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Selbs Justiz
 
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Selbs Justiz [Taschenbuch]

Bernhard Schlink , Walter Popp
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Amazon.de-Hörbuchrezension

Acht Stunden nichts als die Stimme eines Ich-Erzählers. Acht Stunden Hans Korte. Hält man das aus? Man hält es sehr gut aus. Das sanft raue Organ entspricht genau der Figur des Privatdetektivs Gerhard Selb. Der Sprecher ist Jahrgang 1929 und damit nur unwesentlich älter als der Held, der im Roman 68 Jahre zählt. Kortes Stimme stellt mühelos einen älteren, noch sehr vitalen Mann vor uns hin, dem man auch die geschilderten Liebesverwicklungen ohne weiteres abnimmt.

Beeindruckend, wie Korte Ironien gelingen: mit einem unterlegten Lachen, so kunstvoll kunstlos, dass es eine Freude ist. Auch die Charakterisierungen von rund einem Dutzend Nebenfiguren bewältigt der bekannte Fernsehschauspieler bravourös mittels winziger Nuancierungen, Schlinks dialogstarke Prosa wird zum Hör-Erlebnis.

Der Krimi zeigt die Welt der Bundesrepublik südlich des Mains in den satten Jahren vor 1989. Die einst jungen, ehrgeizigen Nazis, die in den 40er Jahren Verbrechen begangen und später mitgeholfen haben, Deutschmark-Land aufzubauen, stehen damals am Ende ihres Berufslebens und fürchten die Leichen im Keller. Von der Entdeckung solcher Leichen handelt der Roman, lehrreich, detailgenau und, was den Alltag an Rhein und Neckar angeht, sarkastisch und humorvoll.

Ungekürzte Lesung des Romans, Gesamtspieldauer 487 Minuten, 7 CD, sehr knapp gehaltenes Booklet.

--Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Mit Bernhard Schlink und Walter Popp ist ein äußerst vielversprechendes deutsches Autorenduo hervorgetreten, das im Bereich des gut geschriebenen und gesellschaftskritischen Kriminalromans neue Akzente setzt. Ein Buch, das größtes Lesevergnügen verspricht." (Volksstimme, Wien)
"Selb hat alle Anlagen, den großen englischen, amerikanischen und französischen Detektiven, von Philip Marlowe bis zu Maigret, Paroli zu bieten, auf seine ganz spezielle, deutsche, selbsche Art." (Wochenpresse, Wien)

"Selb hat alle Anlagen, den großen englischen, amerikanischen und französischen Detektiven, von Philip Marlowe bis zu Maigret, Paroli zu bieten, auf seine ganz spezielle, deutsche, Selbsche Art." (Wochenpresse)

"Man darf mit Recht gespannt sein auf die angekündigten weiteren Ermittlungen Selbs." (Mannheimer Morgen)

Kurzbeschreibung

Privatdetektiv Gerhard Selb, 68, wird von einem Chemiekonzern beauftragt, einem "Hacker" das Handwerk zu legen, der das werkseigene Computersystem durcheinanderbringt. Bei der Lösung des Falles wird er mit seiner eigenen Vergangenheit alsjunger, schneidiger Nazi-Staatsanwalt konfrontiert und findet für die Ahndung zweier Morde, deren argloses Werkzeug er war, eine eigenwillige Lösung."Mit Bernhard Schlink und Walter Popp ist ein äußerst vielversprechendes deutsches Autorenduo hervorgetreten, das im Bereich des gut geschriebenen und gesellschaftskritischen Kriminalromans neue Akzente setzt. Ein Buch, das größtes Lesevergnügen verspricht." (Volksstimme, Wien)
"Selb hat alle Anlagen, den großen englischen, amerikanischen und französischen Detektiven, von Philip Marlowe bis zu Maigret, Paroli zu bieten, auf seine ganz spezielle, deutsche, selbsche Art." (Wochenpresse, Wien)
"Selb hat alle Anlagen, den großen englischen, amerikanischen und französischen Detektiven, von Philip Marlowe bis zu Maigret, Paroli zu bieten, auf seine ganz spezielle, deutsche, Selbsche Art." (Wochenpresse)
"Man darf mit Recht gespannt sein auf die angekündigten weiteren Ermittlungen Selbs."(Mannheimer Morgen)
Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, lebt als Jurist in Bonn und Berlin. Sein dritter Roman "Der Vorleser" (1997) wurde zu einem anerkannten und viel gelobten Welterfolg.

Autorenportrait

Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, lebt als Jurist in Bonn und Berlin. Sein dritter Roman "Der Vorleser" (1997) wurde zu einem anerkannten und viel gelobten Welterfolg.

Auszug

Korten läßt bitten

Am Anfang habe ich ihn beneidet. Das war auf der Schule, auf dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin. Ich trug Vaters Anzüge auf, hatte keine Freunde und kam nicht am Reck hoch. Er war Klassenbester, auch in Leibesübungen, wurde zu jedem Geburtstag eingeladen, und wenn die Lehrer >Sie<zu ihm sagten, meinten sie es. Manchmal holte ihn der Chauffeur seines Vaters mit dem Mercedes ab. Mein Vater war bei der Reichsbahn und 1934 gerade von Karlsruhe nach Berlin versetzt worden.

Korten kann Ineffizienz nicht leiden. Er brachte mir Felgaufschwung und -umschwung bei. Ich bewunderte ihn. Er zeigte mir auch, wie man's mit den Mädchen macht. Ich lief neben der Kleinen, die einen Stock tiefer wohnte und gegenüber vom Friedrich-Wilhelm ins >Luisen< ging, blöde her und himmelte sie an. Korten küßte sie im Kino.

Wir sind Freunde geworden, haben zusammen studiert, er Nationalökonomie und ich Jura, und in der Villa am Wannsee ging ich ein und aus. Als seine Schwester Klara und ich heirateten, war er Trauzeuge und schenkte mir den Schreibtisch, der heute noch in meinem Büro steht, schwere Eiche mit Schnitzwerk und Messingknäufen.

Ich arbeite heute selten dran. Mein Beruf hält mich auf Trab, und wenn ich abends noch kurz ins Büro schaue, türmen sich auf dem Schreibtisch keine Akten. Nur der Anrufbeantworter wartet und teilt mir im kleinen Fenster die... .

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