"Sein eigener Herr" ist wahrscheinlich einer der gewichtigsten Romane des großen Laxness. Wieder steht der Werdegang eines gesellschaftlichen Außenseiters und seiner Familie im Vordergrund der Geschichte. Bjartur ist ein "unabhängiger" Mann, Kleinbauer sowie tyrannischer und sturer Patriarch, dem das Wohl seiner Schafe wichtiger als das der eigenen Familie ist. Seine Ehefrauen sterben aus Verzweiflung und Hunger, zwei Söhne sterben, der älteste bei der Flucht, der allerjüngste im Babyalter, ein Sohn wird von Verwandten nach Amerika geholt und der letzte entscheidet sich im letzten Moment und aus dem Bauch heraus doch, ihm nicht nachzureisen. Die älteste Ziehtochter, seine ihm beinahe hörige "Lebensblume" wird von Bjartur verstoßen, als herauskommt, dass sie ein uneheliches Kind von einem etwa 60Jährigen Lehrer erwartet, wird aber zuletzt, an der Schwindsucht erkrankt und zweifache Mutter, wieder zurückgeholt, nachdem der Sturkopf den Großteil seines Besitzes verloren hat.
"Sein eigener Herr" ist eine Geschichte über Stolz, Aberglaube, Engstirnigkeit und v.a. über den Kampf gegen die Armut, aus der kaum Auswege bestehen können, trotz oder gerade seiner Prinzipien wegen und trotz harter Arbeit. Das Buch ist ebenso beeindruckend und aussagekräftig wie Laxness zweiter großer "Kleiner Mann-Roman": "Salka Valka".