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Senilità
 
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Senilità [Taschenbuch]

Italo Svevo , Barbara Kleiner
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 3., Aufl. (Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257234791
  • ISBN-13: 978-3257234794
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 96.112 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Italo Svevo
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 12.12.2002
Dublin, Combray, Kaisersaschern - Triest. Für den bewundernden Rezensenten Martin Mosebach hat Italo Svevo seine Heimatstadt "zu einer jener magischen Hauptstädte der Literatur gemacht". Doch sei es nicht das wache, kosmopolitische Triest seiner Zeit, das er in seinem Roman um das Geschick zweier Geschwister - des Schriftstellers Brentani und seiner Schwester - beschreibe. Vielmehr habe er das müde, "zwischen Nihilismus und Bequemlichkeit" vezauberte Triest beschrieben - oder geschaffen? - das es einmal werden würde, nach der Eingliederung nach Italien. Und dies nicht in epischer Breite, sondern mit einem geradezu verblüffenden "epischen Minimalismus", wie Mosebach findet: "Er kommt immer mit den dürrsten Worten aus, wenn er die einzelnen Phasen seiner quälend frustrierenden Liebesgeschichte durchschreitet." Svevos Figuren verfingen sich in verhängnisvollen Leidenschaften, seien aber mit Ausnahme der Schwester "auch in großem Unglück der Tragödie nicht fähig". Und nach der Katastrophe, schreibt Mosebach, hat nach einer Weile "die Seele wieder den Zustand glatter Selbstgefälligkeit erreicht". Da bleibt für Mosebach, der in der Figur Brentanis ein zu exorzisierendes alter ego des Autors vermutet, nur noch die Frage, "wie das Werk Brentanis wohl aussehen mag".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2003
Als brandaktuelle und eindringliche Studie des dekadenten Charakters hat Rezensent Hermann Kurzke diesen 1886 zuerst erschienenen Roman gelesen, und zwar einigermaßen hingerissen von Svevos Beschreibung eines luxuriösen Unglücks bei gleichzeitiger "kalter, sezierender, stumm verzweifeltenr und manchmal fast höhnischer Bloßlegung der seelischen Mechanik" menschlicher Willensschwäche und Feigheit. Protagonist Emilio Bretani sei kein Mann, sondern ein altes Kind, in dessen Charakter sich für den Rezensenten Schwäche mit "durch Kränkung überscharfe Beobachtungsgabe" paart. Obwohl Svevo" eine ritzenlose Welt ohne Hoffnung" schildere, vermöge er dennoch zu faszinieren und Spannung zuerwecken. Um das Rezept dafür zu enthüllen, zitiert der Rezensent den Kollegen Francois Bondy, der im Werk Svevos die "Verwandlung des existentiellen Schreckens in Humor" beobachtet habe. Auch im vorliegenden Fall der geschilderten "Mürbheit" einer alt gewordenen und sinnleerer Kultur, sieht der Rezensent den Nihilismus nicht als "stolzes Titanentum" sondern auf weiten Strecken komisch daher kommen. Doch zum "frei Herauslachen" sei dieser Humor nirgends geeignet. Denn oft sah ihn der Rezensent "ins Husten der Verzweiflung" münden. Überschwännglich lobt der Rezensent auch die neue Übersetzung des Romans, in deren "ausgefederter Brillanz" er ein heimliches Faible für einsamen Trübsinn leben sieht.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Emilio ist ein moderner Mann - nüchtern, lebensklug, souverän. Mit seinen fünfunddreißig Jahren macht ihm niemand mehr etwas vor. So glaubt er wenigstens. Da begegnet er der verruchten Schönheit Angiolina. Überzeugt, längst auch in Liebesdingen vor Illusionen gefeit zu sein, beginnt er ein Verhältnis mit ihr. Das freilich ändert alles.In "Senilita" wendet sich der begnadete Ironiker Svevo der Liebesleidenschaft zu. Mit psychologischem Geschick und analytischer Brillanz schildert er den Lebenszyklus eines vergeblichen Begehrens. Inmitten seines eintönigen Kleinbürgerdaseins, betört von den Verheißungen der Lust und der Exzentrik des Künstlertums, schwingt Emilio sich auf zu einer vermeintlichen Großartigkeit. Er sucht das Abenteuer, übt sich in Verwegenheit und läßt sich von dem eitlen Glauben verführen, bereits alles vom Leben zu wissen, alles vorherzusehen, alles unter Kontrolle zu haben. Um so schmerzlicher wird für ihn die Erfahrung, daß seine Weltweisheit offenkundig nur Altklugheit war und daß das Leben doch noch ein paar gehörige Lektionen für ihn parat hält. Aus der Tändelei mit Angiolina wird im Handumdrehen bitterer Ernst, die heitere Liaison mündet in Eifersüchteleien, und hinter den Aufschwüngen der Euphorie droht der Absturz in Banalität und Lächerlichkeit. Erst als sich Emilio dem Leben stellt und sich aus seiner Erstarrung löst, gelangt er zu wahrer innerer Reife.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von some1
Format:Gebundene Ausgabe
WOHER KOMMEN DIESE UNTERTITEL???
Nirgendwo in Senilità tauchen «Der Altkluge» oder gar «Die Senilität des E.B.» (!) auf. Emilio ist ein Mann in den besten Jahren; von Senilität keine Spur!

