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Selbstdenken!: 20 Praktiken der Philosophie
 
 
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Selbstdenken!: 20 Praktiken der Philosophie [Broschiert]

Jens Soentgen , Nadia Budde
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: Neuauflage. (28. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407755260
  • ISBN-13: 978-3407755261
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Jens Soentgen
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Warum ist «Schule doof» und Lernen chic? Bildung als Freizeitbeschäftigung für Jugendliche Die PISA-Studie hat auch den Kinder- und Jugendbuchmarkt aufgerüttelt. Eine Flut von gelehrten Büchern zu naturwissenschaftlichen und philosophischen Fragen kommt derzeit auf den Markt. Wer also im Audimax der Kinder-Unis keinen Platz mehr gefunden hat, kann sich auch zu Hause bilden. Ob das funktioniert, bleibt aber fraglich. Von Zauberschülern und Piratentöchtern wurde Kindern an verregneten Sonntagen bisher erzählt, während sich die Jugendlichen mit einem Herz-Schmerz-Roman in ihr Zimmer zurückzogen. Damit könnte es vorbei sein, folgt man einem neuerlichen Trend. Der Pionier-Philosophielehrgang «Sofies Welt» ist zwar längst im Bücherregal verstaut, und dennoch gilt wieder: Statt Feuerproben von Märchenhelden ist nun «Abenteuer Denken» angesagt, statt der Geheimnisse im Wunderland stehen künftig die «Rätsel der Welt», von Forschern erklärt, auf dem Lese-Menu, Bücher voller «Praktiken der Philosophie» oder «Basiswissen zum Mitreden». Rowohlt etwa hat die Sachbuchreihe «science & fun» kreiert; die Deutsche Verlags-Anstalt bringt nächstens den zweiten Band der «Kinder-Uni» heraus (der erste hatte eine Startauflage von 50’000 Exemplaren); Jens Soentgens im Hammer-Verlag erschienener Ratgeber «Selbstdenken!» bietet jungen Menschen eine Anleitung zum Philosophieren; und bei Gerstenberg erklärt Frank Vermeulen in seinem Roman «Der Herr Albert» Jugendlichen auf vierhundert Seiten die Relativitätstheorie. Einige dieser Bücher sind durchaus gut gemacht. So hat etwa der bekannte Illustrator Klaus Ensikat «Die Kinder-Uni» mit Bildern versehen, die den ernsthaften akademischen Rahmen geistreich sprengen. Die Texte von Ulrich Janssen und Ulla Steuernagel sind Mitschriften der Vorlesungen, die Professorinnen und Professoren im Sommersemester 2002 an der Universität Tübingen gehalten haben. Sie sind in einer klaren, einfachen Sprache verfasst, ohne deshalb anspruchslos zu sein oder sich etwa dem Jugendton anzubiedern. Auch die Themen, die da behandelt werden, stellen eine Mischung dar aus grundlegenden («Warum müssen Menschen sterben?») und im Kontext eher ungewöhnlichen Fragen («Warum ist Schule doof?»). Einige Standardthemen kristallisieren sich gleich in mehreren solchen Fibeln zu einer Art Kinder-Bildungskanon heraus. Besonders das Aussterben der Dinosaurier und das Ausbrechen von Vulkanen scheinen den Forscher-Nachwuchs zu beschäftigen. Nehmen sich Janssen und Steuernagel dieser Gegenstände angemessen fundiert an, so werden im Band «Warum ist der Himmel blau? Kinder fragen, Eltern rätseln» von Bernhard Schulz, Antje Wegener und Carola Zinner die gleichen Themen wesentlich knapper und eher auf Unterhaltung als auf Vertiefung hin erklärt. Pointen und ausgefallene Fragen wie «Warum fallen die Vögel im Schlaf nicht vom Baum?» sollen das Lernen da offensichtlich besonders lustvoll gestalten. Nicht nur zur Wissensanhäufung, sondern auch zu Reflexionen wollen einige Bücher für Jugendliche anregen. Besonders Stephen Laws «Philosophie, Abenteuer Denken» vermittelt auf originelle Weise – über Anekdoten oder Dialoge – philosophisches Grundwissen. Dezent versucht der britische College-Dozent dabei auch, die klassische Rollenverteilung zwischen väterlichem Lehrer und naseweiser Schülerin zu unterlaufen. Fast schon ärgerlich anachronistisch sind hingegen die Parts in Vermeulens erwähntem Roman vergeben. Da bekommt die kindliche Protagonistin Einsteins Relativitätstheorie gleich von zwei älteren Herren erklärt: vom Grossvater und von einem sogenannten Beobachter, einer imaginären Figur aus Einsteins Gedankenexperimenten. Der Lernprozess der Heldin wird zwar für die Lesenden erstaunlich gut nachvollziehbar, die fiktive Geschichte, in welcher er eingebettet ist, scheint aber an den Haaren herbeigezogen und steht allzu offensichtlich im Dienste der Wissensvermittlung. Alle diese Bücher unterstreichen das Bedürfnis vieler, sich der gegenwärtigen Bildungskrise zu stellen. Eine wesentliche Frage allerdings können auch hohe Verkaufszahlen nicht beantworten. Jene nämlich, ob die Kinder und Jugendlichen die von besorgten (Gross-)Eltern verteilte verzuckerte Pille auch schlucken und ob sie sich tatsächlich Relativitätstheorie, Evolution oder das Glühen des Glühwürmchens auf ein paar Sachbuch- oder auch auf ein paar hundert Romanseiten erklären lassen wollen – als coole Freizeitbeschäftigung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

