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Seidr : die neun Welten der Seidr-Magie ; Ekstase und Schamanismus im nordischen Heidentum
 
 
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Seidr : die neun Welten der Seidr-Magie ; Ekstase und Schamanismus im nordischen Heidentum [Taschenbuch]

Jenny Blain
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Arun-Verlag (1. November 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393558122X
  • ISBN-13: 978-3935581226
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 188.683 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Meilenstein 24. Februar 2010
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Jenny Blain gebührt ein Orden für ihre Arbeit. Sie hat es geschafft ein ethnologisch-religionswissenschaftlich fundiertes Werk über die zeitgenössische Interpretation und Ausübung einer alten nordischen Extasetechnik zu schaffen. Was ihr ebenso hoch anzurechen ist, dass sie bei Esoterikverlagen veröffentlicht und damit den Sprung zu einem weiteren Publikum schafft, dass ansonsten von teilweise unsäglichen Esoterik-Fantasieprodukten in die Irre geführt wird. Hier sei an Jan Fries und seine Okkultfantasy "Seidways" erinnert. Eine ähnlich bahnbrechende Arbeit über ein nah verwandtes Thema, nämlich die männlichen ekstatischen Bruderschaften hat die Religionswissenschaftlerin Kris Kershaw mit "Odin" geschaffen. Ethnologen und Religionswissenschaftler scheinen in der Lage zu sein, den wild wuchernden Phantasiegebilden von Esoterikern und "Magiern" Einhalt zu gebieten und damit im Endeffekt diese alten Techniken, Kulte und Religionen zu retten, denen durch die Falschdarstellung heute jede Grundlage genommen wird. Oder anders ausgedrückt: nach der Verdammung durch die Christen folgt heute die grosse Verdummung durch New-Age Esoteriker.
Die Quellenlage ist dünn, aber mit sehr viel Fleiss und innerem Feuer ist es möglich ein realitätsnahes Bild des faszinierenden Komplexes SEIDR zu entwickeln. Jeny Blain hinterfragt immer wieder, gleicht ihre Erkenntnisse mit unterschiedlichsten Quellen ab und grenzt so den Interpretationsspielraum hermeneutisch ein. Als Ethnologin und gleichzeitig Praktizierende von Seidr verfügt sie über eine grossartige "Toolbox" sich einem Phänomen zu nähern, dass schon in der alten zeit zumindest schillernd bis anrüchig war. Jenny Blain springt in "Seidr" zwischen alten Berichten und Erlebnissen und Erkenntnissen aus der HEUTIGEN SEIDR PRAXIS in England, USA und Skandinavien hin und her und kann so den Wahrheitsgehalt zwar nicht garantieren, aber den Spielraum stark eingrenzen. Das macht dieses Buch so einmalig. JB zeigt auch grosses Verantwortungsbewusstesein und weist klar auf die Gefahren beim Verkehr mit Götter und Geistern hin. Seidr ist kein Spiel, das macht sie unmissverständlich klar und erklärt wie weitgehend sich das Geschick eines Menschen durch falsche Anwendung von Seidr negativ ändern kann. Oder wie atemberaubend exakt mitunter ein Seid-orakel ausfällt.

