In Ihrem Debüt-Roman "Sein letztes Wort" liefert uns Marianne Wesson eine hochspannende Geschichte über die ehemalige Staatsanwältin Cinda Hayes, die jetzt als Leiterin des Zentrums für Vergewaltigungsopfer arbeitet.
Von ihrem ehemaligen Jura-Professor wird ihr überraschend der Fall des zum Tode verurteilten Jason Smiley übertragen. Cinda soll den mutmaßlichen Vergewaltiger und Mörder in einem Revisionsverfahren vertreten. Klar, dass sie dadurch in einen ernsten Gewissenskonflikt gerät mit ihrer Arbeit für die Vergewaltigungsopfer auf der einen Seite und ihrer persönlichen totalen Anlehnung der Todesstrafe auf der anderen Seite, noch dazu, als ihr Jason Smiley versichert, dass er die junge Frau damals nicht getötet hat. Als auch Cindas Umwelt, ihre Falmilie und Freunde offenbar ihre Übernahme des Falls missbilligen und sich von ihr zurückziehen, fühlt sich Cinda in einer emotionalen Zwickmühle.
Als dann auch noch Cindas beste Freundin, die Staatsanwältin Tory, für Cinda nicht mehr zu erreichen ist, sich verleugnen lässt und auch nicht zurückruft, scheint die Ohnmacht perfekt.
Doch offenbar spielen noch ganz andere Figuren in dieser Geschichte eine Rolle, hohe Staatsanwälte und Richter des Obersten Gerichtshofes, die ein Interesse daran haben, dass Cindas Recherchen in dem Revisionsverfahren nicht zu weit gehen.
Bedrohlich wird ihr klar gemacht, bis wohin ihre Befugnisse reichen.
Dicht geschrieben, hochgradig spannend und hervorragend ausgearbeitet, mit einfühlsam gezeichneten Charakteren, liefert uns Marianne Wesson einen Roman, den man nicht aus der Hand legen kann. Mit einer gehörigen Prise humorvollem Schreibstil ausgestattet, lenkt die Autorin geschickt durch die Geschichte und lässt dabei genug Raum zum Mitdenken und Miträtseln und schafft es doch den Leser am Ende noch einmal richtig zu überraschen.
5 Sterne für "Sein letztes Wort" in der Hoffnung bald wieder von Marianne Wesson lesen zu können.