Es gibt kaum belletristische Literatur aus dem Radsportmilieu, in der es gelingt, die Faszination des Genres zu vermitteln und trotzdem ein gewisses Maß an literarischem Niveau zu halten. Urs Zimmermanns ist dies mit seinem autobiographischen Roman gelungen. „Im Seitenwind" ist nicht immer einfach zu lesen, bleibt jedoch aufgrund der authentischen Dichte immer spannend.
Nicht unbedingt notwendige, aber hilfreiche Voraussetzungen dafür, das Buch mit großem Gewinn zu lesen sind ein gewisses Interesse am Thema Radsport (besonders Tour de France in den 80er Jahren), die Aufgeschlossenheit gegenüber „neuen Ideen" in der Radsporttechnik, und drittens die Vorliebe, sich bei langen Ausfahrten mit dem Rennrad alles mögliche durch den Kopf gehen zu lassen. Wenn dem Leser darüber hinaus die Auseinandersetzung mit depressiven Lebenskrisen nicht völlig fremd ist, mag er das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.