Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Sein und Zeit
OA 1927 Form Sachbuch Bereich Philosophie
Sein und Zeit von Martin Heidegger zählt zu den philosophischen Höhepunkten des 20. Jahrhunderts. Ziel des Werks, dessen angekündigter zweiter Teil (»Zeit und Sein«) nie erschien, ist die Ausarbeitung der Frage nach dem Sinn von Sein. Diese Frage bildet als Ontologie bzw. Metaphysik seit R Platon und R Aristoteles den Kern philosophischer Forschung.
Entstehung: Das philosophische Konzept von Heidegger wurde maßgeblich durch die Logischen Untersuchungen (1900 / 01) seines Lehrers Edmund Husserl (18591938) geprägt. Darüber hinaus wirkten die Dissertation Von der mannigfachen Bedeutung des Seienden nach Aristoteles von Franz Brentano (18381917) und die Schrift Vom Sein. Abriss der Ontologie von Carl Braig (18531923) entscheidend auf seinen Entwurf der Fundamentalontologie.
Inhalt: Die Erörterung der Frage nach dem Sein, die die gesamte abendländische Philosophie seit der griechischen Antike durchzieht, nimmt ihren Ausgangspunkt bei demjenigen Seienden, das diese Frage stellt und dem es dabei um sein eigenes Sein geht: dem Menschen. Damit rückt die Seinsweise des Menschen, die Heidegger »Dasein« nennt, als Fundamentalontologie ins Zentrum der philosophischen Untersuchung. Heidegger deutet die »Seinsvergessenheit« der Metaphysik als »Verhängnis des Abendlandes«: Nicht der Mensch ist das Subjekt der Geschichte, das Sein selbst ist es, indem es sich verhüllt und verbirgt; ihm ist der Mensch ausgeliefert. Heidegger bestimmt »Dasein« wesentlich als »In-der-Welt-Sein« und als »Sein-zum-Tode«, woraus sich die beiden Seinsweisen der »Eigentlichkeit« und der »Uneigentlichkeit« ableiten. »Uneigentlich« ist das alltägliche »Verfallen« an das »Man«, »eigentlich« dagegen ist die in der Stimmung der »Angst« sich eröffnende Möglichkeit der »Entschlossenheit«, die Heidegger auch als »Freiheit-zum-Tode« bezeichnet.
Wirkung: Die Deutung der Metaphysik, wie sie von Heidegger in Sein und Zeit ausgearbeitet wurde, beeinflusste nachhaltig die Philosophie des 20. Jahrhunderts und führte methodisch insbesondere in der Theologie, der Literaturwissenschaft, der Rechtswissenschaft und den Naturwissenschaften zu neuen Erkenntnissen.
Sein und Zeit
OA 1927 Form Sachbuch Bereich Philosophie
Sein und Zeit von Martin Heidegger zählt zu den philosophischen Höhepunkten des 20. Jahrhunderts. Ziel des Werks, dessen angekündigter zweiter Teil (»Zeit und Sein«) nie erschien, ist die Ausarbeitung der Frage nach dem Sinn von Sein. Diese Frage bildet als Ontologie bzw. Metaphysik seit R Platon und R Aristoteles den Kern philosophischer Forschung.
Entstehung: Das philosophische Konzept von Heidegger wurde maßgeblich durch die Logischen Untersuchungen (1900 / 01) seines Lehrers Edmund Husserl (18591938) geprägt. Darüber hinaus wirkten die Dissertation Von der mannigfachen Bedeutung des Seienden nach Aristoteles von Franz Brentano (18381917) und die Schrift Vom Sein. Abriss der Ontologie von Carl Braig (18531923) entscheidend auf seinen Entwurf der Fundamentalontologie.
Inhalt: Die Erörterung der Frage nach dem Sein, die die gesamte abendländische Philosophie seit der griechischen Antike durchzieht, nimmt ihren Ausgangspunkt bei demjenigen Seienden, das diese Frage stellt und dem es dabei um sein eigenes Sein geht: dem Menschen. Damit rückt die Seinsweise des Menschen, die Heidegger »Dasein« nennt, als Fundamentalontologie ins Zentrum der philosophischen Untersuchung. Heidegger deutet die »Seinsvergessenheit« der Metaphysik als »Verhängnis des Abendlandes«: Nicht der Mensch ist das Subjekt der Geschichte, das Sein selbst ist es, indem es sich verhüllt und verbirgt; ihm ist der Mensch ausgeliefert. Heidegger bestimmt »Dasein« wesentlich als »In-der-Welt-Sein« und als »Sein-zum-Tode«, woraus sich die beiden Seinsweisen der »Eigentlichkeit« und der »Uneigentlichkeit« ableiten. »Uneigentlich« ist das alltägliche »Verfallen« an das »Man«, »eigentlich« dagegen ist die in der Stimmung der »Angst« sich eröffnende Möglichkeit der »Entschlossenheit«, die Heidegger auch als »Freiheit-zum-Tode« bezeichnet.
