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Selbst im Spiegel: Die soziale Konstruktion von Subjektivität [Kindle Edition]

Wolfgang Prinz , Jürgen Schröder
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Bild des offenen Geistes, wie Prinz es zeichnet, hat ( ) nicht nur Folgen für unser Selbstverständnis, sondern auch für die Forschung: Die Kognitionswissenschaft sollte sich auf Geister in Interaktion konzentrieren, statt die Versuchspersonen allein vor ihre Monitore zu setzen."
Manuela Lenzen Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurzbeschreibung

Wie ist der menschliche Geist aufgebaut? Wie entsteht Subjektivität? Wie funktioniert Denken? Und was hat es mit dem ominösen freien Willen auf sich? Fragen wie diese beschäftigen seit jeher die Philosophie, aber auch die Psychologie. Wolfgang Prinz, einer der herausragenden Vertreter dieses Fachs, legt nun mit »Selbst im Spiegel« eine Theorie des Geistes vor, die den traditionellen kognitionspsychologischen Rahmen maßgeblich erweitert und zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Philosophie, zu den Neurowissenschaften und zu den Sozialwissenschaften bietet.

Kraftzentrum des Buches ist die These, dass der individuelle menschliche Geist ein radikal offenes System ist, das keineswegs »fertig« auf die Welt kommt. Seine Architektur und seine zentralen Funktionen müssen erst geschaffen und geformt werden – und zwar von ihm selbst in Interaktion mit anderen geistbegabten Wesen. Prinz zeigt, wie angeborene Repräsentationsmechanismen und soziale Praktiken – Spiegelsysteme und Spiegelspiele – zusammen ein mächtiges Instrument bilden: zur Abstimmung einzelner geistbegabter Wesen aufeinander, aber auch zur Gestaltung des eigenen Geistes nach dem Vorbild anderer.
Erst im Spiegel der anderen sehen und verstehen wir, was Denken und Handeln ist. Erst nachdem wir Subjektivität bei anderen entdeckt haben, schreiben wir sie uns selbst zu. Sie ist ein soziales Artefakt – ebenso wie der freie Wille und andere Überzeugungen über den menschlichen Geist. Dass sie gleichwohl keine Illusionen sind, sondern ebenso real wie Naturtatsachen, ist eine der Pointen dieser bahnbrechenden Untersuchung.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1582 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 502 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (11. März 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00BJ3KW3C
  • X-Ray:
  • Word Wise: Nicht aktiviert
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #193.658 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehnstuhl-Psychologie im guten Sinne 25. September 2013
Von Openuser
Format:Gebundene Ausgabe
Wolfgang Prinz hat Psychologie, Philosophie und Zoologie studiert. Das merkt man dem Buch sofort an. Wenn Prinz schreibt, das Gehirn und der Geist einen besonderen Beitrag zur evolutionären Fitness leisten", erinnert mich das an die Evolutionäre Erkenntnistheorie. Wenn Prinz über das Rätsel der Subjektivität" schreibt, über Intentionalität, Qualia, Willensfreiheit, dann könnte einiges davon auch in einem Buch über die Philosophie des Geistes stehen. Auf die Hirnforschung verzichtet Prinz weitestgehend. Auf die Entdeckung der Spiegelneurone wird in einer Fußnote hingewiesen. Am Temporal- und Frontallappen kommt auch Prinz nicht vorbei, die bunten Bilder aus der der Tomographie werden natürlich auch einbezogen, aber das alles scheint für Prinz nicht übermäßig wichtig zu sein. Prinz zeigt sich in diesem Buch als Lehnstuhl-Psychologe. Aber genau das fasziniert.
Prinz hat, wie er selber schreibt, seine Gedanken für dieses Buch über 2 Jahrzehnte hinweg aus Gesprächen mit Kognitionswissenschaftlern entwickelt. Und dann am Manuskript über ein Jahrzehnt gearbeitet. Meine Befürchtung, dem Niveau des Werkes nicht folgen zu können, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Man muss es konzentriert lesen, etwas Vorwissen darf vorhanden sein, aber es liest sich dann doch ganz gut. Auch wenn der Text ins deutsche übersetzt wurde (zuverlässig wie immer von Jürgen Schröter).
Prinz weist auch selber darauf hin, dass die meisten seiner Kollegen eher verständnislos auf seine Vorstellungen reagiert haben.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dem Selbst kann man sich auch denkend nähern 1. Mai 2013
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Was der menschliche Geist ist und wie Denken funktioniert beschäftigt natürlich nicht nur die Philosophen und Psychologen. Aber nur wenige nähern sich dem, was wir „Selbst“ nennen, so spannend wie Wolfgang Prinz. Allerdings wird der Leser nicht durch ein rasantes Geschehen mitgerissen, sondern durch die faszinierenden Gedankengänge des emeritierten Direktors am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Obwohl in der Abteilung Experimentelle Psychologie Hirnscanner stehen, setzt Wolfgang Prinz mehr auf kluge psychologische Fragestellungen als auf Computerbilder. Denn er glaubt, dass Hirnscans wenig hergeben, um der Willensfreiheit und geistigen Prozessen auf die Spur zu kommen. In einem Interview in der Zeit meinte der Autor, die kognitive Forschung müsse herausfinden, wie Hirne intentionale Zustände ausbilden und Bezüge zur Welt herstellen. Die Idee, dass die Hirnforschung menschliches Verhalten und Erleben erklären könne, hält Wolfgang Prinz für verfehlt. Trotzdem baut auch er auf neue hilfreiche Untersuchungsmethoden, ohne diese unkritisch zu glorifizieren.

