Pressestimmen
"Schlink ist einer der Autoren, die auf magische Weise Stimmungen und Atmosphäre schaffen. Dabei sind seine Sätze auf das notwendigste entschlackt, ohne karg zu werden. Die Abfolge von schneller und langsamer Handlung, kurzen und langen Kapiteln macht den Rhythmus der Geschichte perfekt." (StadtRevue)
Kurzbeschreibung
Spannender Krimi, der von der Jury des Bochumer Krimi Archivs mit dem Deutschen Krimi Preis 1993 ausgezeichnet wurde."Ein intelligenter, sympathischer, guter Krimi."(Zürichsee-Zeitung)
"Schlink ist einer der Autoren, die auf magische Weise Stimmungen und Atmosphäre schaffen. Dabei sind seine Sätze auf das notwendigste entschlackt, ohne karg zu werden. Die Abfolge von schneller und langsamer Handlung, kurzen und langen Kapiteln macht den Rhythmus der Geschichte perfekt."(StadtRevue)
Bernhard Schlink, geboren 1944 bei Bielefeld, lebt als Jurist in Bonn und Berlin. Sein dritter Roman "Der Vorleser" (1997) wurde zu einem anerkannten und viel gelobten Welterfolg.
Klappentext
Selb lebt in Mannheim. Er hat eine Vergangenheit als Nazi-Staatsanwalt, eine Gegenwart als Privatdetektiv und weiß nicht, ob er mit fast 70 noch eine Zukunft hat. Er raucht. Er hat eine Freundin, Brigitte, drei Freunde - Eberhard, Philipp und Hauptkommissar Nägelsbach - und Kater Turbo. Er spielt Schach. Aber er löst seine Fälle nicht wie Schachprobleme. Er verstrickt sich in sie, und die Wahrheit, die er herausfindet, ist stets auch eine Wahrheit über ihn selbst.
"Ebenso wie Selbs Justiz und der 1988 erschienene Band Die gordische Schleife bietet Selbs Betrug höchstes Lesevergnügen. Die Figur des Gerhard Selb kann gut und gerne in einem Atemzug mit Krimi-Detektiven wie Maj Sjöwalls und Per Wahlöös schwedischen Ermittlern um Martin Beck, mit Manuel V zquez Montalb ns Katalane Pepe Carvalho und mit Jakob Arjounis DeutschTürke Kemal Kayankaya genannt werden." Thorsten Langscheid / Mannheimer Morgen
"Es gibt wenige deutsche Krimiautoren, die so raffinierte und sarkastische Plots schreiben wie Schlink und ein so präzises, unangestrengt pointenreiches Deutsch." Frankfurter Rundschau
"Selb hat alle Anlagen, den großen englischen, amerikanischen und französischen Detektiven, von Philip Marlowe bis zu Maigret, Paroli zu bieten - auf seine ganz spezielle, deutsche, selbsche Art." Wochenpresse, Wien Deutscher Krimi-Preis 1993
Autorenportrait
Auszug
Sie erinnerte mich an die Tochter, die ich mir manchmal gewünscht habe. Wache Augen, ein Mund, der gerne lacht, hohe Wangen und volle braune Locken bis auf die Schultern. Ob sie klein war oder groß, dick oder dünn, krumm oder gerade, zeigte das Photo nicht. Es war nur ein Paßbild.
Ihr Vater hatte mich angerufen, Ministerialdirigent Salger aus Bonn. Seit Monaten sei die Familie ohne Nachrichten von Leonore. Man habe zuerst einfach gewartet, dann bei Freunden herumtelephoniert, schließlich die Polizei benachrichtigt. Nichts. »Leo ist ein selbständiges Mädchen und geht ihrer Wege. Aber Kontakt hat sie immer gehalten, Besuche und Anrufe. Zuletzt haben wir noch gehofft, daß sie zu Semesterbeginn wieder auftaucht. Sie studiert Französisch und Englisch am Heidelberger Dolmetscherinstitut. Nun, das Semester hat vor zwei Wochen angefangen.«
»Ihre Tochter hat sich bei der Universität nicht wieder eingeschrieben?« Er antwortete gereizt: »Herr Selb, ich wende mich an einen privaten Ermittler, damit er ermittelt und nicht ich. Ich weiß nicht, ob Leo sich wieder eingeschrieben hat.«
Ich erklärte ihm geduldig, daß in der Bundesrepublik Deutschland jährlich Tausende als vermißt gemeldet werden und daß die meisten freiwillig unter- und auch wieder auftauchen. Sie wollen mit den besorgten Eltern, Gatten und Geliebten, die sie als vermißt melden, einfach eine Weile nichts ... .