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Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie
 
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Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie [Gebundene Ausgabe]

Chalmers Johnson , Mihr VerlagsService
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 477 Seiten
  • Verlag: Blessing; Auflage: 1.Auflage (18. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896672266
  • ISBN-13: 978-3896672261
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 926.929 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Chalmers Johnson bleibt sich auch mit seinem neuen Buch treu. Seit vielen Jahren gehört der emeritierte Politikprofessor von der University of California nicht nur zu den scharfsichtigsten, sondern auch zu den scharfzüngigsten Beobachtern der amerikanischen Politik. Anders als viele, die erst jetzt erkennen, in welch kritischer Verfassung sich die politische Kultur in den USA befindet, mahnt Johnson schon seit Jahren vor ernsthaften Schäden an der Statik des amerikanischen Staatswesens.

In Ein Imperium verfällt war der Autor sogar so weit gegangen, in der von ihm diagnostizierten skrupellosen Überdehnung des amerikanischen Imperiums die Gefahr seines Untergangs zu beschwören. In Der Selbstmord der Demokratie zeigt Johnson, weshalb die Politik der Regierung von George W. Bush diese Entwicklung zusehends beschleunigt, auch wenn sie seiner Ansicht nach lediglich Traditionen fortschreibe, die amerikanisches Regierungshandeln schon immer bestimmt hätten.

Wie ernst Johnson die Lage der amerikanischen Demokratie beurteilt, macht das Zitat deutlich, das er dem titelgebenden Schlusskapitel vorangestellt hat und das der Autor Hannah Arendts Klassiker der Totalitarismusliteratur Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft entnommen hat: "Wenngleich die Tyrannis, da sie nicht der Zustimmung bedarf, erfolgreich fremde Völker zu beherrschen vermag, kann sie sich nur an der Macht halten, wenn sie zuerst die nationalen Institutionen ihres eigenen Volkes zerstört."

Das ist starker Tobak. Doch in der Tat präsentieren sich die demokratischen Institutionen in Amerika, um es schmeichelhaft auszudrücken, nicht in bester Verfassung. Nicht zuletzt die Ermächtigungen, die die beiden Kammern des Parlaments George W. Bush in der Woche vom 03. bis 10. Oktober 2002 eingeräumt haben, belegen dies: Sie erlaubten es dem Präsidenten unter anderem, "in einem Präventivschlag gegen den Irak alle Mittel einzusetzen, auch Nuklearwaffen, wann immer er -- und nur er allein -- es für angemessen und erforderlich hielt. Es gab keine Debatte. Die Parlamentarier waren zu eingeschüchtert, um über das Thema zu diskutieren." Eingeschüchtert von der Freund-Feind-Rhetorik, mit der die Bush-Regierung zuvor lautstark jeden, der sich den von der Regierung geforderten Maßnahmen widersetzte, zum Staatsfeind stempelte.

