'"Sein und Schwein"' ist nach '"Sommerliches Schlossgewitter'" das zweite ins Deutsche übersetzte Werk der '"Blading-Castle"' Reihe. Alle Bücher sind inhaltlich komplett abgeschlossen, so dass man diese nicht unbedingt chronologisch lesen muss '- wenngleich kleinere Anspielungen auf Vorgeschichten immer mal wieder am Rande auftauchen. Die Geschichte selbst ist schnell erzählt: Es geht um Intrigen, Irrtümer, Liebschaften und kleine Machtkämpfe im Rahmen einer englischen Adelsfamilie -' aber keine Angst: Bierernst ist das Ganze nicht! Also kein britisches '"Dallas"' oder eine Urversion von '"Gute Zeiten ' Schlechte Zeiten" - ' sondern beste augenzwinkernde Unterhaltung, garniert mit einem bösen Schuss Ironie. Im Zentrum der englischen Hochherren- und Damen steht ein Zuchtschwein mit dem schönen Namen '"Die Kaiserin"'. Dieses Vieh wird von seinem Besitzer geradezu vergöttert. Umso mehr packt den Schlossbesitzer die Sorge als er von einem vermeintlich 'Verbündeten' vor einem drohenden Anschlag auf sein Prachtschwein gewarnt wird. Dazu gesellen sich noch eine nicht ganz standesgemäße Heirat mit einer ehemaligen Revue-Tänzerin und eine geplante Memoiren -Veröffentlichung, die der feinen aristokratischen Gesellschaft so gar nicht in den Kram passen will...
Herrlich leicht und mit viel Sprachwitz vorgetragen serviert uns hier Wodehouse wieder mal einen seinen typischen Romane bei denen es eigentlich streng genommen um nichts geht und Spannung / Dramatik stets ein Fremdwort bleibt. Der Humor ist vielleicht nicht jedermanns Sache (eher subtil und niemals derb!), aber es gibt wohl tatsächlich kaum eine vergnüglichere und unbeschwertere Art um die Zeit Tot zu schlagen. Schade, dass bisher nicht alle seine Romane ins Deutsche übersetzt wurden...
Fazit: Tasse Tee (mit Rum) holen, Monokel rein und ab in den Schaukelstuhl: So kann man am 'stilechtesten' als "'Leselord"' die Eskapaden der 'höheren Gesellschaft' nachvollziehen;)