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44 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
zwischen überanpassung und mutlosigkeit, 14. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Selbstmord. Briefe, Manifest, Literarische Texte. (Taschenbuch)
die "grimasse der heiterkeit" zerbricht, wenn uns ein selbstmord bekannt wird. immer hat er etwas von vorwurf an sich, von kapitulation, von erkenntnis, von einsicht in dinge, die andere weiterhin verdrängen - und die der selbstmörder zuvor auch im bewusstsein nicht zugelassen hatte. roger willemsen sucht in seinem sorgfältig zusammengetragenen, 366 seiten starken buch mit respekt vor den menschen, die selbst den tod wählten, einen wissens-zusammenhang aufzubauen, der nicht von verurteilung oder hohn gekennzeichnet ist, nicht vom abschieben in die ecke des wahns oder in die ecke des undurchdachten reflexes - willemsen müht sich darzustellen, dass selbstmord eine erkenntnis-mitteilung ausserhalb der üblichen kommunikations-vorschriften ist. von kafka bis kierkegaard, david hume bis schopenhauer, casanova bis camus, von seneca bis zum attentäter atta (11.sept. 2001): willemsen versucht, das begreifen zu fördern, müht sich, sinn zu behaupten, wo andere gern leichthin sinnlosigkeit konstatieren möchten (damit keine unruhe aufkommt). willemsen zitiert abschiedsbriefe, literaten, philosophen - und die wissenschaft, die am häufigsten mit dem suizid konfrontiert ist, die psychologie. die neueren borderline- und narzissmus-theorien kernbergs und jacobsens lassen sich auf den ausführlich dargestellten alfred adler zurückführen: der hatte ein pendeln zwischen minderwertigkeitskomplex und größenwahn, zwischen ohnmacht und wütender aktion, zwischen zeitweiliger, erpresster unterwürfigkeit und explosivem selbstüberheblichem gegenhandeln, zwischen übermäßigem fleiß und allergrößter mutlosigkeit, zwischen eingesperrtsein und ausbruch konstatiert. ein individuelles kontrastprogramm, das angehörige aufmerksam machen sollte. vielleicht lässt sich rechtzeitig dann noch ein ausweg finden. den gab es wohl bei uwe barschel oder hannelore kohl, rex gildo oder dem fall möllemann nicht mehr.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Von allen Facetten beleuchtet., 17. Januar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Selbstmord. Briefe, Manifest, Literarische Texte. (Taschenbuch)
In diesem Buch findet sich für jeden etwas. Andererseits erscheint jedem auch mindestens ein Beitrag geradezu überflüssig. Von den obligatorischen Abschiedsbriefen über wissenschaftliche Berichte aus dem 18. Jahrhundert, poetische Werke, Beiträge berühmter Persönlichkeiten bis zu der Beantwortung der Frage von französischen Gelehrten, ob der Selbstmord eine Lösung sei, ist nahezu jedes Detail des Themas vorhanden. Es kann niemanden völlig überzeugen, doch verschmähen wird es auch keiner. Eins sei jedoch vorweggenommen: Eine Antwort will und kann dieses Buch nicht geben, da der Tod von jedem selbst erfahren wird, sei es auf die ein oder andere Weise. Fazit: Ein interessantes Buch, durchaus lesenswert, jedoch nicht unverzichtbar.
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