Kurzbeschreibung
Wer Peter Hacks nicht mehr oder noch nicht kennt, kann ihn nun auf eine besonders schöne Art und Weise kennen lernen: Wiglaf Droste und das Spardosenterzett zaubern mit Schlagzeug, Bass, Gitarre oder Klavier ingeniöse Nummern aus Hacks' Liebesgedichten. Da wird die Liebe mal gepriesen, mal gezaust, und mal wird heiter und kokett oder melancholisch von allen Formen der Liebeslust und des Liebesleides erzählt. Gesungen werden Verse wie »Du sollst mir nichts verweigern, ich will den letzten Rest«, »Laß mir deiner Blumen eine, oder ich fall um und weine«, »Dass sie mich liebt, das sagt sie nicht, und wenn sie mir das Herz zerbricht«, »Frage nicht, ob Liebe lohnet, frage alles, nur nicht das.« Mehr als drei Jahre lang haben Wiglaf Droste und das Spardosenterzett an diesem Album gearbeitet, das zum Geburtstag von Peter Hacks am 21. März erscheint. Schade nur, dass der Sprachvirtuose Hacks die einzigartige musikalische Bandbreite, die den unterschiedlichen Stimmungen seiner Gedichte so gerecht wird, nicht mehr selbst hören kann.
LASS MIR DEINER BLUME EINE
Lass mir deiner Blumen eine,
Eine nur aus deinem Strauß,
Oder ich fall um und weine
Mir vor Gram die Augen aus.
Schenk mir einen Blick beim Scheiden,
Wenn ich geh in fremdes Land,
Oder sprich: ich mag dich leiden,
Oder nimm mich bei der Hand.
Gib mir einen Kuß zum Scheine,
Eine einzge Silbe sprich.
Laß mir deiner Blumen eine
Und den Wahn, du liebtest mich.
Über den Autor
Peter Hacks wurde 1928 in Breslau geboren. Er studierte in München Soziologie, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften und promovierte zum Dr. phil. 1955 zog er nach Ostberlin und wurde Mitglied des Ensembles von Bert Brecht. Von 1960 - 63 war er Theaterdichter am Deutschen Theater; seitdem ist er freischaffender Dramatiker, Lyriker und Essayist. In den 60er und 70er Jahren wurde Hacks einer der meist gespielten Dramatiker auf deutschsprachigen Bühnen. Außerdem ist er Autor einer stattlichen Reihe von Kinderbüchern, mit denen er von Anfang an in der Kinderliteratur neue Maßstäbe setzte. 1998 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis/Sonderpreis für sein kinderliterarisches Gesamtwerk.Wiglaf Droste, geboren 1961, lebt in Berlin. Er schreibt u.a. in der "tageszeitung", der "Weltwoche" und in "junge welt".
Er ist viel unterwegs, am liebsten mit dem Essener Spardosen-Terzett, mit dem er die CD "Für immer" aufgenommen hat. Gemeinsam mit Vincent Klink gibt Wiglaf Droste die Zeitschrift "Häuptling Eigener Herd" heraus. Hin und wieder erscheint eine Auswahl seiner Kolumnen als Buch. Für seine Kolumnen in der taz und im Kritischen Tagebuch beim WDR erhielt der Schriftsteller, Lyriker und Satiriker 2003 den Ben-Witter-Preis. 2005 wurde Wiglaf Droste mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis geehrt. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem:
"Mit Blick auf die deutsche Literaturgeschichte sind Vergleiche zu Autoren wie Robert Gernhardt oder Kurt Tucholsky angebracht und begründbar. Droste hat seine Vorgänger jedoch nicht kopiert, sondern einen eigenen, unverwechselbaren Ton gefunden. Seine kompromisslosen, häufig mit zynischem Gestus vorgetragenen Satiren und Glossen sind sprachliche Kabinettstückchen von hohem literarischen Rang." Von März bis Juli 2009 war Droste der 29. Stadtschreiber zu Rheinsberg in Brandenburg.