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Selbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins
 
 
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Selbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins [Gebundene Ausgabe]

Antonio Damasio , Sebastian Vogel
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 3 (13. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886809242
  • ISBN-13: 978-3886809240
  • Originaltitel: Self Comes to Mind - Constructing the Conscious Brain
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 16 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 23.748 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Mit in sorgfältigsten Experimenten herausgerechneten Bildern fördert Antonio Damasio eine Theorie von Denken und Bewusstsein zutage, die auf der Verarbeitung von Bildern im Hirn basiert. Was ihn wiederum mit dem Philosophen Walter Benjamin verbindet, dem als Analphabet jener Fotograf gilt, der seine eigenen Bilder nicht lesen kann.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2011 )

»Der oftmals gegen Neurowissenschaftler gerichtete Vorwurf, sie entzauberten den menschlichen Geist, trifft auf Damasio auf keinen Fall zu. Weder spricht er dem Menschen jede Handlungsfreiheit ab, noch maßt er sich an, alle Rätsel gelöst zu haben: „Das Geheimnis des Bewusstseins ist nach wie vor ein Geheimnis.“« (Die Welt, 02.07.2011 )

»Schlichte Sprache, klare Worte, tolles Buch. Viel zu lernen.« (Stuttgarter Nachrichten, 11.10.2011 )

Kurzbeschreibung

Vom Sein zum Bewusstsein
Eine atemberaubende Reise in die Tiefen des menschlichen Geistes

Antonio Damasio ist einer der bedeutendsten Neurowissenschaftler unserer Zeit, seine Bücher sind internationale Bestseller. In seinem neuesten Werk widmet er sich einer Frage, die Neurologen, Philosophen und Psychologen seit Jahrhunderten rätseln lässt: Wie entsteht Bewusstsein? Mit seiner Antwort erklärt Damasio, wie der Mensch zum selbstbewussten Wesen wurde und dabei Fähigkeiten wie Sprache, Kreativität und Moral entwickelte.

Seit dreißig Jahren erforscht Antonio Damasio, wie der menschliche Geist arbeitet. Aufgrund überraschender wissenschaftlicher Ergebnisse kann er zeigen, dass das menschliche Bewusstsein ein biologischer Prozess ist, der im Gehirn entsteht. Damit widerlegt Damasio die hartnäckige Vorstellung vom menschlichen Geist als etwas Eigenständiges, das vom Körper getrennt betrachtet werden müsse. In seiner Arbeit geht Damasio über die klassischen Wege, den menschlichen Geist zu untersuchen, hinaus: Neben der Verhaltensforschung und den Neurowissenschaften führt er erstmals eine evolutionäre Perspektive ein. Dadurch gelingt es ihm, unser Verständnis von der Entwicklung des menschlichen Geistes entscheidend zu erweitern.


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Meine Seele ist ein verborgenes Orchester; ich weiß nicht, welche Instrumente, Geigen und Harfen, Pauken und Trommeln, es in mir spielen und dröhnen lässt. Ich kenne mich nur als Symphonie."
Diese Worte schrieb der große portugiesische Melancholiker Fernando Pessoa in seinem "Buch der Unruhe". Wohl nicht allein, weil die genetischen Wurzeln Antonio Damasios in Portugal liegen, hat ihn der amerikanische Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie seinem Werk vorangestellt, sondern weil dieser Satz so überaus zutreffend das ganze von ihm behandelte Thema erfasst. Damasio wirft einen Blick hinter die Kulissen. Ihn interessieren gerade die verborgenen "Einzelkämpfer" im Großen und Ganzen, ohne die wir nicht wären, was wir heute sind, weil sie gerade jenes Etwas hervorbringen, das wir so trivial Bewusstsein nennen. Für den Wissenschaftler ist die getrennte Betrachtung der verschiedenen Teile des Bewusstseinspuzzle und deren angemessene Würdigung Grundvoraussetzung für den Versuch, eine umfassende Beschreibung zu formulieren.

Damasio, dessen Bücher "Descartes' Irrtum" oder "Ich fühle, also bin ich" bereits zu Bestsellern avancierten und in über 30 Sprachen übersetzt wurden, nimmt sich mit Verve dieses komplexen und schwer greifbaren Themas an. "Wir alle haben freien Zugang zu unserem Bewusstsein. Es perlt in unserem Kopf so leicht und reichlich, dass wir es ohne jedes Zögern und ohne Besorgnis jeden Abend nach dem Zubettgehen abschalten lassen, und wenn am Morgen der Wecker klingelt, lassen wir es wiederkehren - mindestens 365-mal im Jahr, Nickerchen nicht mitgerechnet. Und doch ist kaum etwas anderes an unserem Dasein so bemerkenswert, grundlegend und scheinbar rätselhaft wie das Bewusstsein." Was erzeugt die unzähligen in unserem Geist aufscheinenden Inhalte? Wer ordnet und bändigt sie? Ist es möglich, die unsichtbaren Fäden aufzuspüren, die diese Inhalte zu jenem bunten, reichen, quirligen Etwas verbinden, das wir Selbst nennen? Warum fühlen wir diese Komposition sogar?

