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Seneca und Kaiser Nero
 
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Seneca und Kaiser Nero [Gebundene Ausgabe]

Manfred Fuhrmann
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 372 Seiten
  • Verlag: Fest (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3828600123
  • ISBN-13: 978-3828600126
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 14,3 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Manfred Fuhrmann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im ganzen Altertum war niemand soviel wie er: Staatsmann, Finanzgenie und Pädagoge, Philosoph, Redner und Dramatiker. Aus der Provinz, dem spanischen Corduba kommend, hat er als Intellektueller in Rom politische Karriere gemacht; vom Prinzenerzieher stieg er auf zum Leiter der kaiserlichen Amtsgeschäfte. Durch Claudius wurde er verbannt, und zuletzt zwang Nero, sein einstiger Schüler, ihn zum Selbstmord. Doch Seneca war längst unsterblich geworden.

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Der Konflikt zwischen Macht und Geist ist nicht neu, es gibt ihn seit den Anfängen der menschlichen Zivilisation, und die Zahl der historischen Beispiele ist Legion. Vom erzwungenen Selbstmord des Sokrates in der Antike über den Kampf der Kirche gegen die Naturwissenschaften in der Neuzeit bis zu den verfolgten Intellektuellen der Gegenwart. Manfred Fuhrmann, ein weit über die Grenzen seines Faches hinaus bekannter Altphilologe, hat sich in seinem jüngsten Buch einem klassischen Beispiel angenommen: Seneca und Kaiser Nero. Die Studie beschränkt sich aber nicht auf die Analyse der Beziehung zwischen berühmtem Philosoph und berüchtigtem Diktator, sondern bietet eine umfangreiche Behandlung von Leben und Werk des Seneca, wobei auch das historische und kulturelle Umfeld ausgiebig berücksichtigt wird.

Ein Biograph Senecas steht vor einer grundlegenden Schwierigkeit, nämlich der spärlichen Quellenlage über dessen Leben. Es gibt gerade für die erste Lebenshälfte nur spärliche Zeugnisse. Erschwerend kommt noch hinzu, daß der Philosoph in seinen Werken -- im Gegensatz beispielsweise zu Cicero -- kaum autobiographische Anmerkungen macht. Fuhrmann löst diese Schwierigkeit, indem er sorgfältig die Umstände seiner Herkunft aus Spanien rekonstruiert, einen Blick auf die rhetorische Tradition wirft und ausführlich auf die Verhältnisse am damaligen Kaiserhof eingeht.

Seneca kam um das Jahr Null in Cordoba zur Welt, sein Vater war der Rhetor Lucius Annaeus Seneca. In Rom erhielt er dann eine umfassende Ausbildung in Rhetorik und Philosophie, wobei ihn besonders die Lehre der Stoiker beeindruckte, die er später übernahm. Nachdem er als Advokat, Quästor und Rhetor eine immer wichtigere politische Rolle zu spielen begann, wurde er 41 n.Chr. nach Korsika verbannt. Begründet wurde die Verbannung mit einem inszenierten Ehebruch. 49 n.Chr. wurde Seneca von der Verbannung zurückgerufen, weil ihm die Erziehung Neros, des Adoptivsohns von Kaiser Claudius, anvertraut werden sollte. Nachdem Nero, kräftig unterstützt von seiner intriganten und machtgierigen Mutter Agrippina, den Kaiserthron bestieg, wurde Seneca zu einem der mächtigsten und reichsten Männer des römischen Reiches. Zwar sah die stoische Philosophie eine öffentliche Betätigung für ethisch durchaus geboten an, aber wie vertrug sich die enorme Macht und der große Reichtum Senecas mit dem Mäßigungsgebot des Stoizismus? Wie die Ideale der Gerechtigkeit und der Weisheit mit dem Dienst unter einem Tyrannen?

Nachdem das Verhalten Neros immer exzentrischer und grausamer wurde, sucht Seneca 62 um Entlassung an und zieht sich langsam aus dem politischen Leben zurück. Drei Jahre später wird er verdächtig an der pisonischen Verschwörung beteiligt zu sein, und Nero schickt nun -- nach der Ermordung seiner Mutter und seiner Gattin -- auch noch seinen alten Lehrer in den Tod, in dem er ihn zum Selbstmord zwingt.

