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Selbs Justiz [Taschenbuch]

Bernhard Schlink , Walter Popp
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (36 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1987
Privatdetektiv Gerhard Selb, 68, wird von einem Chemiekonzern beauftragt, einem ›Hacker‹ das Handwerk zu legen, der das werkseigene Computersystem durcheinanderbringt. Bei der Lösung des Falles wird er mit seiner eigenen Vergangenheit als junger, schneidiger Nazi-Anwalt konfrontiert und findet für die Ahndung zweier Morde, deren argloses Werkzeug er war, eine eigenwillige Lösung.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Diogenes (1987)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257215436
  • ISBN-13: 978-3257215434
  • Größe und/oder Gewicht: 18,3 x 11,3 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (36 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 118.138 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Acht Stunden nichts als die Stimme eines Ich-Erzählers. Acht Stunden Hans Korte. Hält man das aus? Man hält es sehr gut aus. Das sanft raue Organ entspricht genau der Figur des Privatdetektivs Gerhard Selb. Der Sprecher ist Jahrgang 1929 und damit nur unwesentlich älter als der Held, der im Roman 68 Jahre zählt. Kortes Stimme stellt mühelos einen älteren, noch sehr vitalen Mann vor uns hin, dem man auch die geschilderten Liebesverwicklungen ohne weiteres abnimmt.

Beeindruckend, wie Korte Ironien gelingen: mit einem unterlegten Lachen, so kunstvoll kunstlos, dass es eine Freude ist. Auch die Charakterisierungen von rund einem Dutzend Nebenfiguren bewältigt der bekannte Fernsehschauspieler bravourös mittels winziger Nuancierungen, Schlinks dialogstarke Prosa wird zum Hör-Erlebnis.

Der Krimi zeigt die Welt der Bundesrepublik südlich des Mains in den satten Jahren vor 1989. Die einst jungen, ehrgeizigen Nazis, die in den 40er Jahren Verbrechen begangen und später mitgeholfen haben, Deutschmark-Land aufzubauen, stehen damals am Ende ihres Berufslebens und fürchten die Leichen im Keller. Von der Entdeckung solcher Leichen handelt der Roman, lehrreich, detailgenau und, was den Alltag an Rhein und Neckar angeht, sarkastisch und humorvoll.

Ungekürzte Lesung des Romans, Gesamtspieldauer 487 Minuten, 7 CD, sehr knapp gehaltenes Booklet.

--Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

"Bernhard Schlink wird 1944 in Bielefeld geboren und wächst in Heidelberg auf. Nach dem Abitur studiert er Jura, promoviert über die 'Abwägung' und schreibt beim späteren Verfassungsrichter Böckenförde seine Habilitation über die 'Amtshilfe'. Seine erste Professur für Verfassungs- und Verwaltungsrecht führt ihn nach Bonn. 1990 erhält er einen Ruf als Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an die Humboldt-Universität Berlin, wo er noch immer tätig ist. 1987 tritt er erstmals als Schriftsteller hervor, mit dem Krimi 'Selbs Justiz', der 1991 unter dem Titel 'Der Tod kam als Freund' von Nico Hoffmann für das ZDF verfilmt wurde. Weitere Krimis schließen sich an: 'Die gordische Schleife', für die er den Krimipreis 'Glauser' erhält, und 'Selbs Betrug'. 1995 erscheint der Weltbestseller 'Der Vorleser'."

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen begnadeter Erzähler 22. Oktober 2006
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Schlinks (und Popps - der Einfachheit halber beschränke ich mich auf den ersten) Ermittler muss ja Mitte der 80er (als das Buch erschien) mindestens Ende 60 sein, damit die Geschichte plausibel wird, dass er im ersten Drittel der 40er Jahre als Nazi-Staatsanwalt das Todesurteil für zwei leitende Mitarbeiter eines Chemiewerkes betreiben konnte. Nun stellt er in diesem Fall 40 Jahre später fest, dass der damalige Prozess von einem dritten Mitarbeiter der Angeklagten, ausgerechnet seinem Schwager, aus Karrieregründen manipuliert wurde und er selber als Werkzeug für die Erlangung des Todesurteils missbraucht.

