Mit dem "Sportmethodenbuch" liegt endlich einmal ein praxisbezogenes Buch vor, in dem Schritt für Schritt aufgezeigt wird, wie man Schüler aktiv an der Planung und Durchführung des Sportunterrichts beteiligen kann. Wie der Autor überzeugend darstellt, liegt der Schlüssel dazu in der Wahl von Unterrichtsmethoden, die den Schülern Verantwortung für den Unterricht übertragen und sie gleichzeitig dazu befähigen, dieser Verantwortung auch gerecht zu werden. Die Schüler werden weder als passive Konsumenten von Unterrichtsinhalten noch als verspielte Kinder angesehen, sondern als aktiv handelnde Personen, die selbst Verantwortung für den Lernprozess übernehmen können. In der Rolle des selbstständig Lehrenden und Lernenden, so der Autor, können Schüler zeigen, was wirklich in ihnen steckt.
Der rote Faden "Selbstständigkeitserziehung" wird im einleitenden Kapitel ausgelegt und in dem - für die Reihe "Schulbuch Sport" ziemlich dick ausgefallenen - Werk erstaunlich stringent verfolgt. Dabei werden Themen wie das Erstellen von Arbeitsblättern zu Übungseinheiten, das Erfinden und Variieren von Spielen oder die Entwicklung von Möglichkeiten der Leistungsbewertung durch die Schüler selbst angesprochen. Es irritiert etwas, dass in einem Buch zur Selbstständigkeitserziehung auch Unterrichtsstörungen angesprochen werden. Doch auch hier wird der Zusammenhang im Kapitel selbst schnell deutlich.
Das Buch bietet eine Fülle von praktischen Tipps und Ratschlägen, kopierfähigen Arbeitsblättern und anschaulichen Step-by-Step-Anleitungen für diverse Übungen und Spiele, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Ich hoffe nur, dass die Bindung des Buches das Kopieren auf Dauer mitmacht.
Fazit:
Im Gegensatz zu manchen anderen Veröffentlichungen zu diesem Thema wird in diesem Buch nicht nur begründet, warum das Konzept der Selbstständigkeit für die Pädagogik so wichtig ist - dieses Buch zeigt auch, wie man dies praktisch umsetzen kann, und zwar in fast jeder Situation, unabhängig etwa vom Alter der Schüler, den räumlichen Gegebenheiten oder dem Lehrplan.
Dieses Buch zu lesen, macht - für ein didaktisches Buch (!) - erstaunlich viel Spaß. Während man noch über den Einfallsreichtum des Autors staunt, freut man sich schon darauf, den einen oder anderen Vorschlag gleich im eigenen Sportunterricht auszuprobieren. Ein ganz besonderer Reiz liegt übrigens in den zahlreichen Illustrationen, die zum großen Teil von den Schülern Frank Achtergardes selbst erstellt worden sind und durch ihre Professionalität ebenso überraschen wie durch ihren Humor. Sie belegen überzeugend die Grundthese des Buches, dass selbstständige Schülerarbeit zu herausragenden Ergebnissen führen kann!
Nun darf man abwarten, ob viele Sportlehrer bei diesem Buch zuschlagen werden. Ich kann nur sagen: Wer ein didaktisch-methodisches Buch zum Thema Sport kaufen möchte, sollte nicht lange zögern.