Das eingebaute Mikro meines Canon HV30-Camcorders liefert einen mehr oder weniger anständigen Stereoton, allerdings sind die Laufwerks- und Bediengeräusche teilweise störend hörbar. Auch tönt die Stimme des Kameramanns im Regelfall lauter als alles andere. Das soll natürlich (meistens) nicht sein.
Das MKE 400 erfüllt voll und ganz meine Erwartungen:
Es ist klein und sprengt somit die handliche Dimension des Camcorders nicht.
Mit seinem Metallkörper und der Gummiaufhängung ist es stabil und robust verbaut.
Die Klangqualität ist gut und die Richtwirkung klar ausgeprägt.
Die Töne neben und v.a. hinter der Kamera sind deutlich gedämpfter. So soll es sein.
Die Empfindlichkeit lässt sich über einen Schalter erhöhen, was tatsächlich zu lauteren Aufnahmen leiser Töne führt, gleichzeitig werden dadurch allerdings auch die Kamerageräusche wieder lauter hörbar.
Ein zuschaltbarer LowCut-Filter soll Windgeräusche reduzieren, was freilich nur bei leichten Brisen funktioniert. An windigen Tagen sollte man eher zu einem Katzenfell greifen.
Dass das Mikrofon Mono ist, ist für mich kein Nachteil, sondern eher logisch. Ich will ja ein Richtmikrofon, damit v.a. das zu hören ist, was auch im Bild zu sehen ist, also Töne von vorne. Ein Stereo-Mikrofon hat ja die Eigenschaft einen Rundumton aus links und rechts liegenden Quellen einzufangen.
Der Stereo-Klinkenstecker des MKE 400 hat daher den Vorteil, dass das Mono-Signal auf 2 Kanäle angelegt wird, was somit das lästige Verdoppeln der Monospur in der Nachbearbeitung erübrigt.
Bei halbwegs vorhandenem physikalischem Grundwissen (Seitenhieb auf den 1. Rezensenten) kann man natürlich nicht das Wunder erwarten, dass ein derart kleines Richtmikrofon einerseits hoch empfindlich ist, andererseits keinerlei Nebengeräusche mitaufnimmt. Wenn man das wirklich möchte, muss man das Mikrofon eben von der Kamera komplett entkoppeln und entweder über einen Ausleger montieren oder gleich mit einer Tonangel arbeiten.