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Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, Björk kassierte für ihr Leinwanddebüt die Trophäe als beste Schauspielerin. Dass van Trier die experimentierfreudige Sängerin außerdem zum Soundtrack überredete, erweist sich als kluge Wahl. Mit Weggefährte Guy Sigsworth, Arrangeur Vince Mendoza und dem schon bei Homogenic involvierten Orchester verknüpft Björk wieder einmal scheinbar Unvereinbares, würfelt Klassizismen, Samples, monumentale Filmmusik und zeitgenössische Dance-Rhythmen aus der Elektronikküche durcheinander, kontrovers, anspruchsvoll.
Selma Songs startet mit einem instrumentalen Intro von aufwühlender Cinemascope-Dimension, dann schwingt Islands Superstar das Zepter. "Smith & Wesson (Scatter Heart)" oder "In The Musicals - 1 & 2" hätten sich auch bruchlos in ihr jüngstes Album eingefügt -- und wären positiv aufgefallen: Das erste transformiert den Spieluhr-Charakter eines kindlichen Schlaflieds in groovy Loops, die Björks durch den Raum irrlichternde Stimme unterfüttern, im zweiten ranken sich ihre Vocals um hibbelige Rhythmen und flauschige Orchester-Parts. Inniges, dramatisches Film-Sentiment verkörpert das Balladen-Duett "I've Seen It All" mit Thom Yorke (Radiohead), "Cvelda2 hingegen verkuppelt industrielle Sounds zwischen Musique Concrète und Einstürzende Neubauten mit jazzigen Bigband-Turbulenzen und exaltierter Vokalartistik. Derart ambitionierte Musik geht eher selten direkt ins Ohr, belohnt indes geduldiges Einhören durch immer neue Überraschungen und kennt kein Verfallsdatum. --Claus Böhm
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Entweder man liebt oder hasst sie, die eigenwilligen, melancholisch-depressiven Lieder von Björk. Gleiches gilt für die streitbare Person der exzentrischen, kapriziösen Sängerin aus Island. Doch ihre nicht gespielte, sondern offensichtlich gelebte Rolle in diesem außergewöhnlich packenden Spielfilm-Musical, zu dem sie auch die Musik beigesteuert hat, dürfte jetzt selbst ihre "Gegner" bewegen!
Genaugenommen ist Dancer In The Dark ein Drama. Es erzählt die Geschichte der tschechischen Immigrantin Selma Jezkova (Björk), die in den USA auf dem Land lebt. Um ihrem harten Job in einer Fabrik und bei der Heimarbeit zumindest zeitweise zu entfliehen, träumt die allein erziehende Mutter sich samt ihrem Umfeld in Hollywood-Musicals.
Angesiedelt ist Lars von Triers Experimentalfilm anno 1964. Stilistisch spiegelt er allerdings die Musicals der 40er Jahre wider. Diesem Genre hat Frau Gudmundsdottir (* 21.11.1965) bereits in dem Video zu "It's Oh So Quiet" ihre Referenz erwiesen. Gute Voraussetzungen für den Soundtrack, auf dem die klassisch geschulte Künstlerin ihren akademischen Musik-Kenntnissen gut eine halbe Stunde lang frönen kann. Der schwermütigen, instrumental-orchestralen "Overture" folgt "Cvalda", das (im Duett mit Co-Hauptdarstellerin Catherine Deneuve vorgetragen) den Björk-typischen Klang-Kosmos durch Bigband-Einschübe und Streichersätze würzt.
Die symphonische Ballade "I've Seen It All" singt sie zusammen mit Thom Yorke (Radiohead). "Smith & Wesson (Scatter Heart)" ist mit sechseinhalb Minuten nicht nur das längste Stück der CD, sondern ebenso verhalten-hypnotisch wie emotional-faszinierend! "In The Musicals" kombiniert elektronische Percussion mit Sound-Fetzen wie sie für "West Side Story" oder "Sound Of Music" typisch sind, und das dramatisch strukturierte "New World" ist ein fulminanter Ausklang.
Unstrittig: Die von Björk gesungenen Stücke sind unkonventionell und ergreifend. Im Film versinkt sie dabei in einer Welt, die viel farbenfroher und klarer ist als die Wirklichkeit der von ihr dargestellten nahezu blinden Frau. Im Übrigen überzeugt die Bewunderin von Alfred Hitchcocks Score-Komponist Bernard Hermann auch als Akteurin. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2000 erhielt sie für ihr zweites Engagement als Schauspielerin nach der Gebrüder-Grimm-Märchen-Verfilmung The Juniper Tree (1987) den Preis als Beste Darstellerin! --Thomas Hammerl
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandios,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Selmasongs - Music from Dancer in the Dark (Audio CD)
Schon seltsam: da kauf ich mir das Album und sehe erst ein halbes Jahr später den Film. Die Musik hat mich sofort gefesselt, vor allem das Anfangs- und Schlussthema. Jeden einzelnen Song habe ich verinnerlicht, und als ich den Film sah, war ich mehr als nur begeistert. Mit SelmaSongs hat Björk außergewöhnlich gute Musik komponiert, die auch losgelöst vom Film so emotionsgeladen ist, dass man das Album für einige Zeit nicht mehr aus dem CD-Player nehmen will (oder kann!). Ein Pflichtkauf, nicht nur für Björk-Verfallene.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So wunderschön kann Musik sein - björk gibt alles,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Selmasongs - Music from Dancer in the Dark (Audio CD)
Selmasongs von björk ist ruhiger - weniger schrill - und zugleich fröhlicher als ihre vorherigen Alben debut und homogenic. Die Musik ist die Filmmusik zu Dancer in the Dark von Lars von Trier, und wer den Film gesehen hat, denkt - wie ich - wahrscheinlich immer an diesen sehr intensiven Film, auch wenn die Stücke etwas anders sind als im Film. Besonders aufgekratzt und tanzbar ist Cvalda, gesungen von björk und Catherine Deneuve(!), und so schön wie traurig ist das Duett björk & Thom Yorke: I've Seen It All. 107 Steps - Selma auf dem Weg zum Henker - ist ein pures Gänsehaut-Lied. Wie im Film als Schauspielerin gibt björk mal wieder alles in ihrer Musik.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
107 Steps und 32 Minutes,
Rezension bezieht sich auf: Selmasongs - Music from Dancer in the Dark (Audio CD)
"32 Minuten! NUR 32 MINUTEN!!!" etc. etc., das scheint wohl das Schlimmste an der CD zu sein, doch - hingeschaut und nachgehakt: na und?? Zum Vergleich:W. A. Mozart, Jupitersymphonie: ~36 Minuten Nick Drake, Pink Moon: ~28 Minuten Richard Strauss, Metamorphosen: ~26 Minuten ...und kein Ton zuviel oder zuwenig. Auf den meisten Aufnahmen gibt es genug Füllsel, das hier...oh Mann...konzentriert, blendend arrangiert, erschütternd (Musik kann einen ganzen Film ausmachen) und wem das noch zuwenig ist: einfach nochmal auf PLAY drücken, man findet garantiert noch was neues. Die Ouvertüre könnte von Meister Sibelius sein, die Songs verlassen seit Wochen meinen Kopf nicht, woraufhin ich mir sogar den Film angesehen hab, höhö. Ich werde allerdings auch hier den angenehmen Verdacht nicht los, daß Björk irgendwie die Reinkarnation des Bono von 1987 ist, bei ihrem entzückenden Gesang zwischen Schrei und Flüstern...:-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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