Der vorliegende Sammelband bündelt die Ergebnisse der internationalen EduMedia Tagungen" der Jahre 2005 bis 2008 im Bildungs- und Kongreßzentrum St. Vergil Salzburg.
Nach einer die Einzelbeiträge verbindenden Einführung unter dem Titel "Eine Landkarte internetgestützten Lernens", verfasst durch die Herausgeber Veronika Hornung-Prähauser, Michaela Luckmann und Marco Kalz, folgen in insgesamt sechs Kapiteln insgesamt über 70 Beiträge in Kurzfassung, thematisch reichen die Rubriken von Selbstorganisiertes Lernen im interaktiven Web" über "Offene Lernszenarien selbst gestalten - Open Educational Resources" bis hin zu "Individuelle Lernstile entwickeln - Virtuelle Welten". Ein wahrhaft breit gefächertes Panoptikum von Fallbeispielen wie wissenschaftlich, lerntheoretischen Ansätzen.
Dem Buch in seiner Gänze hier gerecht zu werden, ist kaum möglich. Einige Beiträge mögen stellvertretend für viele andere aber besonders hervorgehoben sein: Überaus spannend mutet der Beitrag zur "Montessoripädagogik auf dem Weg ins digitale Zeitalter" von Alfons Musolf an, der anknüpfend an ein Zitat Maria Montessoris "Man muss soziale Erfahrungen machen, man muss das soziale Leben leben als Ergänzung der Mittel der Unterweisung" Möglichkeiten des Einsatzes des Internet in Freiarbeit und Projektarbeit aufzeigt. Dem Selbstorganisierten Lernen und der Kompetenzentwicklung im Kindergarten widmen sich Elisabeth Schallhard und Diana Wieden-Bischof unter dem Aspekt der Portfoliomethode. Kindergartenkinder werden dazu aufgefordert, über sich nachzudenken, erarbeiten sich Schritt für Schritt ihr eigenes Portfolio (ich kann Purzelbaumschlagen", dokumentiert auf einem entsprechenden Foto) entwickeln ein Gefühl für eigene Stärken und Fähigkeiten, vermögen sich auf dieser Basis leichter von anderen abzugrenzen, gleichzeitig bietet es Erziehern wie Eltern Kriterien für die Bewertung vom Entwicklungsstand jeden einzelnen Kindes und vermag Entwicklungsfortschritte eindrucksvoll zu belegen. Aufschlussreich auch der Beitrag von Kai Uwe Hugger, der sich transnationalen Bildungsräumen im Internet widmet und hier insbesondere auf deutsch-türkische Jugendliche in Online-Communities fokussiert. Auf der anderen Seite müssen einige Beiträge, wie insbesondere der von Rolf Arnold "Ziele und Strategie zur Förderung von Selbstorganisierten Lernen von Erwachsenen im interaktiven Web", den interessierten (und vorinformierten) Leser allerdings enttäuschen auf ganzer Linie, wurde doch hier alter Wein ein weiteres Mal in neue Schläuche verpackt, nein - wer in diesen Jahren unter "sozial" handlungsorientiertem Lernen allein Chatrooms, Video-conferencing und Email ausweist, sollte entweder die Präsentationsvorlagen gleich entsorgen oder sich überlegen, ob Mediengeschichte nicht der bessere Anknüfungspunkt wäre. Ein wirkliches Ärgernis.
Den drei Herausgebern sei für das ebenso breitgefächerte wie konsequent umgesetzte Unterfangen gedankt, in dem Dickicht unterschiedlichster Ausprägungen webbasierter ,Bildungsinnovationen' und einer Vielzahl von Stimmen unterschiedlichster Lager zu deren Bewertung einen Pfad geschlagen zu haben, der in der Zusammenschau echte Einblicke gewährt. Dass dies oftmals nur schemenhaft gelingt, die Annahmen nicht selten förmlich nach vertiefter wissenschaftlicher Untermauerung schreien, und auch den geneigten Leser schon manches mal das Gefühl beschleicht, die Bildungsforschung schreibt sich schön, was die Lebenswirklichkeit auch ohne ihre doch nur betrachtenden Ergebnisse fabriziert, schmälert den Wert dieses Buches in keiner Weise, verdeutlicht nur einmal mehr, dass beschrittene Wege beherzt und ergebnisoffen weiter zu gehen sind. Für die Bildung insgesamt. Ganz besonders aber für die Lernbereiten gleich welcher Vorbildung...