Wirkung: Die Deutung der Metaphysik, wie sie von Heidegger in Sein und Zeit ausgearbeitet wurde, beeinflusste nachhaltig die Philosophie des 20. Jahrhunderts und führte methodisch insbesondere in der Theologie, der Literaturwissenschaft, der Rechtswissenschaft und den Naturwissenschaften zu neuen Erkenntnissen.
Kurzbeschreibung
Die genannte Frage ist heute in Vergessenheit gekommen, obzwar unsere Zeit sich als Fortschritt anrechnet, die -Metaphysik- wieder zu bejahen.
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Heidegger, Martin dt. Philosoph *26.9.1889 Meßkirch (Baden) 26.5.1976 Freiburg im Breisgau Sein und Zeit, 1927 Martin Heidegger, einer der wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts, ist der wirkungsmächtigste Vertreter der Existenzialphilosophie, deren Mittelpunkt die menschliche Existenz bildet. Im Zentrum seiner philosophischen Arbeiten stehen die Fragen nach dem "Sinn des Seienden" und dem "Sein des Seienden". Dem "Verstehen" räumt Heidegger in seinem Werk eine zentrale Position ein. Nach dem Abitur studierte Heidegger zunächst katholische Theologie, bevor er sich 1911 der Philosophie zuwendete und sich ab 1913 auf die Phänomenologie von Edmund Husserl (1859-1938) konzentrierte. 1914 erschien seine Dissertation Die Lehre vom Urteil im Psychologismus, zwei Jahre später habilitierte er sich. 24-jährig erhielt Heidegger einen außerordentlichen Lehrstuhl für Philosophie in Marburg. Nach der Herausgabe von Sein und Zeit folgte er Husserl auf das Ordinariat für Philosophie an der Universität Freiburg. 1933 war Heidegger vorübergehend Rektor der Universität und Mitglied der NSDAP, distanzierte sich aber 1934 vom nationalsozialistischen Regime und wurde von diesem geächtet. Seine Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sinn von Sein führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Neuorientierung seines Denkens, die er mit dem Begriff "Kehre" kennzeichnete. 1945 verhängte die französische Besatzungsmacht ein Lehrverbot, das 1951 aufgehoben wurde. Nach seiner Emeritierung 1952 hielt Heidegger in Freiburg im Breisgau noch bis 1967 Seminare für einen kleinen Kreis von Hörern. Biografie: W. Biemel, Martin Heidegger (rm 50200
Heidegger, Martin dt. Philosoph *26.9.1889 Meßkirch (Baden) 26.5.1976 Freiburg im Breisgau Sein und Zeit, 1927 Martin Heidegger, einer der wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts, ist der wirkungsmächtigste Vertreter der Existenzialphilosophie, deren Mittelpunkt die menschliche Existenz bildet. Im Zentrum seiner philosophischen Arbeiten stehen die Fragen nach dem "Sinn des Seienden" und dem "Sein des Seienden". Dem "Verstehen" räumt Heidegger in seinem Werk eine zentrale Position ein. Nach dem Abitur studierte Heidegger zunächst katholische Theologie, bevor er sich 1911 der Philosophie zuwendete und sich ab 1913 auf die Phänomenologie von Edmund Husserl (1859-1938) konzentrierte. 1914 erschien seine Dissertation Die Lehre vom Urteil im Psychologismus, zwei Jahre später habilitierte er sich. 24-jährig erhielt Heidegger einen außerordentlichen Lehrstuhl für Philosophie in Marburg. Nach der Herausgabe von Sein und Zeit folgte er Husserl auf das Ordinariat für Philosophie an der Universität Freiburg. 1933 war Heidegger vorübergehend Rektor der Universität und Mitglied der NSDAP, distanzierte sich aber 1934 vom nationalsozialistischen Regime und wurde von diesem geächtet. Seine Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sinn von Sein führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Neuorientierung seines Denkens, die er mit dem Begriff "Kehre" kennzeichnete. 1945 verhängte die französische Besatzungsmacht ein Lehrverbot, das 1951 aufgehoben wurde. Nach seiner Emeritierung 1952 hielt Heidegger in Freiburg im Breisgau noch bis 1967 Seminare für einen kleinen Kreis von Hörern. Biografie: W. Biemel, Martin Heidegger (rm 50200