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Der Selbstmord (Taschenbuch)

von Emile Durkheim (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 484 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: Neuauflage. (30. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518280317
  • ISBN-13: 978-3518280317
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,9 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 29.907 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Selbstmord und seine soziologischen Hintergründe, 15. Januar 2000
Von Ein Kunde
Mit diesem Buch hat Emile Durkheim vor nunmehr hundert Jahren die erste soziologisch-empirische Studie über den Selbstmord veröffentlicht, die auch für heutige wissenschaftliche Untersuchungen in diesem thematischen Kontext immer noch von großer Bedeutung ist. In seinem dritten großen Werk versucht er - unter Anwendung seiner 'Regeln' -, den Selbstmord als pathologisches Phänomen nach soziologischen Ursachen zu unterscheiden. Die drei typischen Formen der Selbsttötung (der egoistische, der altruistische und der anomische Selbstmord) lassen sich seiner Meinung nach nicht durch geographische, ökonomische oder psychologische Faktoren, sondern einzig und allein durch soziologische befriedigend erklären. Der Mangel an sozialer Integration führt zum egoistischen Selbstmord. Im Gegensatz dazu bewirkt eine zu gering ausgeprägte 'Individualität' das Phänomen des altruistischen Selbstmordes. Der anomische Selbstmord liegt in der Art und Weise begründet, in der eine Gesellschaft das Denken und Agieren ihrer Mitglieder bestimmt. Im Zustand der Anomie, der gestörten Ordnung, kann der Mensch den Akt der Selbsttötung als einzigen Ausweg erachten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Der Selbstmord als Symptom der Gesellschaft, 25. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Als erstes: es ist ein soziologisches Buch. Das heißt, der Selbstmord wird nicht aus psychologischer Perspektive untersucht. Nicht wie die Faktoren sich im Individuum zusammenfinden, um dann zum Selbstmord zu führen ist Thema der Untersuchung, sondern wie die Organisationsform einer Gesellschaft und ihre kollektive Situiertheit den Selbstmord bei ihren Mitgliedern fördert oder hemmt.
Durkheim entwirft zwar eine Typologie der Selbstmordtypen, aber nur um sie historischen Gesellschaftsformationen zuzuordnen und anhand des vorherrschenden Selbstmordtypus die spezifischen Charakteristika dieser Gesellschaft herausstreichen zu können. Wegen diesem engen Zusammenhang zwischen Gesellschaftsverfassung (in heutiger Terminologie würden wir dafür den Begriff: Kultur gebrauchen) und Selbstmordrate glaubt Durkheim auch die „moralische" Gesundheit einer Gesellschaft beurteilen zu können. Das ist der eigentliche Kern dieses berühmten Werkes über den Selbstmord. Es ist eine Studie über die Krise der modernen (europäischen) Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Durkheim beobachtet in ganz Europa für den gesamten Verlauf des 19. Jahrhunderts ein kontinuierliches Anwachsen der Selbstmordraten. Dafür verantwortlich macht er sozialstrukturelle und kulturelle Veränderungen, die man heute mit dem vielgebrauchten Begriff der Individualisierung bezeichnen kann. Insofern dieses Thema im Zusammenhang mit dem Globalisierungsprozeß auch heute noch von höchster Aktualität ist, überträgt sich diese auch auf dieses Werk von Emile Durkheim (wenngleich es 1897 erschienen ist). Für heutige Verhältnisse mutet Durkheims Erklärungsstil allerdings ein wenig oberflächlich an, da er hauptsächlich statistisch erfaßten, aggregierten und damit makrosozialen Phänomenen direkt auf das mikrosoziale Phänomen des Selbstmordes zu schließen und zwischen beidem kausale Verbindungen herzustellen. Die konkrete Vermittlung zwischen diesen beiden Ebenen wird ausgespart und damit zu dem interessanten Teil des Selbstmordes, bei dem auch nach dieser Lektüre noch Unklarheit herrscht.
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