Statt eine parlamentarische Debatte zu führen, die dem Ernst der Lage angemessen gewesen wäre, ging man in der Sitzung, in dem der Senat dieser Ermächtigung zum gegebenenfalls totalen Krieg mit 77 zu 23 Stimmen seinen Segen gab, schnell zur Tagesordnung über. Es gab Lobreden auf einen Verein junger Bauern und ein Referat über die Geschichte der kalifornischen Stadt Mountain. Der Militärwissenschaftler Winslow T. Wheeler hat aus diesen Vorgängen das Resümee gezogen, nach dieser blamablen Vorstellung schulde das Volk diesen Volksvertretern höchstens noch "die Fahrkarte für eine Reise auf den Müllhaufen der Geschichte". Starker Tobak fürwahr. Aber so unbegründet, wie man es gerne hätte, sind die Ausfälle von Wheeler und Johnson leider nicht! --Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die Vereinigten Staaten zur Kolonialmacht: Sie okkupierten Guam, Hawaii, die Philippinen, Puerto Rico. Durch den "Erwerb" dieser strategisch wichtigen Stützpunkte schafften sie sich weltweit einen geopolitischen wie militärischen Einfluss, der noch wuchs, als nach dem Ende des 2. Weltkriegs zwei Blöcke entstanden. Nun saßen die USA in Westeuropa, in Japan, in Südkorea, kontrollierten wichtige Wirtschaftszweige, drückten fremden Regierungen ihren Stempel auf. Beklemmend ist die militärische Präsenz der Amerikaner: In 139 Staaten haben sie 211000 Soldaten stationiert, 26000 Soldaten tun Dienst auf Schlachtschiffen auf allen Weltmeeren. Und keine Regierung der betroffenen Länder kann über diese befreundete Besatzungsmacht Kontrolle ausüben. So wurde in den vergangenen Jahrzehnten aus einem Land, das als Wiege der Demokratie gilt, ein Imperium, das mit wachsendem Einfluss seine demokratischen Grundwerte und Überzeugungen über Bord warf. Der Autor überzieht diese Politik, die zynisch die Überlegenheit der Supermacht betont, mit harter Kritik. Die Verachtung der "Bush-Krieger" für die UNO, ihr Widerstand gegen das Kyoto-Protokoll, die Ablehnung des Internationalen Strafgerichtshofs sind Beweise für ihre pervertierte Haltung zu den Grundwerten der amerikanischen Verfassung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Michael Moore zum Quadrat!, 13. März 2005
Und das meine ich nicht spöttend, sondern in vollster Ehrfurcht. Ich war sehr beunruhigt ob der Tendenzen in Amerika, als ich "Stupid White Men" gelesen habe.
Ich war erschüttert über seine Enthüllungen, als ich "Fahrenheit 9/11" gesehen habe. Aber Chalmers Johnsons Buch ist in der Tat niederschmetternd. Denn wo Moore, trotz brauchbarer Recherche und Fakten, doch sehr viel mit Polemik und Satiere arbeitet (und daher auch sehr breitenwirksam ist), spart sich Johnson solchen Firlefanz und bleibt bei den kalten, harten Fakten, massiv zusammengetragen, logisch strukturiert und dank Johnsons langjähriger, politischer Erfahrung auch einleuchtend analysiert.
Und die Quinzessenz des Buches kann vernichtender nicht sein. Wer meint, die Angst vor dem bösen Russen war berechtigt, der möge sich bitte im Keller verstecken und beten. Denn die Amis kommen, nein schlimmer, sind schon längst da und tun die gleichen, unwürdigen Dinge, die man in der westlichen Welt i.a. der Sowjetunion vorwirft. Darunter wären: Unliebsame Regierungen stürzen, Diktatoren einsetzen, Diktaturen wirtschaftlich und militärisch absichern, Massenmorde an Volksgruppen tolerieren oder aktiv unterstützen, Korruption und Mißwirtschaft fördern etc.
Und das alles am Rücken der amerikanischen Bevölkerung, die - meist ahnungslos und völlig manipuliert durch kontrollierte Medien - diesem Wahnsinn auch noch das Wort redet.
Johnsons Analyse spannt einen weiten Bogen, beginnend bei den ersten Ansätzen amerikanischen Imperialismuses Anfang des 20.Jahrhunderts, geht detailiert und schonungslos ein auf die militärischen, politischen und wirtschaftlichen Engagements in Ost- und Zentralasien, rechnet mit dem völlig aufgeblähten und völlig außer Kontrolle geratenen Militärapparat der USA ab, welcher dem amerikanischen Volk finanziell recht bald das Genick brechen wird, und räumt in einem Atemzug auch noch auf mit der Lüge der Globalisierung und dem Trugbild der amerikanischen Freiheit und Demokratie.
Am Ende des Buches wird man dann - ein etwas offener Geist vorausgesetzt - rekapitulieren, daß die USA anno 2005 sich von der zerfallenen Sowjetunion in nicht viel mehr unterscheiden als durch die Tatsache, daß es die USA noch gibt. Und man wird feststellen, daß die militaristisch-imperiale Fratze, mit der sich die USA zur Zeit der Welt präsentieren, nicht erst durch GWB und seinen Schergen entstanden ist, sondern jetzt lediglich ungeniert zur Schau gestellt wird.
Ich kann nur unbedingt empfehlen, dieses Buch zu lesen. Man wird die Welt danach mit etwas anderen Augen sehen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen über den verlust moralischer standards ..., 19. Dezember 2005
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
"am 27. januar 2003 ließ die US-regierung picassos gemälde GUERNICA in der eingangshalle jenes gebäudes, in dem der UNO-sicherheitsrat tagt, durch ein blaues tuch verhängen... die US-regierung hielt die darstellung dieses durch luftangriffe verursachten massensterbens wohl für einen unpassenden hintergrund für ihren außenminister ..." - chalmers johnson nimmt nicht nur den eskalierenden militarismus der USA ins visier, der das land in einen unaufhaltsamen finanziellen bankrott hineinlaviert, er zeichnet auch den schaden am demokratischen selbstverständnis der USA auf, den die gegenwärtige bush-administration zynisch betreibt, indem ihr die durchsetzung militärischer zielsetzungen wichtiger geworden ist als das festhalten an verfassungsmäßig einst festgelegten zivilisationsstandards. geheimdienstlich fabrizierte desorganisation, manipulation, einschüchterung von abgeordneten und richtern, wissenschaftlern und kritischen beamten ... chalmers johnson legt eine beängstigende liste von fakten vor, die in der tat als "selbstmord der amerikanischen demokratie" zusammengefasst werden könnten. komplizenhafte geheimdienste, ängstliche journalisten, eine ungebildete und gutgläubige öffentlichkeit, ein gespinst der vetternwirtschaft zwischen rüstungs-industrie und militär-beamten - all die vielen der europäischen presse bisher nicht bekannten details (FISA und FISC, OSI (office of strategic influence) und OGC (office for global communications) - sie machen das buch des seinen fachbereich wahrlich durchschauenden politikwissenschaftlers zu einer unersetzlichen informations-plattform - falls man sich nicht lieber im mauseloch verkriecht, seinen garten pflegt, den fernseher für immer ausgeschaltet lässt ...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sehr tiefgehende Militarismusanalyse, 11. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch berichtet sehr intensiv über die militärstrategische Seite amerikanischer Dominanz, und zwar von einem logistischen Standpunkt: die mehr als 700 Militärbasen.