Letztendlich bilden jedoch zwei Fragen das Grundgerüst des vorliegenden Buches. Erstens: Wie baut das Gehirn einen Geist auf? Und zweitens: Wie sorgt das Gehirn in diesem Geist für Bewusstsein? Deren Beantwortung wird - das sei vorab erwähnt - trotz immer weiter fortschreitender Erkenntnisse in der Bewusstseinsforschung - auch Antonio Damasio nicht gelingen. Dennoch gleicht sein "Gang durch ein Minenfeld" keineswegs einem Ausflug auf zu dünnem Eis. Nicht um das starre Behaupten eigener Sichtweisen geht es dem Hirnforscher, sondern "mithilfe der vorhandenen Kenntnisse, so unvollständig und vorläufig sie auch sein mögen, überprüfbare Vermutungen anzustellen und von der Zukunft zu träumen." Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Strukturen im Gehirn des Menschen erforderlich sind und wie es arbeiten muss, damit ein bewusster Geist entstehen kann. Seine Hypothese einer komplexen möglichen Architektur des Gedächtnisses, bei der ein "Gehirnraum" Erlebnisse kartiert und bewusst wahrnehmbare, geistige Bilder produziert, ein anderer hingegen Formeln speichert, nach denen die Gedächtniskarten "retroaktiviert" werden können, erscheint verständlich und nachvollziehbar. Gerade Untersuchungen mit Hirnverletzten/-geschädigten legen die Vermutung nahe, dass eine derartige Dual-Kooperation möglich scheint.

Bei seiner Annäherung an den bewussten Geist misst Damasio vor allem dem Selbst eine besondere Rolle bei. Seiner Überzeugung nach entsteht ein bewusster Geist erst dann, wenn zu grundlegenden geistigen Vorgängen ein Selbst-Prozess hinzukommt. "Taucht in einem Geist kein Selbst auf, ist er auch nicht im eigentlichen Sinn bewusst. In dieser missliche Lage befinden sich Menschen, deren Selbst-Prozess durch traumlosen Schlaf, Anästhesie oder eine Erkrankung des Gehirns außer Kraft gesetzt ist." Nur wie definiert man dieses Selbst? Ist es immer vorhanden, wenn wir bei Bewusstsein sind, oder nicht? Antonio Damasio beantwortet diese Frage mit einem klaren "Ja". Allerdings spürt man es nicht immer. Unstrittig ist für ihn allerdings seine allzeit präsente Fühlbarkeit. Diesen Emotionen und Gefühlen widmet sich der Neurologe gleichfalls in großem Umfang. "Sie sind die emotionsbasierten Signale, die ich als somatische Marker bezeichne."

Damasio versteht es, auf unkonventionelle Art und Weise zu begeistern und trotz seines schwierigen Sujets mitzureißen. Er spannt einen überaus großen Bogen von der Gehirn-Biologie bis hin zur menschlichen Kulturgeschichte. Ein gewisses neurologisches Grundverständnis sollte der Leser allerdings mitbringen. Auch wenn Aufbau und Arbeitsweise unseres "Denkapparates" im Anhang gut erläutert werden, erweist sich der behandelte Stoff als überaus komplex und zuweilen in seiner Terminologie recht fachspezifisch. Allerdings lohnt sich diese Mühe unbedingt. Zu verstehen, wie das Gehirn den "Protagonisten" erzeugt, den wir mit uns herumtragen und als Selbst oder Ich bezeichnen, ist ein überaus spannendes Unterfangen. Und auch wenn man nach der Lektüre - um noch einmal das Eingangszitat von Fernando Pessoa heranzuziehen - immer noch nicht in der Lage ist, jede Nuance von Geigen, Harfen, Pauken und Trommeln auseinanderzuhalten, dem Verständnis einer "Symphonie von Mahler'schen Proportionen", als der unser Geist von Antonio Damasio bezeichnet wird, ist man trotzdem ein klitzekleines bisschen näher gekommen. Und das, ganz ohne den fühlbaren Genuss eingebüßt zu haben.
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kritischer Leser VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Antonio R. Damasio ist Neurowissenschaftler. Sein Thema ist das Gehirn, seine Funktion und die Auswirkungen der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse auf das Menschenbild. Wer ein fundiertes Buch zu diesem Thema sucht, findet es hier. Die rund hundertsechzig enggeschriebenen Anmerkungen im Anhang und ein sehr detailliertes Sachregister unterstreichen auch den wissenschaftlichen Anspruch, dem das Buch genügen soll. Aber vorsicht! Ohne Grundkenntnisse des Aufbaues des menschlichen Gehirns und seiner Funktionen ist es für den Laien teilweise etwas harte Kost.

