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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniale Sternstunde der Sixties-Psychedelia !!!, 12. Juli 2003
Bei aller Sympathie und Bewunderung für "Tommy" gehört die ein Jahr zuvor erschienene "The Who Sell Out" für mich zu meinen Lieblingsscheiben der Who aus den Sechzigern. Ich finde sie ursprünglicher, direkter, psychedelischer und irgendwie auch lebendiger als die zweifellos im Ganzen großartige, aber stellenweise eben auch mit Füllmaterial belastete Rockoper. Der als Radiosendung mit Original-Jingles gestaltete, formale Aufbau mag nicht jedermanns Sache sein, hat mich aber immer schon sehr angesprochen und entsprach der authentischen Situation der meißten (britischen) Pophörer, die in der Regel eben Radioprogramme hörten und sich nur ab und an eine Platte leisten konnten. Andererseits ist hier ein Seitenhieb auf die zunehmende Vermarktung des Pop während der späten Sechziger auszumachen, der wiederum ironisch kommentiert wird: Keine Radiosendung mit solchen Jingles dürfte damals solche, teiweise ja ziemlich provokanten Titel über eine Dauer von vierzig Minuten präsentiert haben. Zugleich zeigt "Sell Out", daß The Who immer mehr waren als eine Haudrauf-Combo, sondern alle Facetten, auch die leiseren, perfekt drauf hatten. Mit "I Can See For Miles" haben sie nebenbei einen ihrer stärksten Rocktitel überhaupt aufgenommen, den Pete Townsend für die beste Who-Singleauskopplung dieser Zeit hielt, auch wenn's kommerziell nicht so lief. Keine Frage, die Alben "My Generation", "A Quick One", "Tommy", "Live At Leeds", "Who's Next" und "Quadrophenia" sind allesamt unerreichte Sternstunden der Rockmusik, und ich liebe sie alle, aber "The Who Sell Out" gehört für mich genauso dazu !!!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Pop-Kunstwerk mit kleinen Schönheitsfehlern, 22. September 2002
"The Who Sell Out", zur Jahreswende 1967/68 erschienen, war die 4. LP der Band und stellt so etwas wie einen Wendepunkt dar. Während The Who bis dahin mit voll aufgedrehten Verstärkern dem Publikum tüchtig einheizten, wird hier erstmals ein künstlerischer Anspruch deutlich. Pete Towshend, unumstrittener Chef der Gruppe, plante ein Konzeptalbum mit der Absicht, die Commercials und Jingles der Radiowerbung auf die Schippe zu nehmen, das Ganze möglichst bunt, laut und originell mit der Musik der Who zu verbinden und so ein Stück Pop-Art möglichst nahe am Zeitgeschehen zu schaffen. Dieses Vorhaben glückte jedoch nur zum Teil - genau betrachtet nur eine Plattenseite lang. Was aber nicht bedeutet, dass der Rest uninteressant wäre.Der brachiale Drive der Who präsentiert sich auf dieser Produktion gewissermaßen schaumgebremst. Pete Townshend verzichtet weitgehend auf phonstarke Akkorde seiner E-Gitarre und klampft statt dessen mehrmals auf akustischem Gerät herum ("Sunrise" hat sogar vage Ähnlichkeit mit einem Bossa-Nova), Keith Moon, der geniale Derwisch am Schlagzeug, übt sich in relativer Zurückhaltung, und auch John Entwistle, sonst zuständig für honigdicken Basskleister, spielt den ihm zugedachten Part trocken und prägnant. Dafür wird als Neuerung der Sound mit Keyboard-Klängen unterlegt. Somit entstand für Who-Verhältnisse ein fast kammermusikalisches Werk (einige explosive Ausnahmen sind natürlich vertreten, so der ausgekoppelte Single-Hit "I can see for Miles"). Man erkennt das Bemühen um melodische Vielfalt und stilistische Abwechslung, dennoch deutet relativ wenig auf die nachfolgende Rock-Oper Tommy hin. Lediglich von "Rael 1" finden sich etliche Motive im späteren "Underture" wieder. Insgesamt wirkt "Tommy" dichter, schneller und rockiger - die Wiederfindung alter Aggressivität auf einer neuen Ebene. Eines kann man "The Who Sell Out" jedoch nicht absprechen: Es hat entschieden mehr Humor. Die auf der CD mitgelieferten neun Bonustitel sind weit mehr als bloßes Füllmaterial. Zum Teil sind es Erstveröffentlichungen, rare Single-B-Seiten oder "Leihgaben" von der Who-Jubiläumscassette "Thirty Years of Maximum R&B". Darunter findet sich neben erstklassigen Songs wie "Someone's Coming" auch das obskure "Hall of the Mountain King" - das Instrumentral beginnt als Rock-Version von Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite und endet als schrille Fahrt mit der Geisterbahn. Fazit: Die CD ist - ungeachtet des Titels - keineswegs ein musikalischer Aus- oder Schlussverkauf, sondern eine eindrucksvolle Demonstration von Pete Townshends Qualitäten als Songwriter und markiert eine wichtige (Übergangs-)Phase in der Geschichte der Band.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Reißt einen sofort mit!, 1. Oktober 2000
Für "Sell Out" muß man sich ein wenig Zeit nehmen, es offenbart seinen wahren Charakter erst nach mehrmaligen hören, läßt einen dann aber nicht mehr los. Es beinhaltet potentielle Klassiker, die in einem der besten "Konzept-Alben" zusammengefaßt worden sind! "I can see for miles" und "Armenia city in the skies" gehen direkt ins Blut und sind absolut fantastisch. Hier sieht man schon die ersten Schritte zu "Tommy". THE WHO sind einzigartig in ihrem Stil und lassen sich mit keiner Band vergleichen!
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