Nach einem ebenso erhellenden wie überraschendem Prolog steigt Wolfgang Prinz mit dem Kapitel „Geistbegabte Wesen“ in die Materie ein. Und nachdem er die beiden Gesichter des Geistes erläuterte, nähert er sich der Subjektivität und beginnt mit der Suche nach der Wirklichkeit. Das zweite Kapitel wird von der bekannten Spiegelmetapher beherrscht, die Wolfgang Prinz jedoch neu deutet und so überraschende Zusammenhänge aufzeigt.

Im dritten Kapitel „Volition“ geht es um die Willensfreiheit und damit auch um Handlungssteuerung.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der freie Wille konstruiert sich im Handeln 3. Juli 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Als 2006 elf führende Neurowissenschaftler in der Zeitschrift "Gehirn und Geist" ihre Leitthesen zum menschlichen Bewußtsein, mithin zu philosophischen Kernbegriffen wie Ich, Persönlichkeit und freiem Willen verfaßten, nannten sie diesen Beitrag in revolutionärem Gestus bewußt "Das Manifest", da dank neuer Methoden der bildgebenden Verfahren zur Hirnphysiologie fortan klar sein müsse, daß der für das Menschenbild das Abendlandes von Platon bis Descartes kennzeichnende Leib-Seele-Dualismus ausgespielt hätte: Stattdessen wäre alles reduktionistisch-naturalistisch anzuschauen; und was der Mensch sich an freiem Willens einbilde, seien Akte reiner Kausalität – mit all den harten Konsequenzen im ethischen und rechtsphilosophischen Bereich. Es sollte so aussehen, als hätten die Hirnmediziner nach der kopernikanischen, darwinistischen und freudianischen Kränkung jetzt die vierte, alles entscheidende zu bieten – passend zur Profanisierung von Gesellschaft und Politik. Julien de La Mettrie und der Laplacesche Dämon als Gewinner in einem wichtigen Streit. Zu dieser Position hatte die Philosophie allerdings längst viele Fußnoten hinterlassen und neue anzufügen: John R. Searle, Franz von Kutschera, Thomas Nagel, Günter Schulte seien genannt, Thomas Metzinger mit seiner Vorstellung des Ichs als Selbstmodell des Gehirns unterstrichen, auf den Epiphänomenalismus wenigstens verwiesen.
Jetzt Wolfgang Prinz: Die bislang mit den reduktionistischen oder dualistischen Modellen des Selbst eng zusammenhängende Frage nach der Willensfreiheit sieht er nicht als reine Naturtatsache an, sondern stellt das Erleben dessen in den Zusammenhang mit dem sozialen Sein des Menschen.
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