Auf der Suche nach einem portablen Kopfhörer habe ich mich viel durch Amazonrezensionen und Foren gelesen. Am Ende konnte ich meine Auswahl aber nur eingrenzen. Was schließlich zählt ist nunmal, wie das Ding auf meinem Kopf sitzt und wie mir persönlich der Klang gefällt. Trotzdem werde ich versuchen eine objektive Rezension zu schreiben und meine Entscheidung so transparent wie möglich zu begründen.
Um es vorweg zu nehmen: Ich habe mich für den K420 entschieden. Im Folgenden will ich auf die Verarbeitung und den Klang eingehen.
Verarbeitung:
K420
Die gesamte Konstruktion macht auf mich einen soliden Eindruck und ich hätte keine Angst ihn einfach in meinen Rucksack zu schmeißen. Der Klappmechanismus ist einfach, aber effektiv und reduziert das Packmaß spürbar. Die Polster fühlen sich auf meinen Ohren angenehem an und auch nach längerem Tragen wurde es kein bisschen unangenehm. Weder an den Ohren, noch auf dem Kopf. Durch die offene Bauart sind die Ohren gut belüftet und man bekommt auch noch etwas von der Umwelt mit, mir persönlich ganz gut gefällt. Leider bekommt auch die Umwelt mehr von der eigenen Musik mit. Was mir weniger gut gefällt ist die beidseitige Kabelführung. Ich verheddere mich darin leichter, als in den beiden anderen Kopfhörern.
Dem Kopfhörer liegt ein Beutel bei, der allerdings in keiner Weise verstärkt ist. Nützlich finde ich ihn dennoch. So bleibt das Kabel, wo es sein soll.
K450
Der Kopfhörer erinnert sehr an den K420. Die Unterschiede zeigen sich aber den Hörern selbst. Auch ihn empfinde ich als sehr gut verarbeitet. Fast alles ist wieder aus wertigem Plastik und ein Metallstreifen zieht sich durch den Bügel. Die Kunstlederpolster fühlen sich erstmal noch besser an, als die Polster des K420 und machen auch mehr her. Aber nach Längerem Tragen schwitze ich an den Ohren sehr, weil die Hörer gut abschließen. Das Ganze isoliert thermisch, wie akustisch gut. Der Nachbar hört wenig, man selbst hört wenig, aber ich habe an den Ohren sehr geschwitzt, schwitze aber generell leichter, als andere Menschen ;-)
Sehr gut gefallen hat mir die Kabelführung. Sie ist einseitig gestaltet. Außerdem kann man das Kabel leicht vom Kopfhörer entfernen und gegen ein kürzeres tauschen. dazu gibt es noch einen Adapter von 3.5 auf 6.3 Klinke. Die Aufbewahrung kommt edler und praktischer her, als beim K420. Er wird in einem gepolsterten Etui untergebracht, wo auch ein kleiner MP3-Player und die Kabel Platz hätten.
Leider trägt er sich für mich einfach nicht so angenehm, wie der kleine Bruder: die Ohrpolster sind mir weniger angenehem. Außerdem ist er mir einfach ein bisschen zu klein. Er lässt sich deutlich weniger ausfahren, als der K420 und drückt auf Ohren und Kopf auf Dauer unangenehm. Dazu muss ich aber sagen, dass ich einen ungewöhnlich großen Kopf habe (Hutgröße 60/61) Leute mit kleineren Köpfen kommen vielleicht gut damit klar und wenn er nicht drücken würde, hätte ich ihn vielleicht behalten.
Sennheiser PX 200-II
Der PX200 wirkt insgesamt deutlich filigraner, macht aber dennoch einen stabilen Eindruck. Auch er ist halb offen und isoliert den Klang gut. Man hört wenig von drumherum und der Nachbar bekommt auch deutlich weniger mit, als beim K420. Die Kopfhörer sind aber besser belüftet, als die des K450 und ich fand sie nach längerem Tragen einfach angenehmer. Insgesamt trägt sich der PX200 sehr angenehm. Dennoch gefällt mir der K420 immernoch besser. Am Kabel befindet sich ein billiger Lautstärkeregler. ist vielleicht ganz praktisch auf dem Fahrrad, oder so. Auf der anderen Seite hat man immer zwei Regler, die man überprüfen muss. Ist wahrscheinlich Geschmackssache. Der Faltmechanismus ist ausgeklügelt und mach den PX200 schön klein. es liegt wieder ein Beutel bei. Die Kabelführung ist einseitig. insgesamt ein sehr guter Eindruck.
Klang
Getestet habe ich die kopfhörer mit Fat Freddys Drop (viel breiter Bass und ordentlich Bläser), dave Matthews (fetzige Akkustische Musik) und ein bisschen Klassik (Danzon No2)
ich würde mich eher zu der audiophilen Bevölkerung zählen, aber es gibt mit Sicherheit Leute, die deutlich hörere Ansprüche haben. Ein echter hit klingt zwar auch durchs Telefon gut, aber ich bevorzuge doch Tongeber die nach was klingen. ich will mit dem Kopfhörer nicht zu Hause auf der Couch sitzen und hören, wie die Stecknadel im Orchester fällt, während Beethovens 5. gespielt wird, sondern im Straßenlärm, auf dem Fahrrad mit ordentlich Fahrtwind oder in der Bahn Spaß am Hören haben.
Meine Erfahrungen mit den Kopfhörern kann ich mit einem Sennheiser HD515 und einer sehr ordentlichen Stereoanlage vergleichen. Und natürlich sind das alles subjektive Eindrücke
K420
Für mich kommt der Kopfhörer schön frisch daher. Er klingt frei (vielleicht durch die offene Bauart bedingt), hat angenehmen Bassdruck ohne aufdringlich zu sein. Er löst in den Höhen gut auf, aber unangenehm werden sie nicht. Insgesamt ein, wie ich finde, ausgewogenes und spaßmachendes Klangbild, für meine Einsatzzwecke genau richtig.
K450
Dem K420 sehr ähnlich, aber insgesamt entwas dumpfer. Das liegt vielleicht an der geschlossenen Bauart. Einfach ein bisschen weniger transparent und frisch. Gut fand ich den Klang dennoch.
PX200
Ein schwierige Entscheidung. Beinahe hätte ich ihn behalten. Aber irgendwie fehlte mir etwas. Der Sennheiser löst fein auf und ist insofern ein sehr ehrlicher Kopfhörer. Aber das Hören hat mir einfach weniger Spaß gemacht. Wenn ich auf dem Rad zur Arbeit fahre und auf den Verklehr aufpassen muss, habe ich nicht die Aufmerksamkeit, um auf die Kleinigkeiten zu achten, die er mir zeigt und die die anderen beiden Kopfhörer unterschlagen. Der Bass war zu wenig präsent, wenn er es sein sollte. Es kann gut sein, dass der PX200 tolle Messwerte hat, aber im Gegensatz zum K420 war der Spaß am Hören einfach weniger da. Dünn ist ein Wort, was mir auch einfällt.
Vielleicht hätte der Spaß sich in leiser Umgebung auf dem Sofa eingstellt. Aber dafür habe ich den HD515.
Behalten habe ich also den K420. Ich hoffe ich konnte dem Einen oder Anderen helfen.