Für meinen Geschmack ist die Geschichte in allen Details ein wenig zu konstruiert und insbesondere im theatralischen Finale weit überzogen, wenn auch der Ansatz für die Konstruktion sehr intelligent ist.

Auch der Fortgang der Handlungsstränge scheint teils ziemlich an den Haaren herbeigezogen, weil von absurden Zufällen gesteuert.

Es ist zudem schwer nachzuvollziehen, wie der 68jährige Selb Wein flaschenweise trinken und danach noch nächtliche Actionszenerien durchlaufen oder in den Rhein springen kann, um seinen Verfolgern zu entkommen, wie er Wiener Schlägertypen so brutal ins Kreuzverhör nehmen kann, dass diese auspacken und wieso laufend halb so alte Frauen an ihm interessiert sind. Hie rhat Schlink wohl die Freuden des Alters ein wenig arg überschätzt.

Auch macht der Ermittler, weil ihn der Fall betrifft, ständig Spesen, ohne dass jemand dafür aufkommt - eine ehrenwerte, aber nicht unbedingt realistische Annahme.

Wenn man von diesen Mängeln abstrahiert, ist dies dennoch einer der bemerkenswerten Bände der SZ-Reihe.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligent und spannend 25. Juni 2005
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Chemiewerk der RCW beherrscht Ludwigshafen, und das Werk wird beherrscht von Korten, der nach dem zweiten Weltkrieg eine kometenhafte Karriere im Betrieb absolvierte. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist ein dubioser Prozeß, der während der Nazizeit gegen drei Forschungsmitarbeiter geführt wurde, darunter ein jüdischer Zwangsarbeiter. Staatsanwalt in diesem Prozeß war Gerhard Selb, Schwager von Korten, und inzwischen Privatdetektiv, der seine unrühmliche Vergangenheit bewältigt zu haben scheint.
Als merkwürdige Computerprobleme auftauchen, etwa sämtliche Sekretärinnen plötzlich 500 DM mehr Gehalt bekommen oder alle Konten gelöscht werden, die mit der Zahl "13" beginnen, ruft Korten seinen Schwager zur Hilfe. Relativ rasch findet Selb den vermeintlichen Täter. Ohne viel Aufsehen wird das Problem beseitigt. Nachdem Selb aus seinem anschließenden Urlaub zurückkehrt, muß er feststellen, daß das Problem doch recht gründlich beseitigt wurde ...
Schlink und Popp haben mit Gerhard Selb keinen Antihelden kreiert, sondern einen reflektierenden, gewissenhaften, recht hedonistischen Spätsechziger, der sich so seine Gedanken macht, mit offenen Augen durch die Welt geht und sich - letztlich - nicht instrumentalisieren läßt, weil das während der Nazizeit bereits im Übermaß geschehen ist. Selb wirkt sympathisch-distanziert, aber nicht überzogen selbstbewußt; es macht einfach Spaß, ihm nicht nur bei der Arbeit zuzusehen, sondern auch bei seiner Art, mit Menschen umzugehen, zu flirten, zu essen, Musik zu hören oder seinen Kater "Turbo" zu verwöhnen.
Spannende, intelligente und vortrefflich erzählte Lektüre. Die Nachfolger "Selbs Betrug" und "Selbs Mord", die Schlink dann alleine verfaßt hat, liegen schon bereit.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur die Atmosphäre stimmt 30. Dezember 2005
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Nun werde ich zwar immer misstrauisch, wenn man mir einen "Krimi mit Anspruch" anbietet, denn in den meisten Fällen leidet darunter entweder der Krimi oder der Anspruch (oder beide), aber Schlink gelingt hier -- zusammen mit Walter Popp -- genau das, was ihm im "Vorleser" noch gründlich danebenging: Die Reflexion über die jüngste deutsche Geschichte.
Der immerhin schon 68jährige Privatdetektiv Gerhard Selb lässt sich auch von Rheuma und ähnlichen altersgemäßen Gebrechen nicht davon abhalten, seinen Beruf ernstzunehmen. Während er nun im Auftrag eines großen Chemiekonzerns nach einem Hacker fahndet, der im firmeninternen, streng abgeschirmten digitalen Netz allerlei Schabernack treibt, wird er immer intensiver mit seiner eigenen Vergangenheit als ehrgeiziger junger Staatsanwalt im Dritten Reich konfrontiert.
