Wissen und Wissen vermitteln sind bekanntlich nicht dasselbe. Und ob jemand Schulpflichtige unterweist oder die Erwartungen von Seminarteilnehmern erfüllen muss, findet ebenfalls auf verschiedenen Bühnen statt. Der Unterschied zwischen schlechten und guten Seminarleiter besteht daher weniger in der Fülle ihres Wissens, sondern in der Art, wie sie ihren Wissensschatz weitergeben. Und da hapert es bei den meisten, weil es an Ordnung fehlt.
Den beiden Autoren kommt das Verdienst zu, dass sie ihren Lesern genau das bieten. In sieben Kapiteln zeigen die den Ablauf eines guten Seminars auf, vom geglückten Anfang bis zum fulminanten Schluss. Ohne billige Effekthascherei, ohne peinliches Anbiedern, ohne kindische Gruppenübungen. Wer strukturiert, führt. Dieser Ansatz geht durch. Wie trage ich wirksam vor? Wie erhöhe ich durch geschickte Visualisierung die Behaltensquote? Wie plane ich einen Spannungsbogen? Wie gehe ich mit Widerständen um? Wie aktiviere ich die passiven Teilnehmer? Und wie gestalte ich einen Schluss, der positive Gefühle hinterlässt.
Ohne langatmige Theorie, sondern praxisnah zeigen die Autoren auf, welche Ordnungsmuster das Aufnehmen von Wissen erleichtern. Klar gegliedert, einfach beschrieben, toll visualisiert. Gefallen hat mir auch, dass die Autoren technische Hilfsmittel äussert sparsam einsetzen und der guten alten Pinwand den Vorzug geben.
Mein Fazit: Im mündlichen Vortrag selber zur chaotischen Wissensvermittlung neigend, hat mich dieses Buch wieder einen kleinen Schritt weitergebracht, Datenmengen besser ordnen zu können, auf Fülle zu verzichten und Seminare nach dem Gusto der zahlenden Teilnehmer zu gestalten. Es braucht kein weiteres Buch, "nur" noch Übung.