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5.0 von 5 Sternen
Der Ritt auf der Bombe, 21. März 2007
Ein durchgeknallter General nimmt das Schicksal der Welt in die Hand und befiehlt den Atomangriff. B-52-Bomber fliegen auf Russland zu. Erst jetzt, angesichts des Ernstfalls, fällt der US-Regierung auf, dass sie durch eine unglückliche Kombination aus Sicherheits- und Notfallplänen keine Mittel zu Hand hat um den General zu stoppen. Bei den Russen wurde mit der "Weltuntergangsmaschine" (Doomsday Machine) ebenfalls ein automatischer Mechanismus für den Gegenangriff installiert. Was der Abschreckung dienen sollte, lässt sich nun nicht mehr aufhalten'. Der Film aus dem Jahr 1964 gilt als Satire, denn anders kann man wie Kubrick feststellte den zigfachen Overkill der Erde kaum noch behandeln. Auch unterdrückte Triebe und Allmachtsphantasien kommen symbolisch immer wieder zum Ausdruck. Mit der Idee, mit 10 Frauen pro Mann für die kommenden Generationen unterirdisch leben zu müssen, können sich zum Schluss alle anfreunden. Der Zustand ist krank, und das kommt in den genial gespielten Persönlichkeiten wunderbar zum Ausdruck. Es ist ein Genuss, wie Sterling Hayden und George C. Scott die Generäle darstellen. Peter Sellers spielt gleich drei Rollen. Szene für Szene ist durchdacht und brillant umgesetzt. Nur wenige Filme erhalten Kultstatus über viele Jahrzehnte hinweg - interessanterweise fast alle Filme von Stanley Kubrick. Kubrick ging einen Schritt weiter in die Abgründe des menschlichen Charakters hinein und hat diese so gekonnt wie kaum ein anderer erfasst.
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5.0 von 5 Sternen
Antikriegs-Satire mit Galgenhumor, 9. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (40th Anniversary Limited Edition, 2 DVDs) (DVD)
Der verrückte General Ripper gibt seinen B-52 Bombern den Angriffsbefehl auf die Sowjetunion. Die Piloten, die ihre Maschinen autonom auf ihre Ziele zusteuern, glauben, dass die USA durch einen sowjetischen Erstschlag getroffen wurden. Den beiden Atommächten werden ihre ersonnenen Kriegspläne und -maschinerien zum Verhängnis. Was innerhalb der Bahnen militärischer Logik effektive Ideen zu sein schienen, verselbstständigt sich aufgrund kleiner und großer Zufälle und Unwägbarkeiten. Das Ende lässt sich nicht mehr aufhalten. Aber trotz ihrer offensichtlichen Kurzschlüssigkeit ist den Protagonisten kein Ausbruch aus dem Teufelskreis der Abschreckungslogik möglich. "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" von 1963/1964 ist eine schwarze Komödie mit Peter Sellers in einer dreifachen Rolle als pflichtbewusster britischer Group Captain Mandrake, als besorgt-diplomatischer US-Präsident Muffley und als Ex-Nazi-Wissenschaftler Dr. Strangelove/Seltsam. Der Film hat im Grunde nur drei Schauplätze: Das Innere eines B-52 Bombers, in dem übrigens James Earl Jones sein Filmdebüt in einer Nebenrolle gibt, die Befehlszentrale im US-Kriegsministerium und den Air-Force-Stützpunkt von General Ripper. Es ist kaum möglich, den Film hier angemessen (und also ausgiebig) zu analysieren. Bleibt nur zu sagen, dass er eine außergewöhnliche, in Schwarz-Weiß gedrehte Satire mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor ist, um den irrwitzigen Wettlauf der Supermächte um atomare Abschreckung und Vormachtstellung in ihrer Absurdität und Ohnmacht bloß zu stellen. Zahlreiche satirische Pointen, Sellers in seiner Dreierrolle, haufenweise Stereotype in eigentlich gar nicht so unrealistischer Überzeichnung, Anspielungsreichtum, die filmerische und visuelle Umsetzung durch Altmeister Stanley Kubrick sowie der bizarr einfache Soundtrack haben einen eindeutigen Kultfilm und Klassiker geschaffen. Der Film war so ungewöhnlich und beißend, dass er trotz vier Nominierungen keine Chance auf Oscars hatte, aber Filmkritikern und Publikum gilt er bis heute als einer der besten Filme aller Zeiten. Wie für richtige Kultfilme üblich, kann man ihn so oft sehen, wie man will. Er wird nicht langweilig oder alt.
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5.0 von 5 Sternen
"Dr. Seltsam" seltsamerweise bis heute frisch, 1. Januar 2004
+++++++ Welche Begeisterung mag ein Schwarzweiß-Film von 1964 heute noch erzeugen, oder in welchem Maß wäre dieser Out-of-Date? Betrachtet man die Filmtechnik, mit größter Wahrscheinlichkeit; schaut man auf den Inhalt, vielleicht. "Dr. Seltsam" (engl. Titel: Dr. Strangelove) hat hierbei nicht im Mindesten Staub angesetzt - zur Erinnerung: Mit welchen Zielen wurden die letzten Kriege dieser Welt geführt? Kann man zu diesem Thema überhaupt eine Satire drehen? Wenn man es richtig macht, ja, dann kristallisieren sich die wesentlichen Aussagen nur um so deutlicher heraus. Aktuell? Aber ja, man müßte nur wenige Dinge anders benennen, und schon paßt es auf das uns umgebende Heute. "Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" ist als Referenzstreifen in diesem Genre zu bewerten. DVD: Glücklicherweise enthält diese Scheibe neben der englischen Sprachfassung auch die entsprechenden Untertitel. Schön auch das Making-of (46min) mit Hinweisen dazu, wie "Dr. Strangelove" erst zum späteren Zeitpunkt der Entwicklung als Satire aufgebaut wurde, Kubrick keine Unterstützung der US Air Force hatte (aber trotzdem ein recht getreues Cockpit der B52 aufbaute) und welches die vierte Rolle war, die Peter Sellers noch spielen sollte. +++++++
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