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Das britische Autorenehepaar Nicci Gerard und Sean French hat unter ihrem Pseudonym Nicci French in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Psychothrillern geschrieben, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Das Rezept ihres Erfolges variiert dabei nur wenig: Alle Romane sind aus der Perspektive von Frauen geschrieben, deren Leben plötzlich aus den Fugen gerät und die sich in Ausnahmesituationen befinden. Sie werden aus ihrem Alltag gerissen und durchleben existentielle Ängste und Nöte. So ergeht es auch Ellie in ihrer Trauer in Seit er tot ist. Ihre Ungläubigkeit, Schock, Wut, Scham und Einsamkeit werden einfühlsam beschrieben. Durch Ellies besessene Suche nach der Wahrheit gewinnt die Geschichte nach dem ersten Drittel richtig an Fahrt und entwickelt sich zu einem fesselnden Spannungsroman. Auch wenn die Handlung teilweise etwas unplausibel ist und nicht immer ganz überzeugen kann, so ist Seit er tot ist eine packende Lektüre, die sich Fans von Nicci French nicht entgehen lassen sollten. -- Alexandra Plath
„Ich hatte ein Ziel: Gregs Leben auseinander zu nehmen und heraus zu finden, was da abgelaufen war.“ Ellie kann es nicht fassen, ihr Mann ist bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Neben ihm saß eine unbekannte Frau. Seine Geliebte?
Was für ein tragischer und packender Romanstoff: Sie leben in einer Idylle, bis auf einen unerfüllten Kinderwunsch ist Gregs und Ellies Leben vorbildhaft und glücklich. Freundeskreis, Job, keine finanziellen Sorgen, die beiden lieben sich. Und dann: „Es war ein ganz normaler Montagmorgen gewesen.“ Gregs Wagen, so die Polizei, sei auf gerader Strecke ohne ersichtlichen Grund von der Fahrbahn abgekommen, abgestürzt und ausgebrannt, keine Bremsspuren, kein Alkohol. Aber wer ist die fremde Frau auf dem Beifahrersitz? So sehr Ellie ihren Mann liebt, zur Trauer um den Verlust des Mannes schleicht sich der nagende Verdacht der Untreue, denn auch im Freundeskreis gibt es eine vorherrschende Meinung: „Die meisten Männer essen gerne mal auswärts...Sie neigen eben zum Streunen.“ Dennoch steht für Ellie fest, „Greg hatte keine Affäre... ich habe beschlossen, ihm zu glauben.“
Berührend und ergreifend schildert der Roman, wie sich eine 34 Jährige mit dem plötzlichen Tod ihres Mannes auseinandersetzt, nicht nur das: „Ich glaube, dass er ermordet wurde.“ Was für Ellie zur besessenen Suche nach der Wahrheit wird, erscheint für ihre Freunde als Starrsinn und Selbstzerstörung. Sie könne der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen, meinen sie. „Gestörte Witwe läuft Amok.“
Eine Geschichte und Spurensuche, deren Auflösung man geradezu nervös und ungeduldig entgegen fiebert. Flott, dialogreich, geradeheraus geschrieben und trotz kleiner Unstimmigkeiten eine klug aufgebaute Geschichte. Unmittelbar und hautnah erzählt Ellie selbst ihr Schicksal und ihre Kraft aus Liebe, Neugier und den Glauben an ihren Mann überträgt sich schnell. Ein Thriller, der sich glänzend aus einer vermeintlich einfachen Unglücksbegebenheit herausschält. Ein Unglücksfall, der es in sich hat, denn schließlich: „Wie beweist man, dass jemand unschuldig ist?“ - Barbara Wegmann
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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