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Im Seitenwind. Autobiografischer Roman.
 
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Im Seitenwind. Autobiografischer Roman. [Gebundene Ausgabe]

Urs Zimmermann
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 214 Seiten
  • Verlag: Edition 8, Zürich; Auflage: 3., Aufl. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3859900285
  • ISBN-13: 978-3859900288
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 13,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.035.644 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Sprachlicher Seitenwind

per. Urs Zimmermann hat ein Buch geschrieben. Es hätte ein Buch sein können über eine glanzvolle Radfahrerkarriere, über die Geschichte des Tour-de-Suisse-Sieges 1984 etwa oder über den Weg zum dritten Platz an der Tour de France 1986. Diese Ereignisse haben auch Platz in diesem autobiographischen Roman des vielleicht besten Schweizer Veloprofis der Achtzigerjahre. Doch sie sind nicht in den Mittelpunkt gerückt, vielmehr sind sie Teil der Erinnerungen des Protagonisten Wolf, dessen Leben nach dem Rücktritt als professioneller Radrennfahrer und nach der Trennung von seiner Freundin buchstäblich aus dem Tritt geraten ist. Wolf befindet sich «im Seitenwind» des Alltagslebens, das einen neuen Entwurf seiner Existenz von ihm fordert. Da kommt ihm das Angebot des dubiosen Belgiers Albert gerade recht, der ihn für ein revolutionäres Experiment gewinnen will. Dank einer veränderten Geometrie des Velos sollen wundersame Leistungsverbesserungen möglich sein, und der grübelnde Wolf ist nach einigem Zögern bereit, sich noch einmal auf das einzulassen, was ihm einst grösstes Glück bedeutete, für ihn nun aber zur fragwürdigen Institution geworden ist: den auf Leistungsmaximierung ausgerichteten Radsport.

Die neue Herausforderung, die die Probleme des grübelnden und melancholischen Helden zunächst bloss zu verdrängen scheint, wird zum Katalysator einer Befreiung aus der Lebenskrise. Der Weg dahin ist freilich lang und voller Selbstzweifel, angereichert durch gesprächsweise erörterte Reflexionen über Doping, Medien, Sport und Sexualität. Den bisweilen verschlungenen Wegen der Wolf'schen Gedanken- und Handlungsgänge zu folgen, ist unterhaltsam, aber auch anforderungsreich. Denn seine grössten Qualitäten entfaltet der Roman in der Art und Weise der Stoffbewältigung. Zimmermann stellt der faktenorientierten Sportwelt den Widerstand seiner Sprache entgegen, in die nichts ungefiltert eingehen kann. Die packende Ereignishaftigkeit des Sports, seine spezifische Ästhetik der Präsenz wird nicht wie so oft in eine einfache, für die Referenten möglichst «durchlässige» Prosa gegossen, sondern windet sich mühsam um die Ecken und Kanten einer seltsam unkonkreten Diktion, die dem Material seinen falschen Schein gründlich austreibt. Der Sport verliert so seine mythische Unmittelbarkeit. Faszinierende Vorgänge wie eben die in der Tour de France 1986 werden bei Zimmermann stets als Erzählungen erzählt. Die materielle Schwere seines Sprachmediums führt vor Augen, dass der Sport immer erst durch mediale Vermittlung zu dem «Sport» wird, den wir zu kennen glauben. – 2001 gebührt deshalb wiederum dem Roman eines ehemaligen Radrennfahrers die gleiche Auszeichnung, die 1928 die literarische Welt «Giganten der Landstrasse» von André Reuze verlieh: nämlich das «Sportbuch des Jahres» zu sein.

