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Selige Witwen -- der Titel nimmt das Fazit schon vorweg -- ja, die gibt es natürlich zum Schluss, mal wieder, auch nicht nur eine und die diebische Freude darauf, wer es denn diesmal sein wird, beschleicht einen schon auf den ersten Seiten. Erneut bestehen Frauen den hemmungslosen Kampf gegen unterdrückende Mannsbilder, siegt ungeahnte weibliche Kaltschnäuzigkeit über männliche Herzlosigkeit, endet der Geschlechterkampf mit vollen Gräbern für die Opfer und vollen Taschen für die Witwen.
Aber natürlich ist in dem neuen Buch alles auch wieder ganz anders. Maja lebt mit Cora in der Toskana und sie lebt von Coras Witwengeld -- und das nicht schlecht. Die Abenteuerwege der beiden führen nach Frankfurt, mitten ins Rotlichtmilieu, mit Prostitution, Betrug und allem, was dazugehört. "Dem gehört die Rübe abgehackt" -- da sind sich die Freundinnen, ihr Opfer fest im Blick, einig. Von Zuhälterkreisen bis in die millionenschwere Schickeria: Das mörderische Duo verdreht Köpfe, vergibt Körbe und verteilt tödliche Dosen. Männer kriegen ihre Denkzettel, Frauen die Erbschaft.
Skurril-witzig, stellenweise einfach atemberaubend boshaft, aber immer menschlich nachvollziehbar -- das charakterisiert den Stil von Ingrid Noll. Verletzungen dezent andeuten, die Revanche bis in die höchste Ironie verzerren. Ihre Selige Witwen sind absolut empfehlenswert, wenngleich auch Handlung und Überschaubarkeit hier nicht ganz so stringent und beharrlich verfolgt werden wie in anderen Romanen der Autorin. Ob es die letzten Abenteuer von Cora und Maja waren? Ganz sicher nicht! "Neulich habe ich über mein bisheriges Leben nachgedacht und beschlossen: Ich morde keine Männer mehr" -- na, wer's glaubt, wird selig! --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Dennoch, ganz so amüsant, wie die letzten Bücher las sich "Selige Witwen" nicht. Vielleicht liegt es ja daran, dass die Masche der mordenden Heldinnen sich so langsam überlebt hat, vielleicht ist "Selige Witwen" aber auch einfach nur schwächer als zum Beispiel "Die Häupter meiner Lieben" und "Kalt ist der Abendhauch", die ich beide verschlungen habe.
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