EDIT vom 23. 3.: Ganz ernst gemeinte Frage an alle, die das Buch GANZ gelesen haben: Steht eigentlich irgendwo auf den 384 Seiten etwas darüber, dass man seinen Kunden gegenüber ehrlich zu sein hat – und ganz besonders, wenn es sich um Kunden handelt, die nichts von der Finanzwirtschaft verstehen? Dass man ihnen aus seiner eigenen Fachkenntnis heraus sowohl die Vorteile als auch die Risiken deutlich und so lange zu erklären hat, bis die Kunden beides verstanden haben? Schließlich nennen sich die Mitarbeiter des AWD "Finanzberater" - folglich muss man diese Art der Ehrlichkeit von ihnen erwarten dürfen!
Ja - ich weiß: naive Frage. Aber eine klare Antwort könnte ja helfen, viele ermüdende Debatten mit unbelehrbaren Fanboys abzukürzen! Sollte wider Erwarten etwas in der Art in dem Buch stehen, bitte ich um Mitteilung einschließlich Seitenangabe hier in den Kommentaren zu meiner Rezension! Danke!
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Diesen Beitrag habe ich eigentlich als Kommentar zu der sehr gelungenen Rezension von Eyes-Wide-Shut geschrieben. Aber da die meisten Leser kaum eine Vorstellung davon haben dürften, wo genau die Grenzwertigkeit des Geschäftsgebarens des Herrn Maschmeyer (und ähnlicher Untermehmen wie z.B. HMI u.a.) liegt, möchte ich den Text jetzt nachträglich auch als eigene Rezension einstellen, um öffentlich und für alle Interessenten sichtbar einige kleine Hinweise auf das System Maschmeyer zu geben. Zu den "Qualitäten" des Buches selbst ist ja bereits mehr gesagt worden als das Machwerk lohnt.
Ein Kommentator hat sich darüber gewundert, wie man mit Maschmeyers "Visage" (Zitat!) solchen wirtschaftlichen Erfolg haben kann. (In Maschmeyers Alter ist jeder Mensch für die Visage verantwortlich, die er spazieren trägt. Und irgendwie ist es doch wohl auch gerecht so, oder?!?) Maschmeyer hat ja die vielen Tausend Verlierer seines Systems nicht persönlich um ihr Geld gebracht - das hat ein Heer von kleinen Drückern erledigt, die alle nach einem einzigen Prinzip arbeiten: Möglichst wenig Wissen und möglichst keine finanzwirtschaftlichen Vorkenntnisse nach dem internen Motto der Drücker-Branche "Zuviel Information schadet nur!" Und die "Kunden" dieser kleinen Drücker-Würstchen sind die eigene Familie und der eigene Freundeskreis, der ausgebeutet und missbraucht wird. Und zwar ausschließlich. Denn die Konzernleitung des AWD und anderer Firmen, die nach diesem Drückerkolonnenprinzip arbeiten, wissen selbstverständlich, dass die potenziellen Opfer weniger misstrauisch sind, wenn ihnen ein Freund oder gar der eigene Bruder einen Vorschlag zur Geldanlage unterbreitet. Dass das kleine Verkäufer-Würstchen eventuell den eigenen Bruder betrügt, bzw. mit einer hochriskanten Anlage um seine Existenz bringt, weiß er meist gar nicht, weil er dazu viel zu schlecht ausgebildet ist und den Einpeitschern des Konzerns glaubt, es sei ok, was er da treibt! (Nebenbei: Nur ganz wenige "begnadete" Verkäufer schaffen es, diesen Geldanlagedreck auch außerhalb ihres persönlichen Wirkungskreises zu verkaufen. Wie denn auch? Fremde Kontakte schafft man nur mit Kompetenz und Glaubwürdigkeit - und genau das haben die kleinen Würstchen ja gerade eben nicht!)
Alles in Allem: Was für ein armseliges Geschäft! Ein anderer Kommentator hat ja den Begriff schon eingeführt: Schneeballsystem. Das System AWD ist zwar kein Schneeballsystem im eigentlichen Sinne, aber es ist nach den gleichen Prinzipien organisiert und vor allem: Von der "geistigen" Haltung und der Durchführung her ist es nahezu identisch! Wer einmal an einer der regelmäßigen Einpeitscher-Veranstaltungen mit einem "Kaliber" wie Maschmeyer auf der Bühne teilgenommen und sich diese Dauerberieselung mit hohlen, dümmlichen Erfolgsversprechen angehört hat, die der Motivation der Verkäufer dienen sollen, erkennt schlagartig die ganze Jämmerlichkeit dieser seelenlosen Branche!
