Dies ist ein subjektiver Vergleich von drei Funkkopfhörern, der allen helfen soll, die wie ich vor der Wahl stehen. Alle drei Kopfhörer (Sennheiser RS 170 und RS 180, sowie Sony MDR-DS6500) konnte ich direkt nebeneinander aus den selben Quellen gespeist miteinander vergleichen. Als Quellen dienten ein Samsung MP3-Spieler mit gutem Sound-DSP sowie eine Realtec Soundkarte mit analogem und digitalem Ausgang. Die Sennheiser Kopfhörer haben keinen Digitaleingang, wurden daher ausschließlich analog gespeist. Die Eingangssignale waren immer Stereo und als Musik dienten verschiedene Stücke von Klassik und New-Klassik (Pachelbel, Kitaro, Enya) über Pop (Adele) bis Rap (Eminem).
Die wichtigste Eigenschaft eines Kopfhörers ist für mich der Klang, danach kommt der Preis, dann kommen die Trageeigenschaften und die Bedienung. Ich habe keine Verbindung zu Sennheiser oder Sony und besaß bisher gute Kopfhörer von beiden Firmen.
Das Ergebnis im Detail:
Klang:
Im Klang schlägt RS180 den RS170 eindeutig durch ein fülligeres Klangbild und klarerer Abbildung im Raum. Der RS170 klingt dennoch gut und aus meiner Sicht um längen besser als der Sony MDR-DS6500. Letzterer war sowohl digital, als auch analog aus unterschiedlichen Quellen für mich eine Enttäuschung bei dem Preis. Er zeigte aus meiner Sicht kein fülliges Klangbild und klang sogar etwas blechern.
Bass ist für mich wichtig. Den boten sowohl der RS180 als auch RS170 in gleichem Umfang. Die Extra-Bass-Taste beim RS170 habe ich leider nicht ausprobiert. Der Sony war im Vergleich zu den Sennheisern Bass-schwach.
Der Klang in Schulnoten:
RS180: 1
RS170: 2+
Sony: 3-
Tragekomfort:
Im Tragekomfort unterschieden sich die Hörer etwas, jedoch nicht dramatisch. Der RS180 hat Velours-Ohrpolster, die in meinem Fall gut sitzen. Der RS170 sowie der Sony haben Ohrpolster aus Kunstleder. Bei dem RS170 wirken diese billiger. Bei allen drei umschliest das Ohrpolster das Ohr, sodass es im Sommer darunter warm wird. Irgendwie merke ich selbst beim RS180 den Sitz auf den Ohren mehr als zum Beispiel beim alten Sennheiser HD575.
In Schulnoten:
RS180: 2
RS170: 3+
Sony: 2-
Wertanmutung:
In der Wertanmutung ist aus meiner Sicht der Sony weit vorne. Alles wirkt solider und hat nicht den Plastiktouch, den die Sennheiser leider vermitteln. Der RS180 wirkt durch die Lackierung des Kunststoffs, sowie durch die Velours-Polster etwas wertiger als der RS170.
In Schulnoten:
RS180: 2-
RS170: 3+
Sony: 1
Bedienung:
Der Sony lässt sich so bedienen wie man es erwartet. Er hat am Hörer einen Drehregler für die Lautstärke und einen Taster zum Anschalten, sowie eine LED die anzeigt, dass er angeschaltet ist.
Die Sennheiser haben statt dem Drehregler leider Plastiktasten am Hörer. Diese lassen sich deutlich schwieriger bedienen als der Drehregler des Sony. Ferner ist der An/Aus-Schalter zwischen dem lauter und leister Taster positioniert, sodass es auch mal passieren kann, dass man den Hörer ausschaltet, statt leiser zu schalten. Der RS180 hat ferner noch Balance Taster am Hörer, die die Bedienung im aufgesetzten Zustand noch weiter verkomplizieren. Ich sehe es im IPhone-Zeitalter als absolute Dummheit von Sennheiser an, konnte mich jedoch nach einem Tag einigermaßen daran gewöhnen.
In Schulnoten:
RS180: 3+
RS170: 2-
Sony: 1
Empfang/Rauschen:
Alle drei Kopfhörer hatten in meinem Umfeld keine Probleme mit dem Empfang oder mit Rauschen, trotz WLAN Router etc. in der Nähe. Es gab maximal eine Wand/Decke zu durchstahlen. Schön finde ich, dass ich bei den digitalen nicht mehr die Handy-Empfangsgeräusche höre, die ich noch bei meinem analogen Funkkopfhörer gehört hatte.
In Schulnoten:
RS180: 1
RS170: 1
Sony: 1
Extras:
Der Sony bietet einen Toslink-Digitaleingang und diverse Dolby/DTS Surround-Einstellungen. Er hat meines Wissens Li-Ion Akkus. Die Surround-Einstellungen beim Sony haben den Klang zwar verändert, jedoch für mich keinen akzeptablen Klang geliefert.
Die Sennheiser haben keinen Digitaleingang und auch keine Dolby/DTS Surround-Einstellungen. Sie werden jeweils über zwei Eneloop 750mAh AAA-Akus gespeist. Der RS170 bietet eine Surround-Taste und eine Bass-Taste, die ich jedoch beide nicht getestet habe. Der RS180 bietet eine ALC (automatische Lautstärke-Anpassung)-Taste, die ich angetestet aber nicht ausgereizt habe. Brauche ich nicht. Ferner hat der RS180 einen Analogausgang auf Cinch-Buchse, den ich auch nicht brauche. Ferner haben alle einen Eingangspegelumschalter (0dB/-8dB).
In Schulnoten: Da dies absolut auf persönliche Bedürfnisse abzielt, ist hierbei eine Bewertung nicht zielführend.
Zusammenfassung:
Klarer Sieger ist für mich der RS180, da mir der Klang einfach wichtiger ist, als die ca. 30¤ Preisdifferenz zum RS170. Die Preisdifferenz ist für mich bereits alleine aus dem Klangunterschied gerechtfertigt, die etwas bessere Wertanmutung kommt noch oben drauf.
Die deutlich schlechte Bedienung und die billigere Wertanmutung im Vgl. zum Sony nehme ich dabei gerne in Kauf, denn ein Kopfhörer der nicht gut klingt erfüllt seine Kerndisziplin nicht.
Der RS 180 bekommt bei mir 4,5 Sterne, 5 für den Klang und einen halben Abzug für die Bedienung und die schwache Wertanmutung. Da Amazon eh aufrundet sind es damit 5 Sterne.