Zunächst geht der Autor sehr gründlich auf die amerikanische Militärkultur ein. Wie sich ein Imperium aus Basen und der ihnen angegliederten Versorgungskultur um den ganzen Globus zieht, wie Konzerne (Halliburton, Brown, Kellogg & Root) das reichlich vorhandene Militärkapital abschöpfen, und wie sich das amerikanische Militär weltweit verselbständigt, als eigener, bürokratischer Machtfaktor, der sich selbst genügt. Wie Bürokraten die Welt mit Stützpunkten pflastern, selbst Verbündete mit ihnen übersät werden. Wie das Militär sich regelrecht seine eigenen Spielplätze schafft, wo ein Offizier im Ausland ein besseres Leben führen kann, als er sich daheim je leisten könnte. Wie gewaltige Betonburgen in Wüsten entstehen, und Swimming Pools für die Air Force am Persischen Golf. Und wie sich US-Militärangehörige weder für Vergewaltigung noch für Totschlag verantworten müssen, wenn es "nur" um die Einheimischen geht.

Zum Ende des Buches geht Johnson noch auf die wirtschaftlichen Folgen der Globalisierung ein, und das mit sehr interessanten Fakten, aber leider doch sehr knapp.

Deswegen führt der Titel auch leicht in die Irre, und insgesamt sollte man das Buch auch eher der Vollständigkeit halber lesen, wenn man an den Auswüchsen amerikanischer Hegemonie interessiert ist. Ausgezeichnet recherchiert ist es auf jeden Fall, aber auch sehr viel einseitiger von der Themenwahl, als der Titel vermuten lässt.

Emmanuel Todd's "Weltmacht USA - Ein Nachruf" ist für an der wirtschaftlichen Machtverteilung in Zeiten der Globalisierung Interessierte eindeutig besser, beide zusammen ergeben aber ein ziemlich abgerundetes Bild über Amerikas Wirken in der Welt.

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