"Selbs Betrug" (detebe 22706 - deutsche Erstausgabe 1992) ist nach "Selbs Justiz" (detebe 21543 - deutsche Erstausgabe 1987) das zweite Buch Bernhard Schlinks mit dem Mannheimer Privatdetektiv Gerhard Selb. Es wurde mit dem Deutschen Krimi-Preis 1993 ausgezeichnet. Selb - mittlerweile 69 Jahre alt - war als junger Mann Staatsanwalt im Dritten Reich, was des öfteren zu Reflexionen zwischen Vergangenheit und Gegenwart führt. Ein Ministerialdirigent Salger aus Bonn ersucht ihn, seine verschwundene Tochter Leonore, Leo genannt, zu finden. Doch der Auftraggeber ist nicht der Ministerialdirigent Salger, denn dieser lebt nicht mehr. Es ist vielmehr der Ex- oder Noch-immer-Terrorist Helmut Lemke. Doch bvor Selb dies weiß, hat er die "Tochter Leonore" gefunden, die mit verändertem Aussehen und anderem Namen als Kindermädchen arbeitet. Doch als nach Helmut Lemke und auch nach Leo wegen terroristischer Umtriebe gefahndet wird, verhilft er ihr zur Flucht. Doch sie gerät erneut in die Fänge von Helmut Lemke und es kommt zum tragischen Fortgang und dem ebensolchen Ende der Geschichte. Den originellen Plot erzählt Schlink packend, pointenreich und zum Teil sarkastisch. Es wäre schön, wenn Selb - trotz seines Alters - noch einmal oder gar ein paarmal ermitteln würde.