Der Titel (Senilità) kommt in dem Buch nur ein einziges Mal vor, und da bloß marginal auf den Protagonisten bezogen - dessen etwaiges Älterwerden für den Roman unwesentlich ist - , sondern in der Verbindung «der senile Verstand (la mente senile)»*. «Senilità» - das ist die Greisenhaftigkeit des unablässig reflektierenden Verstandes, der sich im Reflektieren ständig seinem Objekt gegenüberstellt und damit den lebendig-aktiven, gestaltungsfähigen Bezug zu ihm verliert. Emilio, der Protagonist des Romans, verstrickt sich das ganze Buch hindurch in innere Monologe, in denen er seine und die Psyche anderer Romangestalten analysiert, seine Beziehungen zu diesen & v.v. Durch dieses Analysieren tritt der für den Roman typische innere Stillstand ein, die psychologische Lähmung Emilios, aus der er nur durch ungezügelt affekthafte Avancen gegenüber seiner Angebeteten auszubrechen vermag - um stets wieder in sein altes Fahrwasser zurückzugleiten. Emilio kommt zwar irgendwann doch von Angiolina los - wohlgemerkt nicht durch eigenes Zutun!, ist aber am Ende menschlich in keiner Weise gereift.

«Senilità» ist in diesem Sinn das Gegenteil eines Entwicklungsromans. Dieses Auf-der-Stelle-Treten ist streckenweise für den Leser schwer erträglich, aber Svevos psychologische und stilistische Meisterschaft bewegt doch immer wieder zum Weiterlesen.

Damit, dass ein Mann älter wird, hat das Buch jedenfalls nur ganz am Rande zu tun. Und - wie in der obigen Rezension - davon zu sprechen, dass E.B. irgendeine Reife erlange, ist gänzlich abwegig. Bis ein paar Seiten vor dem Schluss kommt er seelische nicht von Angiolina los, und würde nicht räumliche Distanz sie trennen, wäre ginge seine emotionale Abhängigkeit wohl genauso unverbesserlich weiter wie die 400 Seiten zuvor.

Nicht der «Held» des Romans kränkelt an seiner «senilità»; die Greisenhaftigkeit des Intellekts ist vielmehr kompositorisches und methodisches Grundprinzip des gesamten Buches: Es *spricht* nicht *über* die «mente senile»; der ganze Roman IST DEREN PRODUKT. Diese absolute Einheit von Stoff und Methode (Form) macht die Genialität von Senilità aus.

*) «Oh, la gioventù era ritornata. Correva le sue vene prepotente come mai prima, e annullava qualunque risoluzione la mente senile avesse fatta.»

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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klaus Grunenberg VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
In der neuen Übersetzung von Barbara Kleiner liegt nun das Buch wieder vor und es ist ein Genuß, in ihm zu lesen und zu staunen über die einfachen Sätze, - was sage ich -, über die Genauigkeit der Wortführung der einzelnen Personen miteinander und zueinander und auseinander.

Senilita bedeutet Vergreisung, und die kann ja bekanntlich schon früh einsetzen, somit ist dieses Buch, das uns tiefe Eindrücke in die Befindlichkeit der Menschen hinterläßt, eine Warnung auch, insbesondere für eine Jugend, die sich in die Einsamkeit zurückziehen möchte, da sie in den Möglichkeiten des Internetzeitalters sich dies zu erlauben glaubt.

Da kommt man auf andere Gedanken, wenn man/frau die Bezüglichkeiten des einzelnen Menschen, wie schon erwähnt, vorgesetzt bekommt von einem, der seine jugendliche Erziehung in Unterfranken in einer elitären Schule erhielt und sich dessen dankbar bewußt war ein Leben lang.

Und nun dieses Buch, das über das Leben berichtet, als wäre es ein fließendes Etwas, ein Fluß also, dem man sich anvertrauen kann, in dem man seine Richtung beim Schwimmen findet oder eben nicht, sich nur treiben läßt.

Die Dekadenz des 19. und 20. Jahrhunderts, nicht nur von Nietzsche beschrieben, die wirkt nämlich, so scheint es, auch heute noch tüchtig nach.

So ist es kein Wunder, daß dieses Buch seine Bedeutung behält, ja es wird sich sicherlich zu einem äußerst wichtigen Werk entwickeln, was das Verstehen der Mitmenschlichkeit in allen Facetten betrifft, da bin ich mir ziemlich sicher.

Das Thema ist und bleibt: das Verhältnis von Mann zu Frau, von Leben zu Tod, von Traumgedanken zu realen Bedingungen, von Meer zu Land, von Sommer zu Winter, vom befruchtenden Wechsel sozusagen. Da steht Langweile gleichberechtigt neben Kurzweile und das Ziel aller Bemühungen lautet etwa: mach etwas draus aus dem, was dir von Natur, Erziehung und von Menschen angeboten wird!

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