Ich nutze den RS 160 vor allem in einer eher exotischen Anwendung: Als Kopfhörer eines "Silent"-Systems an einem Flügel - das heißt, der akustische Teile des Flügels wird durch eine Anschlagleiste "stummgeschaltet" und ich höre dann über eine elektronische Abnahme per Kopfhörer. Vorher hatte ich einen recht guten kabelgebundenen Hörer angeschlossen, doch mich störte das Kabel schließlich doch; es war beim Spiel zuweilen im Wege und zudem blieb man leicht daran hängen, mit "Abrissgefahr". Deshalb also nun die Funklösung.
Der Klang des RS 160 ist tadellos - in Dynamik und Auflösung nicht so gut wie bei einem Kabel-Hörer der gehobenen Preisklasse, doch für ein Funksystem absolut beachtlich. Die Vorteile der digitalen Übertragung kommen zur Geltung: einfache Installation, keine Nebengeräusche (Rauschen), längere Batterielaufzeit als bei analogen Systemen. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, werden Außengeräusche gut abgeschirmt, und der über Kopfhörer gehörte Sound dringt auch so gut wie nicht nach außen. Den Tragekomfort empfinde ich als gut, auch im Vergeich mit anderen Kopfhörern, die ich kenne. Die Ohrmuscheln sind nicht sehr groß - meine Ohren passen gerade gut rein; der "Anpressdruck" ist OK - weder zu schwach, so dass der Hörer bei leichtem Nicken von den Ohren fallen könnte, noch zu stark, so dass es nach einer Zeit unangenehm wird. Hinsichtlich der Reichweite bin ich anspruchslos - beim Klavierspielen reichen 2 Meter, in anderen Anwendungen (TV, Hifi) bleibt's unter 10 Meter, und in beiden Fällen hatte ich bislang keine Probleme.
Beim RS 160 sind sowohl Sender als auch Empfänger (im Kopfhörer) mit Batterien/Akkus zu betreiben (der Sender alternativ über beiliegendes Netzteil). Ob die angegebenen langen Batterielaufzeiten wirklich zu erreichen sind, konnte ich noch nicht testen - aber die Batterien in Sender und Empfänger haben ein Wochenende ausgiebigen Gebrauchs durchgehalten und zeigen noch keine Anzeichen von Schwäche.
In der zugegeben exotischen Anwendung als "Monitorhörer" für selbst erzeugte Töne (wäre an Keyboards, e-Drums etc. ähnlich) hat das System allerdings einen Nachteil: Es hat eine Latenz, d.h. die Töne kommen erst ein paar Hunderstel Sekunden nach dem Anschlagen der Tasten im Kopfhörer an. Wie sehr mich das stört, werde ich noch herausfinden müssen. Bei normalem Gebrauch an mp3-Playern, Fernsehern oder Hifianlagen ist das natürlich nicht zu merken. Vielleicht ist diese Latenz systembedingt auch bei anderen digitalen Hörern vorhanden - ich habe keine Vergleichsmöglichkeit.
Insgesamt deshalb 5 Sterne von mir - 95% der Nutzer werden die Latenz wohl nie bemerken, und das Preis-Leistungsverhältnis des RS 160 ist aus meiner Sicht ausgezeichnet.
Einen generellen Kritikpunkt möchte ich anmerken: Die Verpackung ist alles andere als umwelt- und kundenfreundlich. Eine nicht sehr formschöne Plastikbox, die man nur unter Zerstörung (Aufschneiden - mit dem Ergebnis ziemlich scharfer Kanten) öffnen kann, und darin weitere Plastik-Formteile nebst einigen Pappteilen. Das mag im Kaufhaus die Diebstahlsicherheit erhöhen, trübt aber den "ersten Eindruck" beim Auspacken sehr - zumindest empfinde ich das so. Sennheiser ist nicht der einzige Hersteller, der solche Verpackungen verwendet, aber das macht's nicht besser.