»Hätte man ein solches Buch im Leistungskurs Philosophie lesen dürfen!« DIE ZEIT

Was tun Philosophen, wenn sie philosophieren? Auf diese Fragen geben die meisten Philosophiebücher keine Antwort. Sie erzählen von großen Denkern, von ihren Meinungen und ihrem Leben - das Philosophieren selbst bleibt dabei oft im Dunkeln. In seinem Buch zeigt Soentgen sehr anschaulich, wie Philosophieren eigentlich funktioniert und wie es das kreative, eigenständige Denken fördert. Der Autor vermittelt die wirkungsvollsten Praktiken: nicht abstrakt, sondern anhand von Beispielen, Fällen, Geschichten, Anekdoten. Der Leser ist eingeladen.


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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Als gebildet gilt, wer im Kopf beweglich ist, 21. Juni 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Selbstdenken!: 20 Praktiken der Philosophie (Broschiert)
Bei den Athenern gilt nicht etwa der als gebildet, der vieles weiß: "Gebildet nennt man vielmehr denjenigen, der im Kopf beweglich ist, der sich zu jedem Thema eine Meinung bilden kann, neue Ideen und Argumente entwickelt und mit Ideen spielerisch umgehen kann, statt sie stumpf zu wiederholen", darauf macht Jens Soentgen gleich in der Einleitung zu seinem Buch "Selbstdenken!" aufmerksam. Und um diese Beweglichkeit zu trainieren, stellt der Autor 20 Praktiken der Philosophie vor. Das Schöne dabei ist, dass sie nicht verquast wissenschaftlich daherkommen, sondern leicht verständlich sind.

Mir hat es sehr gefallen, dass der Autor Praktiken vorstellt, die die meisten vermutlich selbst schon einmal ausprobiert haben. Ganz spontan, ohne sich deswegen als Philosoph zu fühlen. Für Kinder, aber auch für Erwachsene, lohnt es sich, diese 20 Kapitel zu lesen, zumal das Spaß macht. Dazu ein Beispiel: Im Kapitel "Präzisieren und Definieren" geht es unter anderem um die Verleihung von Orden für Tapferkeit. Zunächst bezieht sich der Autor auf Sokrates, der sich darüber mit zwei Generälen unterhält, und zwar so lange, bis nichts mehr dabei herauskommt. Aber für die Verleihung von Kriegsorden reichen oft Vorschriften aus, eine umfassende Definition benötigt man dafür nicht. Denn es sei von vornherein klar, dass es bei Soldaten nicht um Tapferkeit in "allen" Fällen gehen kann. Schließlich spürt man förmlich Jens Soentgens Augenzwinkern, wenn er danach einen österreichischen Damenorden anführt, den Eleonora (1630-1686), die Gemahlin von Kaiser Ferdinand III im Jahr 1662 gestiftet hat, der den Titel "Sklavinnen der Tugend" trug. Er zeichnete Damen für Tapferkeit "unter besonders schwierigen Bedingungen aus - auf dem Gebiet der erotischen Anfechtungen nämlich". Nun, wem sollte und durfte dieser Orden einst verliehen werden? Natürlich: Damen, die "von hoher Geburt und aus vornehmem Hause" waren, deren ehrbarer Lebenswandel "mindestens durch Gerücht" bekannt war. Sokrates hätte dem kaum zustimmen können.

