Wer einen Noise Cancellation Kopfhörer zum ersten Mal sieht fragt sich zwangsläufig wie effektiv das System ist und wie es im Kontext mit anderen Lösungen einzuordnen ist. Zur Verminderung von Störgeräuschen gibt es drei Ansätze auf dem Markt:
- In Ear
- On Ear mit passiver Dämpfung
- On Ear mit Noice Cancellation (und passiver Dämpfung)
In Ear Kopfhörer sind wie Ohropax. Wenn Sie einmal im Ohr sind herrscht Ruhe. Die Schalldämmung ist sehr gut. So gut, daß bei korrektem Sitz man kaum bemerkt, wenn man angesprochen wird. Weiterer Nachteil: nicht jeder mag Ohropax. Wer sich daran nicht stört, sollte In Ears kaufen!
On Ear Kopfhörer mit passiver Schalldämmung bieten den wahrscheinlich besten Klang. Jedoch mangelt es ihnen an Portabilität. Wer möchte schon zum 50g schweren MP3-Player einen Kopfhörer in dem Gewicht und der Größe eines Subnotebooks mit sich rumschleppen? Immerhin braucht man im Winter keine Ohrenschützer mehr...
On Ear Kopfhörer mit Noise Cancellation (wie der PXC 250) sind vergleichsweise kompakt. Ihre passive Schalldämmung ist nur durchschnittlich. Ihr Trick: sie versuchen von außen auftreffende Schallwellen durch einen Gegenschall zu neutralisieren. Das funktioniert am besten bei tiefen Tönen, die häufig im Zug, im Flugzeug, im Auto oder in der Nähe von Lüftern (und, ja, Waschmaschinen) auftreten. Stimmen jedoch werden nicht ausgeblendet. Schreiende Kinder können wie gewohnt ihre Alarmsignale aussenden ohne Gefahr zu laufen überhört zu werden.
Nach den Erfahrungsberichten zu urteilen, die ich gelesen habe, leiden alle (bezahlbaren) Noise Cancellation Kopfhörer (auch der PXC 300, auch andere Hersteller) unter einem Grundrauschen hervorgerufen durch den Gegenschall. Jeder Träger beurteilt das Rauschen nach seinen subjektiven Kriterien. Die Bewertung des Rauschens reicht von "inakzeptabel" bis hin zu "irrelevant". Ich kann beide Aussagen verstehen. Tipp: unbedingt in einem großen MediMurksi probehören oder zum Test bestellen!
Mich stört das Rauschen nicht. Zum einem nehme ich es nur bei leisen Musikstücken wahr, zum anderem erwarte ich unterwegs keinen perfekten Klang. Ich erfreue mich an der Schalldämmung. Und die ist gut.
PXC 250 oder PXC 300? Geld sparen!
Auch der PXC 300 hat ein Rauschen, auch er hat eine nur durschnittliche passive Schalldämmung, auch er muß genau auf den Ohren platziert werden.
Ok, er klingt etwas besser laut Testbericht einer Audio-Zeitschrift (PXC 250: 60/100 vs. PXC 300: 65/100) aber der Unterschied ist wohl eher graduell. Beide wurden in die gleiche Klasse einsortiert. Und immer dran denken: ein Zug ist weder die Wohnstube noch ein Hifi-Studio. Gemessen daran macht der sehr portable Kopfhörer eine gute Figur.
Klang? Ich bin kein Hifi-Freak und die Boxen bei einigen Hifi-Fanatikern im Bekanntenkreis klingen besser aber es war kein Vergleich zu meinem Sennheiser Headset. Ich bin vollends zufrieden und rate den audiophilen Zeitgenossen sich in den entsprechenden Foren (bsw. hifi-forum.de) umzuhören, um genaue Beschreibungen des Charakters zu erhalten.
Etwas störend ist die Batterieeinheit. Es wäre schön, wenn Sennheiser die Elektronik schrumpfen könnte. Andererseits: wenn man eine Stunde im Zug sitzt, kann man sich die Elektronik auch einmal 15 Sekunden lang zurecht legen....
Beim Probehören fallen alle diese Dinge auf. Ein Test vor dem Kauf ist daher anzuraten, um keine falschen Erwartungen zu schüren. Auch gilt es zu prüfen, ob der Sitz als angenehm empfunden wird.