenröcken in den 20ger Jahren vor sich tanzen, allerdings in schmucker weißer Zwangsjacke.
Und sogar vor einem Tom Jones-Klassiker macht SAHB nicht halt. "Delilah" klingt aber wie von Tom Jones' verrückter Tante auf LSD.
Der unbestrittene Dauerbrenner ist aber "Faith Healer". Wer jemals (so wie ich) zu diesem genialen Song bei zuckenden Lichtblitzen und nach der Einnahme bestimmter, nicht näher beschriebener Substanzen, irrwitzige Veitstänze auf der Tanzfläche veranstaltet hat, dem können Coverversionen von Bollock Brothers und Consorten getrost gestohlen bleiben. Das Feeling von SAHB kriegen die beim besten Willen nicht hin.
Achja, ein paar nicht ganz so verstörte Songs gibt es ja auch noch auf dieser CD....
Fazit: Hat man heute seine Pillen noch nicht genommen oder seine Elektroschocks noch nicht gehabt, tut's auch Alex Harvey! Ich muss jetzt zurück in meine Gummizelle, Musik hören!