Hier ein paar Beispiele. (S. 157) "Eine Konvergenz-Divergenz-Zone (CDZ) ist eine Gruppe von Neuronen, in der sich viele Vorwärts-rückwärts-Schleifen treffen. Eine CDZ nimmt vorwärts gerichtete Verknüpfungen von sensorischen Rindenfeldern auf, die in der Signalverarbeitungskette eine frühere Position einnehmen." (S. 178) "Die Selbst-Funktion ist kein allwissender Homunculus, sondern innerhalb des virtuellen Musterprozesses, den wir Geist nennen, das emergente Ergebnis eines weiteren virtuellen Elements: eines erdachten Protagonisten für unsere geistigen Vorgänge." (S. 233) "Der Input aus den Assoziationsfeldern in Scheitel- und Schläfenlappen, Richrinde und Stirnlappen läuft in den PMCs zusammen, ebenso der Input aus dem Cortex cingulatus anterior (einem wichtigen Endpunkt von Axonen aus der Inselrinde), dem Claustrum, dem basalen Vorderhirn, der Amygdala, der prämotorischen Region und den Sehfeldern in den Stirnlappen."

Wer sich davon nicht abschrecken lässt oder den Mut hat, diese Passagen vorerst nur zu überfliegen und mit einem ungefähren Detailverständnis zufrieden ist, für den lohnt sich die Lektüre. Allerdings sollte er das Buch nicht von vorn bis hinten sequentiell lesen. Beginnen sollte er zwar mit dem Teil I (Neuanfang). Dort legt Damasio einige grundlegende Konzepte dar. Er erläutert verständlich, dass die Neuronen die Basis der Geistestätigkeit sind. Und er stellt die These auf (die er später auch begründet), dass alle Wertevorstellungen ihre Basis im sogenannten "biologischen Wert" haben. Ähnlich wie Richard Dawkins (Buch: Das egoistische Gen) sieht Damasio den Zweck des Lebens im individuellen Überleben des Lebewesens und der Weitergabe seiner Erbinformationen in die nächste Generation. Er leitet verständlich her, dass Emotionen und Gefühle Hinweise darauf sind, wie das innere Gleichgewicht des Körpers (physische Homöostase) aussieht.

Dann sollte man einen großen Sprung in das letzte Kapitel 11 (Leben mit Bewusstsein) wagen. Dort bietet Damasio eine Zusammenfassung seiner Erkenntnisse. Er begründet, warum sich Bewusstsein in der Evolution durchsetzen konnte, nämlich als ein bedeutsamer Beitrag zur erfolgreichen Lebenssteuerung. Als wesentliche Eigenschafft nennt er die Fähigkeiten Zukunftsszenarien zu erstellen, automatische Reaktionen mit Blick auf künftige Ereignisse hinauszuzögern und selbst auf Gutes zu verzichten, wenn die Zukunft Besseres verspricht. In weiteren Ausführungen des Kapitels verlässt der das Gebiet der Neurologie und stellt mögliche Konsequenzen für Ethik, Kultur und Zivilisation dar. Auf der letzten Seite (S. 311) schreibt er: "Und worin besteht das wertvollste Geschenk des Bewusstseins an die Menschheit? Vielleicht in der Fähigkeit, auf dem Meer unserer Fantasie in die Zukunft zu reisen und das Schiff namens Selbst in einen sicheren, produktiven Hafen zu lenken."

Jetzt ist man vielleicht besser motiviert zu ergründen, wie Damasio die Entstehung des Selbst und des Bewusstsein erklärt. Und man ist gewillt sich zu erarbeiten wie ein Protoselbst, ein Kern-Selbst und ein autobiographisches Selbst (Abb. 8.1; S. 194) entsteht und welche Funktionen dadurch bewältigt werden. Übrigens: Das Wort Seele kommt in dem Buch nicht vor. Sie existiert auch für Damasio - wie für viele andere Neurowissenschaftler - nicht. Gläubige Menschen werden daher vielleicht von Damasions Erkenntnissen und Folgerungen enttäuscht sein. Denn Religionen sind für ihn auch nur das Ergebnis der Evolution, die der Lebensbewältigung helfen sollen.
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53 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Seine bisherigen Bücher machten den amerikanischen Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie zu einer Art Popstar der Gehirnforschung. Das ist auch deshalb erstaunlich, weil seine Berichte aus dem kompliziertesten aller Netzwerke gar nicht so einfach zu verstehen sind. Zumindest wenn man wenig über den Aufbau und einige Besonderheiten des Gehirns weiß. Aber die Werke von Damasio wurden wohl auch deshalb in über 30 Sprachen übersetzt, weil er zu den ersten Neurologen gehört, die Laien die wundersame Welt der Gefühle näher brachte.

