In diesem dritten Buch über den Mannheimer Privatdetektiv Selb wird deutlich, dass es sich um eine Trilogie handelt und somit ein Abschluss der Thematik Selb erreicht ist.
Selbs Alter wird in dem Roman nie genau genannt (er wird von einem Gesprächspartner „alter Kacker" geschimpft), aber er müsste so um die 70 sein. Aufträge erhält er nicht mehr viele und gesundheitlich geht es ihm schlecht. Somit wird sein letzter Fall, den er zufällig erhält, als er einem Autofahrer bei einer Panne behilflich sein kann, zunächst eher beiläufig erzählt. Er soll eine kleine Nachforschung für eine Schwetzinger Privatbank erledigen. Allerdings fallen ihm bei seinen Nachforschungen einige Merkwürdigkeiten auf, sodass er immer tiefer in die Geschichte eintaucht und dabei aufregende Details herausfindet, die sich im Bereich deutsche Wiedervereinigung, Russenmafia und Ossi-Abzocke bewegen. Irgendwann übersteigt Selbs persönliches Interesse den ursprünglichen Auftrag und die Dinge gewinnen eine eigene Dynamik.
Da ich lange Zeit in Mannheim gewohnt und gearbeitet habe, gefällt mir an dem Buch zunächst einmal der große Wiedererkennungswert in der Beschreibung der Stadt. Weiterhin habe ich die beiden ersten Selb-Bücher gelesen und fand sie gut und drittens ist Schlinks Prosa in ihrer knappen, aber treffenden Form sehr lesenswert.
Nicht gefallen hat mir an dem Buch, dass die Krimihandlung, die furios und spannend startet, etwa zur Hälfte des Werkes doch deutliche Längen aufweist und ein leichtes Gähnen des Lesers nicht verhindern kann.