Wieder einmal legen Oceansize ein Album vor, das erst in ein paar Monaten vollkommen verstanden werden wird. Aber nach ein paar Hördurchgängen bin ich mir mit meiner 5-Sterne-Bewertung absolut sicher, denn der Weg ist das Ziel, und es ist schon eine Zeit her, dass ich ein so facettenreiches, kreatives und emotionsvolles Album so genussvoll "erhören" durfte.
"Part Cardiac" donnert mit einer breiten, krummtaktigen Gitarrenwand richtig los,
"SuperImposer" kontert mit geschmackvollen Ohrwurmmelodien, worauf hin
"Build Us A Rocket Then" in rasantem Tempo jegliche Songaufbau-Erwartungshaltungen zerlegt, bis dann mit
"Oscar Acceptance Speech" erstmals Ruhe einkehrt, welches sentimental schlichte Melodien und ein fantastisches Streicherarrangement offenbart,
"Ransoms" schwebt dann dahin, und fasziniert ohne mit großen Gefühlen zu spielen,
"A Penny's Weight" mag am Anfang in seiner ruhigen Schlichtheit unpassend wirken, aber fügt sich als Auge des Sturms mit dennoch untypischen Melodien gut ein,
"Silent/Transparent" klingt für mich wie die Kreuzung aus einem typischen Oceansize-Song mit einer typischen Postrock-Hymne,
"It's My Tail, And I'll Chase It If I Want To", überzeugt auch mit Oceansize-typischen Harmonien, packt diese aber wieder in ein härteres Gewand,
"Pine" würde man mit seinem mitnehmenden Schlussteil eigentlich als letzten Song einschätzen, allerdings wird mit
"SuperImposter" noch nachgelegt, welches hinter einem fast beiläufigen Rhythmus beinahe versteckt genauso sentimental ist wie die offensichtlicheren Stücke, und mich mit dem faszinierenden Gefühl ein wirklich "progressives" (im eigentlichen Sinn) und künstlerisch ehrliches Album gehört zu haben, wieder in die Realität entlässt.
Auch für Oceansize scheint der (musikalische) Weg das Ziel zu sein, und nicht das große Geld, Fanmengen, oder auch nur Anerkennung von allen Seiten. Dafür sage ich danke, verzichte völlig auf Vergleiche mit ihren früheren Alben, und freue mich auf die, die noch kommen werden.