Sehr treffend und originell finde ich auch den Vergleich mit Scientology des Rezensenten Eyes-Wide-Shut - Kompliment dafür, Herr Rezensent!!! :-) Eines hat CM's Buch nämlich mit dem publizistischen Machwerk - der "Bibel" des Scientology-Erfinders Ron Hubbard gemeinsam: Beide Bücher sind an plattitüdenhafter Banalität und dümmlicher Trivialität kaum zu unterbieten!
Interessant finde ich den Unterschied zwischen den positiven und den negativen Rezensionen hier bei Amazon: Die negativen Rezensionen argumentieren sehr nachvollziehbar inhaltlich und setzen sich mit dem Buch und seinen fragwürdigen Inhalten auseinander. Die positiven dagegen sehen pars pro toto aus wie diese: "Ein echt gutes Buch! Wozu sollte ich mir 10 verschiedene Bücher kaufen, wenn hier alles drin ist? Kann ich nur weiterempfehlen."
Sie sagen also nichts, aber auch rein gar nichts inhaltlich über das Buch. Haben die Leute es überhaupt gelesen?!? Hihi. Honi sois, qui mal y pense. :-)
P.S. Bezeichnend finde ich übrigens, wie sich Maschmeyer seine Welt schön lügt! Gestern bei Maischberger behauptete er mit ernster Miene, die vielen Rezensionen bei Amazon seien BIS AUF EINE (!!!) sämtlich positiv! Ja herrjeminee - kann der Kerl nicht zählen?!? Ich sehe hier bis heute 15 (von 27) Negativrezensionen mit nur einem Punkt - auch den einen nur, weil ein Punkt das Mindeste ist. Aber viel interessanter ist die kleine Zahl oberhalb des Namens des Rezensenten: Da steht die Zustimmung in Zahlen! Sämtlichen Negativrezensionen hat der bei weitem überwiegende Anteil der Leser zugestimmt. Und die wenigen Rezensionen mit 4 oder 5 Sternen? 1 von 15, 0 von 14, 2 von 20 stimmen zu. Und das durch die Bank bei allen! Das lässt doch hoffen (nämlich dass der weitaus größte Teil der Menschen noch bei Troste ist und seinem gesunden Menschenverstand vertrauen darf!). :-)
Der Vor-Rezensent Wolfgang Decius hat es ja dankenswerter Weise bereits angesprochen: Sämtliche Maschmeyer-Kritiker bei der Maischberger-Sendung mussten gestern draußen bleiben und leider auch jeglicher journalistische Anspruch. Stattdessen durfte Maschmeyer fast eine halbe Stunde lang unwidersprochen Werbung in eigener Sache betreiben. Auf die Armseligkeit der Sendung von Frau Maischberger möchte ich nicht näher eingehen - das wäre Thema einer anderen Rezension. Aber dass ein Maschmeyer ungestraft seinen bei der Uni Hildesheim (! immerhin in Deutschland !) gekauften Doktortitel spazieren tragen darf, finde ich mehr als ärgerlich. Und keine Staatsanwaltschaft greift ein, obwohl das Landeshochschulgesetz von Niedersachsen die Vergabe von Doktortiteln honoris causa (h.c.) ausdrücklich verbietet und es öffentlich bekannt ist, dass Maschmeyer den Titel für 500.000 € gekauft hat. Statt da eine fällige kritische Anmerkung zu machen, setzt Frau Maischberger den schmierigen Moritz Hunzinger neben Maschmeyer - eine der gruseligsten, dubiosesten und klebrigsten Gestalten, die in der Nebelbank zwischen Politik und Wirtschaft ihren Reibach machen. Zumindest eine würdige und angemessene Nachbarschaft für Herrn Maschmeyer! :-)
Aber eine positive Bemerkung ist hier doch noch fällig: Maschmeyer gibt sich immerhin in seiner Bescheidenheit mit einem gekauften Doktortitel zufrieden. Hunzinger dagegen schmückt sich gleich mit vier gekauften dubiosen Titeln aus ukrainischen und weißrussischen Universitäten. Er nennt sich protzig und ohne jedes Gefühl für Stil und Peinlichkeit: Senator E.h. Prof. Dr. phil. h.c. Dr. phil. h.c. (nachzulesen im Impressum seiner Website). Nebenbei: Hunzinger entblödet sich nicht, die ukrainischen und weißrusschischen Unis mit Harvard und der Goethe-Universität zu vergleichen. Dass in der Ukraine und in Weißrussland so ziemlich alles käuflich ist vom Gärtner bis zum Mörder dürfte er nur zu genau wissen, denn warum wäre er sonst dorthin gegangen, um seine Titel zu kaufen?!?
Nach all den Vorkommnissen mit falschen Doktortiteln der jüngeren Vergangenheit ist es mir mittlerweile fast peinlich, meinen Doktortitel zu führen, obwohl ich mir den sauer in jahrelanger Forschungsarbeit verdient habe!