Manfred Fuhrmann stellt diese hier nur grobmaschig skizzierten Ereignisse ausführlich und spannend dar. Er schreibt allgemeinverständlich und wissenschaftlich exakt, eine Tugend die bei unseren Gelehrten bekanntlich nur sehr selten anzutreffen ist. --Christian Köllerer


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen hilfreiches sowie interessantes buch, 18. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Seneca und Kaiser Nero (Gebundene Ausgabe)
dieses Buch hat mir unter meinen 15 Büchern über Seneca, dessen Morallehre und die Stoa für meine FBA am meisten geholfen. Im Gegensatz zu anderen Büchern zu diesem Thema ist es sehr verständlich geschrieben, noch dazu ist es im Gegensatz zu den anderen sehr interessant gewesen, da Senecas Leben und dessen Werke nicht so trocken beschrieben wurden. Auf jeden Fall hilfreich für Arbeiten, aber sicher auch interessant, wenn man sich ein historisch realtiv vollständiges Bild von diesen beiden Männern machen will.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Sex and Crime im Kaiserhaus, 5. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Seneca und Kaiser Nero (Gebundene Ausgabe)
Das Dilemma ist offensichtlich. Wie schreibt man eine Biografie über einen Menschen, der kaum biografische Daten hinterlassen hat? Unter den antiken Geschichtsschreibern erwähnt lediglich Tacitus in den „Annalen" Seneca ausführlich. Nicht einmal Senecas Nachfolger in der stoischen Schule, Epiktet und Mark Aurel, haben ein Wort für den großen (?) Vorgänger übrig.
Später usurpierten die christlichen Lehrmeister Seneca. Die Zuneigung zu dem römischen Philosophen gründet auf dessen angeblicher Kirchennähe, die sich aus einem Briefwechsel mit dem Apostel Paulus ergeben soll. Der Briefwechsel ist aber leider wohl gefälscht.
Dummerweise hat Seneca, anders als etwa Cicero, über sich selbst kaum etwas geschrieben. Deshalb trickst der Autor. Er versucht, das überlieferte Werk Senecas mit seinen Spuren in der Geschichte zu verknüpfen. Immerhin war Seneca Erzieher und Premierminister des Kaisers Nero.
Das Experiment ist gelungen. Durch die Einbettung in den historischen Kontext wird der Leser kurzweilig hin- und hergeführt zwischen einer Einführung in die Philosophie Senecas und Sex and Crime im julisch-claudischen Kaiserhaus.
Dankenswerterweise vermittelt Fuhrmann vom Stoizismus des Seneca gerade einen ersten Überblick. So wird der Einsteiger nicht von der Lawine Schwulst und Langatmigkeit erstickt, die einem ohne Vorwarnung aus anderen Büchern über den Philosophen oder gar den Werken Senecas selbst entgegen quillt.
Dass Senecas Werk nicht das letzte Wort ist, sondern häufig durchschnittlicher Philosophen-Senf, streitet glücklicherweise auch Fuhrmann nicht ab. Er würdigt Senecas Werk mit Sympathie, verliert die Schwächen des Meisters der marinierten Lebensweisheiten aber gleichfalls nicht aus den Augen.
Die Schilderung der Epoche Nero unterhält, kommt aber über einen konventionellen Abriss nicht hinaus. Hat Agrippina Claudius wirklich ermordet? Tötete Nero seinen Bruder Britannicus und seine schwangere Frau Poppea Sabina? Die neuere Forschung macht hier immer dickere Fragezeichen. Und dass Nero wirklich nicht mehr war als ein Psychopath vom Schlage Caligulas, darf heute doch wohl eher bezweifelt werden. Immerhin erwähnt auch Fuhrmann, dass das Volks seinen Kaiser innig liebte, und zwar über seinen Tod hinaus.
Nach der Lektüre habe ich mir gleich Fuhrmanns Cicero-Biographie bestellt. Sicherlich ist die auch für einige interessante Lesestunden gut.
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