Margaret Tate (Sandra Bullock) ist eine erfolgreiche Verlagslektorin und unbeliebte Chefin, bei so ziemlich jedem Mitarbeiter in ihrer Abteilung. Da sie scheinbar kein ausgleichendes Privatleben hat, gibt es für sie nur ihren Beruf und wie viele, die hierunter leiden, regiert sie dort rücksichtslos, zeigt keine Emotionen, wirkt oft verbittert, mobbt und ist nicht kollegial. Am meisten leidet ihr direkter Assistent Andrew Paxton (Ryan Reynolds) unter ihrer Art, aber er versteht es immer wieder, die Dinge mit erstaunlichem Gleichmut zu betrachten und zu regeln. Als Margaret aus den USA ausgewiesen werden soll, sie ist Kanadierin, soll Andrew sie zum Schein heiraten. Warum auch nicht, denn er muss ja sowieso alles für sie tun.
Natürlich kann man bei romantischen Komödien immer beklagen, dass alles mehr oder weniger vorhersehbar ist. Wenn man dies schon mal grundsätzlich bemängelt, ist man in diesem Genre schlichtweg falsch aufgehoben. Was ist eine Haupttriebfeder, dass eine menschliche Beziehung romantisch wird? Dass die beiden, um die es geht, aus irgendwelchen Gründen eigentlich nicht zusammenpassen oder zusammenkommen können. In diesem Film wird diese Basis selbstverständlich auch genutzt. Sie ist unausstehlich, kein guter Mensch und er ist noch viel toller als man auf den ersten Blick sieht. Und dann soll er mit dieser Zicke...? Nein! Aber doch, denn sie ist ja nicht so, weil sie von Grund auf so ist, sondern weil sie eine eigene, persönliche Geschichte hinter sich gebracht hat und nach und nach entblättern wir die gute Seele und das liebevolle Herz von diesem unemotionalen Miststück. Warum soll man sich das ansehen, wenn ohnehin alles klar ist? Weil das romantisch ist, weil das vielleicht sogar ein bisschen Liebe ist, weil das lustig ist, weil das emotional ist und vor allem, weil wir es so in unserem Leben nicht unbedingt selbst erleben, weil dort Vernunft und Logik oft viel schneller zuschlagen als die Romantik. Weil der Widerspruch und das Gefecht ermöglichen aufeinander zuzugehen und das sind oft eben emotional bewegendere Schritte, als wenn man sowieso schon direkt aufeinander klebt.
Wenn ein solcher Film dann gut gemacht ist, zwar Klischees nutzt, diese aber nicht in Schmalz und Kitsch badet, sondern sich mehr in Gesinnung, menschlichen Emotionen und auch Gleichmut bewegt und immer wieder zeigt was lebens- und liebenswert ist, dann macht es Spaß zu gucken, dann ist man gerne dabei. Dann muss es nicht die große Leinwandliebe sein, die allergrößte Romantik, nicht total witzig, dann reicht schon aus, dass es schön ist und alles irgendwie stimmt, auch wenn es die Charaktere noch nicht wissen. Dann kann man an dem teilhaben, was man im "normalen Romantik-Leben" so vielleicht nicht hat. Das ist m. E. die Quintessenz, warum man solche Filme mögen kann.
Und: Dieser Film ist gut gemacht. Die Darsteller sind passend und mir hat vor allem, obwohl ich kein Fan von ihr bin, Sandra Bullock gefallen. Aber vielleicht auch nur deswegen, weil ihre Rolle so angelegt ist, dass es da was zu entdecken gibt, nämlich die schöne Seite, ja und das kann auch dann noch unterhalten, wenn man das alles vorher schon weiß. Hat man sich also vor dem Ansehen auf der richtigen Anspruchsebene eingenordet und vermeidet absurde Vergleiche, sieht man für sich ggf. einen richtig schönen Film.