Von Gefühlen ist natürlich auch in seinem neusten Buch die Rede, dessen Originaltitel "Self Comes to Mind. Constructing the Conscious Brain" ziemlich unglücklich mit "Selbst ist der Mensch. Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins" übersetzt wurde. Unglücklich, weil viele Beweisführung und Modelle von Antonio Damasio auf der Annahme beruhen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das nur in der Gruppe überlebte. Damasio definiert denn auch gleich zu Beginn seines Buches das Selbst-als-Objekt "als dynamische Ansammlung integrierter neuronaler Prozesse, die sich auf die Repräsentation des lebenden Körpers konzentrieren und in einer dynamischen Ansammlung integrierter geistige Prozesse ihren Ausdruck findet." Wem diese Sprache zu kompliziert ist, wird auch auf den folgenden 300 Seiten Schwierigkeiten haben. Denn Damasio legt ein wissenschaftliches Buch vor, das längst nicht so elegant geschrieben ist, wie es die Kritiken auf der Rückseite des Covers vermuten lassen.

Ein Leser ohne großes Vorwissen kann auch mit dem Anhang beginnen, in dem der Autor auf 20 Seiten den Aufbau des Gehirns erstaunlich anschaulich erklärt. Oder er greift zuerst zu einem populärwissenschaftlichen Buch, das Laien in die Geheimnisse der Hirnforschung einweiht. So vorbereitet könnte er bestimmt nachvollziehen, warum Antonio Damasio darauf besteht, Emotionen und Gefühle klar zu unterscheiden. Und mit den wichtigsten Begriffen bereits vertraut, würde er schnell mit den Metaphern Freundschaft schließen, die Damasio verwendet, wenn er die Entwicklung des Geistes in Worte zu fassen versucht. Hat man einmal verstanden, wie neuronale Karten und Bilder entstehen, wird auch die Architektur für das Gedächtnis vorstellbarer.

Hätte das Buch ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen, könnte man Sinnlücken leichter schließen. Zwar gibt sich Damasio größte Mühe, Fachausdrücke klar zu definieren, überschätzt aber das Faktengedächtnis, auf dessen begrenzte Verarbeitungskapazität er ironischerweise ebenfalls zu sprechen kommt. Trotz Vorwissen habe ich mir ein eigenes Glossar erstellt, um nicht dauernd im Register nachschlagen zu müssen, wo ein verwendeter Begriff bereits vorkommt.

Da es in diesem Buch primär um das menschliche Bewusstsein geht, ist auch vom autobiographischen Selbst, vom Unbewussten und von Schäden die Rede, die das Selbst beeinflussen. Und vom bewussten Willen, über den sich Antonio Damasio leider nur eine Seite lang äußert. Persönlich betroffen haben mich Damasios Ausführungen über die seltsame Situation von Kindern ohne Grosshirnrinde, da man auch bei meiner verstorbenen Tochter "Pachygyrie" diagnostizierte. Gefreut hat mich hingegen, dass Antonio Damasio die meisten meiner Annahmen bestätigt, auf denen die Modelle beruhen, die ich in meiner beruflichen Tätigkeit verwende.

Mein Fazit: Wenn ich das neuste Buch von Antonio Damasio mit fünf Sternen bewerte, bedeutet dies keineswegs, die gut 300 Seiten seien leichte Lesekost. Mit meiner Einschätzung möchte ich eher ausdrücken, dass der Autor Wesentliches zur Entstehung des Bewusstseins zu sagen hat, den aktuellen Forschungsstand wiedergibt, Spekulationen vermeidet, offene Fragen benennt und ein wissenschaftliches Buch verfasste, das auch interessierten Laien mit etwas Vorwissen verstehen können. Und wenn die Lektüre jemanden dazu ermuntert, weitere Bücher über das menschliche Gehirn zu lesen, hat sich der Kauf ebenfalls gelohnt. Schließlich lernt man bei dieser Beschäftigung auch viel über seine eigenen Verhaltensmuster und Persönlichkeitsmerkmale.
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