Auch die Erfindung des Zettelkastens durch den Zürchner Universalgelehrten Conrad Gesner (1516-1565) kommt im Buch zu Ehren. Gesner empfahl, "alles von Wichtigkeit und was Verwendung verheißt, auf ein einseitig zu beschreibendes Blatt von guter Qualität" zu übertragen. Nun, darauf, dass das Philosophie sein könnte, darauf käme sicher nicht jedes Kind so ohne weiteres! Da fielen einem schon eher Gedankenexperimente, Logik oder Demontage ein.

Aber das ist es ja gerade, was dieses Buch lesenswert macht; und die letzten Sätze auf S. 239 würde vermutlich jeder unterschreiben. Da liest man: "Nichts ist so unphilosophisch, wie die Meinung, die eigene Philosophie sei der Weisheit letzter Schluss. Denn bei der Untersuchung der Wahrheit gilt, wie Aristoteles an einer berühmten Stelle seiner 'Metaphysik' sagt, 'dass sie einerseits von niemanden vollständig erreicht werden kann, andererseits aber auch keiner sie ganz verfehlt'. Man muss bereit sein, von anderen zu lernen - und zugleich den Mut haben, selbst zu denken."

In diesem Sinne sei das Buch kleineren ebenso wie größeren Lesern empfohlen. Der Text von Jens Soentgen ist amüsant zu lesen, und die Illustrationen von Nadia Budde haben mir auch gut gefallen.
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108 von 115 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grossartig, 6. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Mit Philosophiebüchern für Kinder, Jugendliche und Laien ist der Markt inzwischen überschwemmt. Dieses Buch ist jedoch etwas ganz Anderes: statt Philosophen und deren Theorien vorzustellen, erklärt Soentgen, wie Philosophieren funktioniert. Dabei stellt er neben erwartbaren Techniken auch eher ungewöhnliche vor (z.B. Demontage, Parodie). Dasselbe gilt für die vorgestellten Philosophen: neben Sokrates und Kant begegnen uns auch Denker wie Fritz Teufel und Humphrey Bogart. Das ganze ist leicht, flott, oft witzig geschrieben. Jedes Kapitel läßt sich einzeln lesen, die Reihenfolge liegt nicht fest. Meines Erachtens kann man in gemütlicher Runde die Texte auch gut vorlesen und dann diskutieren. Das Buch wird Erwachsenen, aber auch älteren Kindern und Jugendlichen viel Spass machen. Und obendrein ist es auch noch hinreissend illustriert, was es auch noch zu einem schönen Geschenk macht. Dieses Buch ist rundum gut gelungen.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen So macht Philosophie Spaß, 1. Dezember 2008
Von 
Weltensammler - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Selbstdenken!: 20 Praktiken der Philosophie (Broschiert)
Vielleicht liegt es ja an den vielen spröden und schlichtweg langweiligen Darstellungen philosophischen Denkens, dass man beim Begriff "Philosophie" erst einmal auf Gähnen und Unverständnis stößt. Zu unrecht!
Und es ist schön zu wissen, dass es auch anders geht. Bestes Beispiel: Dieses Buch. Zwanzig Grundbegriffe, Herangehensweisen oder besser "Werkzeuge" philosophischen Denkens und Argumentierens werden hier unter die Lupe genommen: Indizien, Autoritäten, Präzisieren und Definieren, Sammeln, Logik, Gedankenexperimente ...
Letztlich sind es nicht nur die spritzigen und ungemein witzigen Cartoons, die die Materie schmackhaft und verständlich machen - vor allem der flüssige Text und die süffige Präsentation machen das Buch zu einem appetitanregenden Werk. Und nebenher kommen natürlich auch alle namhaften Vertreter der Zunft zur Sprache - und da haben sogar Frank Zappa und die Banane einen prominenten Platz.
Augenzwinkernd, sympathisch, lehrreich - klasse!
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