Was hier, in einem Satz zusammengefasst, gar zu konstruiert wirkt, entwickelt sich in der Romanhandlung ganz kontinuierlich, eins kommt zum andern. Die Spannung steigt allmählich aber stetig. Schließlich bestimmt Selb das Tempo, und der ist nicht mehr der Jüngste.
Dieser Krimi lebt jedoch nicht nur von seinem wichtigsten Handlungsstrang. Im Gegensatz zu vielen anderen zeitgenössischen Krimis mit starkem Lokalkolorit spielt hier das Milieu eine entscheidende Rolle, wird nicht zur schicken Zutat degradiert. Schlink und Popp kennen den Großraum Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg, keine Frage. Sie kennen ihn so gut, dass sie nicht nur mit wenigen Andeutungen eine dichte Atmosphäre schaffen, wie sie für diese Region charakteristisch ist; sie kennen auch die Mentalität.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Lesenswert
Ein gutes Buch mit viel Geschichte!!!!und trotzdem spannend wie ein Krimi.....
Anfänglich etwas betulich, aber man sollte unbedingt weiterlesen....lohnt sich!!!
Vor 7 Monaten von Renate Lingenau veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Einschalten und abtauchen
Das Hörbuch ist ein Genuss. Hans ist Korte ist ein begnadeter "Vorleser". Ihm gelingt es mühelos, der klaren schnörkellosen Erzählform des Autors, mit seiner... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Bert Buzzi veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen gut und spannend geschrieben
Also, sprachlich könnten Bernhard Schlink und Walter Popp als deutscher Dürrenmatt durchgehen! Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Miss Waikiki veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wer Mannheim mag, sollte Selb lesen...
Wer Mannheim mag, sollte Selb lesen...aber auch ohne diese manchmal etwas öde Stadt zu mögen, ist doch jener Privatdetektiv im Rentenalter, den uns die Herren Schlink... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Ellerus veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein unaufgeregter Krimi
Dieses Buch hat mir gut gefallen. Es erzählt leise ohne Effekthascherei, es ist nicht blutrünstig sondern setzt mehr auf "Grips". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. August 2011 von Amazon Customer
5.0 von 5 Sternen einfach gut erzählter Krimi
Nachdem mich "Der Vorleser", "Liebesfluchten", "Sommerlügen" und "Das Wochenende" gefesselt haben, hat Schlink (er ist einfach ein begnadeter Erzähler) dies nun auch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. August 2011 von gigi
4.0 von 5 Sternen Die Stimme macht das Hörbuch aus....
Die Rezension bezieht sich ausdrücklich auf das Hörbuch mit dem Sprecher Hans Korte!
Durch Freunde kam ich auch die Selbs Trilogie, von denen ich mit "Selbs... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Juni 2011 von Nocure
4.0 von 5 Sternen Kriminalliteratur um Schuld, Vertuschung und Sühne /...
Erstklassige Kriminalliteratur und Unterhaltung garantiert das Diogenes Hörbuch SELBS JUSTIZ von Bernhard Schlink, denn es vermengt gekonnt die Atmosphäre eines... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. März 2011 von Thorsten Wiedau
4.0 von 5 Sternen Eins ist keins
Viele Merkmale aus anderen Werken von Bernhard Schlink finden sich in diesem Buch wieder: Da sind zum einen die präzisen Charakterisierungen anderer Menschen, die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. August 2009 von Ben
4.0 von 5 Sternen komplex, raffiniert und spannend
Walter Popp und Bernhard Schlink schufen mit dem eigenbrötlerischen und schrulligen Privatdetektiv Gerhard Selb eine Figur, die durchaus das Zeug dazu hat, Marlowe und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Januar 2009 von Wolfgang Gonsch
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