Das Buch „Selbstbestimmt Leben mit Persönlicher Assistenz. Eine alternative Lebensform behinderter Frauen " habe ich mir angeschafft, weil ich zum ersten mal auf Assistenten zurückgreifen muß um mein Leben weiterhin weitgehend selbstbestimmt leben zu können.
Um einen Einblick in diese für mich neue Situation zu bekommen, fand ich dieses Buch sehr hilfreich.
Am Anfang mußte ich mich erst mit dem Wissenschaftlichen Text anfreunden, wenn man sich aber mal eingelesen hat kann man aus dem Buch viele wertvolle Erkenntnisse ziehen.
Besonders wichtig empfand ich für mich, das die Autorin selbst eine Frau mit Behinderung ist, und gleichzeitig durch ihr Studium auch den Einblick in die Pädagogische Seite hat und diese auch kritisch bewerten kann.
Das frauenspezifischen Bedürfnissen besonders Rechnung getragen wird war für mich sehr entscheidend, da Pflege ja auch sehr intime Bereiche umfaßt.
Die Besonderen Herausforderungen bei der Umsetzung des Assistenzmodells bei Mutterschaft werden genauso besprochen wie die Hilfe bei Schönheitspflege etc.
Auch mögliche Konfliktherde zwischen Assistenznehmerinnen und Assistentinnen oder Assistenten werden aufgezeigt, so das man eine realistische Einschätzung vornehmen kann.
Die vielen Erfahrungsberichte von Frauen die schon Erfahrung mit Assistenzmodell und dessen Vor- und Nachteile haben, haben mir geholfen einen Weg für mich zu sehen um die Situation anzupacken.
Gut fand ich auch das nicht nur die Vor- und Nachteile des Assistenzmodell beleuchtet werden, sondern auch im Gegensatz dazu die Möglichkeit des Einsatzes eines Ambulanten Dienstes gezeigt werden. Natürlich ist dabei der Anteil der Fremdbestimmung größer, allerdings ist der Organisationsaufwand auch geringer.
Insgesamt fand ich das Buch als sehr hilfreich und kann es empfehlen.
Ich würde mir wünschen das es bald mehr Literatur zu dem Thema gibt. Dabei sollte auch berücksichtigt werden das die Texte leicht verständlich sind so das auch Menschen mit geistiger Einschränkung davon profitieren können.