Kurzbeschreibung


Ein Ex-Radrennfahrer blickt zurück.
Urs Zimmermann hat einen Roman geschrieben, der weitgehend autobiografisch ist - oder eine Autobiografie, die so bewegt und fantastisch ist, dass sie zum vielschichtigen Roman geworden ist. Wolf ist fett und träge. Das Rennrad steht verstaubt im Keller. Den Rennfahrer, der einst seinen Gegnern in den Bergen davongeflogen ist, gibt es nicht mehr. Wolf, der dem Spitzensport Geld und Ansehen verdankt, kämpft mit dem Leben danach. Er hasst sich für das, was er getan hat: einfach mitgeschwommen in der extremen Leistungsgesellschaft, ohne sich dagegen zu wehren. Doch da klingelt das Telefon. Albert, ein alter Bekannter aus der letzten Rennmannschaft, überrumpelt ihn mit seinen Ideen. Er behauptet, ein System zu kennen, mit dem Wolf seinen einstigen Traum erfüllen und die Tour de France gewinnen könne. Wolf winkt ab und lässt sich schliesslich doch überreden. Und damit beginnt eine Fahrt auf der Achterbahn des Lebens. Im Zeitraffer durchrast er die Stationen: Hoffnung, Euphorie, Wahnsinn, Verzweiflung und Depression. Er wird zum Forscher, der die Idee des Systems weiterentwickelt, sich aber auch viel weitergehende Fragen stellt: Was ist Sport? Welche Rolle spielt der Le istungssport in der Gesellschaft? Wie könnte ein Sport aussehen, der ohne die offensichtlichen Perversionen des Spitzensports auskommt? Die Antworten, die Wolf findet, öffnen die Perspektive des Textes auf Themenbereiche, die weit über die Welt des Radsports hinausgehen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Faszination mit Niveau 27. Oktober 2003
Von Reynard
Es gibt kaum belletristische Literatur aus dem Radsportmilieu, in der es gelingt, die Faszination des Genres zu vermitteln und trotzdem ein gewisses Maß an literarischem Niveau zu halten. Urs Zimmermanns ist dies mit seinem autobiographischen Roman gelungen. „Im Seitenwind" ist nicht immer einfach zu lesen, bleibt jedoch aufgrund der authentischen Dichte immer spannend.
Nicht unbedingt notwendige, aber hilfreiche Voraussetzungen dafür, das Buch mit großem Gewinn zu lesen sind ein gewisses Interesse am Thema Radsport (besonders Tour de France in den 80er Jahren), die Aufgeschlossenheit gegenüber „neuen Ideen" in der Radsporttechnik, und drittens die Vorliebe, sich bei langen Ausfahrten mit dem Rennrad alles mögliche durch den Kopf gehen zu lassen. Wenn dem Leser darüber hinaus die Auseinandersetzung mit depressiven Lebenskrisen nicht völlig fremd ist, mag er das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
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Von C. Scholz
Ich habe das Buch gelesen und war leider etwas enttäuscht. Ich hatte mir etwas mehr über die Karriere des Radsportlers Zimmermann erhofft. Die Sache mit dem neuartigen Velo, verläuft auch etwas zu vorhersehbar. Im Wesentlichen werden die Probleme der Hauptperson Wolf mit seinen Ängsten und Depressionen beschrieben. Das Buch vermittelt einen guten Eindruck von den Problemen, unter denen Leute mit Depressionen leiden (auch deshalb 3 Sterne). Ansonsten läst sich das Buch gut lesen.
Ich hatte von einem Sportbuch aber etwas anderes erwartet.
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Toll, dass sich ein ehemaliger Spitzensportler als Philosoph probiert - das macht ihm niemand so schnell nach!
Nach vielversprechenden Anfang vermisst man jedoch schnell mal den roten Faden und merkt, dass eine melancholische Grundeinstellung gegenüber allem, was in unserer Gesellschaft zählt, allein noch kein Material für einen philosophischen Roman liefern kann. Schade! Ein geübter Schreiber hätten den Aufstieg und Fall des Idols in Form eines Romans dermassen verpacken können, dass es jeden Leser gereitzt hätte, die Geschichte philosophisch zu interpretieren.
So ist das Buch für den Sportinteressierten leicht und für den philosophisch Interessierten stark frustrierend.
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Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Roman über Depressionen 1 29.07.2010
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