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Lieder á la "Einwegfeuerzeugstichflamme", "Tiefkühltruhe", oder das Titelstück haben bleibenden Charakter. Zwischen flottem Rock, schmusigem Gesäusel und bitterdunklem Pop kennt sich der Mann bestens aus. Auf Seltsam öffne mich überwiegen erstmalig die lichten Momente, und das ist gut so. Mit dem Alter wird auch Niels Frevert weiser und betrachtet die Welt und die Liebe, wie in der heiteren Beziehungskrise "Gemeinsame Sache" immer mehr mit einem Augenzwinkern. Und was ist romantischer als eine Zeile wie: "Und eine Ewigkeit scheint so lange wie eine Einwegfeuerzeugstichflamme"? Banal, aber ergreifend. --Felix von Vietsch
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Und wie immer gelingt es Frevert innerhalb von 10 Songs die gesamte Bandbreite seines songschreiberischen Könnens zu demonstrieren und aufs Neue herauszufordern: von Rock („Seltsam öffne mich") bis nicht-böse-gemeintem Schlager („Wann kommst Du vorbei") ist jeder dieser Songs einzigartig - nie muss Frevert in seinen alten Platten kramen, und sich selbst zitieren. Der Rocker „Sieben" ist da eine Ausnahme, und weckt willkommene Erinnerungen an den „Doppelgänger" von 1997. Der vielleicht wichtigste Unterschied zum eher düsteren Nationalgalerie-Album „Meskalin" oder auch Strecken des Solo-Debüts „Niels Frevert" sind die positiven Schwingungen und Stimmungen, die „Seltsam öffne mich" transportiert. Doch die größte Überraschung auch für den langjährigen Hörer sind die Texte: diese waren zwar schon immer wichtiger oder eventuell *der* Teil der Magie, kommen diesmal aber noch einmal erheblich gereift daher. Frevert wortspielt in einer Tour - aber nicht angestrengt oder trivial wie seine Kollegen, sondern mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Track 7 „Gemeinsame Sache" könnte deshalb sogar den Crossover schaffen: man kann Freverts Texte mögen, darüber lachen, in sie eintauchen und sie mitsingen, auch ohne sie entschlüsseln zu müssen.
Seit 1999 tourte er hier und da mit neuen Stücken durch die Lande, nahm Songs auf, die dann leider zunächst unveröffentlicht blieben. Für die Bonus-CD von „Seltam öffne mich" hat Frevert nun einige dieser Songs ausgegraben.
Aber auch auf dem eigentlichen Album versammeln sich neben neuen Tracks ein paar Bekannte: mit „Tiefkühltruhe", einem der Highlights des Albums, begeisterte und verwirrte Frevert sein Live-Publikum in den letzten Jahre stets und gleichermaßen.
Unterm Strich: "Seltsam öffne mich" ist genau das Album, auf das die Freunde seiner Musik sechs Jahre lang gewartet haben.
Anspieltipps: „Einwegfeuerzeugstichflamme", „Seltsam öffne mich" „Gemeinsame Sache", „Wann kommst du vorbei"
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