Einen kleinen Makel hat aber auch diese Arbeit und dies betrifft die überflüssige Hommage der Autorin an die political correctness in Form von sog. "Gender Studies". Seidr und Schamanismus sind KEINE Queer Phenomena, also speziell Homosexuellen zugeschriebene Techniken, wie sie Jenny Blain beschreibt. Seidhleute und Schamanen standen /stehen etwas ausserhalb der Gesellschaft und viele Seidhtechniken wurden ab dem Jahr 800 als ERGI, d.h. unmännlich, weibisch bezeichnet - aber das hat wie wir gesichert wissen, wenig bis nichts mit Homosexualität zu tun, sondern eher mit dem verachteten Schadenszauber. Erst heute wurde Seidr in einigen Gayzirkeln zu einem homosexuellen In-Phänomen umgedeutet. Ebensowenig ist es zweifelhaft, dass Asatru Männer nur Bier saufen und die Frauen nicht wussten was sie tun sollten und sich deshalb mit Seidr beschäftigten. Also bitte: Seidr und Schamanismus nicht zum Gender- oder gar Gender Mainstreaming Objekt machen, weil es grade in der Uni "IN" ist.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Magie mit viel Zukunft 6. August 2003
Format:Taschenbuch
Die Autorin tanzt als Ethnologien und Religionswissenschaftlerin sowie dabei auch gleichzeitig selbst Praktizierende des Seidr auf beeindruckende Weise zwischen akademischer Welt und derer der aktiven Anhänger. Da es kaum Literatur über Seidr gibt ist es eine Fundgrube für beide Interessentengruppen. Seidr kam erst in den letzten Jahren ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und gilt als effektive geheimnisumrankte ekstatische Magiepraxis. Jenny Blair stellt klar, dass das, was sich gerade neu als Tradition etabliert, nicht als das Seidr vergangener Zeiten verstanden werden kann. Die lückenhaften unvollständigen Fragmente aus den nordischen Sagas und der Edda reichen nicht aus um Seidr zu rekonstruieren. Die Anknüpfung war allerdings ausreichend genug dafür, dass sich innerhalb der „neoschamanischen" Szene etwas sehr fundiertes neu entwickeln konnte. Es gab da keine „Meisterschamanen", die Seidr lehrten, sondern Interessierte, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschten. Den großen Erfolg konnte diese neue magische Bewegung wohl verzeichnen, weil sie vom Ursprung her als „Frauenmagie" galt und deswegen in den eher patriarchalisch geprägten Asatru-Heidenkreisen eine Lücke füllte. Natürlich sind in Seidr Männer nicht ausgeschlossen, wie z.B. auch in Wicca bezieht sich Frauenmagie mehr auf eine weibliche Herangehensweise als auf das primäre Geschlecht des Ausübenden. Ganz grob könnte man sagen, dass in heutiger Zeit überall solch „harte" Wikingergruppen entstanden mit kämpfenden Kriegern und dann die Frauen dort nach etwas anderem suchten und eine eigene Magie etablierten. Deswegen wird selbst in diesen Kreisen von den Männern das Seidr argwöhnisch beobachtet. Man hat wie überall in patriarchalischen Systemen im Grunde Angst vor der Frau und deren weiblichen „empfänglich" sexuellen Aktivitäten und magische Geschlechtspraktiken beunruhigen. Wikinger-Männer wissen nicht, was ihre Frauen tun, während sie damit beschäftigt sind, „Wikinger zu spielen". Die Männer haben ihre athletischen Wettstreite, die Frauen betreiben jedoch Magie. Immer mehr Männer interessieren sich allerdings auch für diese neu-alte Tradition und werden in den nordischen Asatru-Szenen deswegen ebenso misstrauisch beäugt wie die Frauen. Seidr ist fürs Patriarchat eine problematische, gefährliche Sache. Als Seherin kann man noch romantisiert werden, aber Männer die auf weibliche Art beginnen Magie zu betreiben, entsprechen nicht mehr dem Bild des unabhängigen und freien Wikingers. Im Seidr geht man aber das Männliche und Weibliche hinaus und betrachtet es aus übergeordneter neutraler Position. Wie überall im Schamanismus ist die Definition von Sexualität nicht etwas, das zwischen zwei Menschen stattfindet, sondern sich in allen Beziehungen zur Schöpfung (nicht nur in den offenkundig sexuellen) ausdrückt. Aus den alten nordischen Texten wird deutlich, dass Seidr dort eigentlich auch schon aus Verbindungen zum samischen Schamanentum Einkehr in das nordische Religionsleben gefunden hatte. Es ist nichts ungewöhnliches, dass der Neoschamanismus in heutiger Zeit ebenso wieder eine Attraktion für nordische Religionsausübende darstellt.
Der Arun-Verlag hat mit der Veröffentlichung dieses Titels einmal mehr eine gute Wahl getroffen. Dieses Buch liefert das Grundlagenwissen zum aktuellen Stand der Beschäftigung mit einer innovativen Ekstase-Magie, die in kommenden Jahren noch viel an Bedeutung zugewinnen wird.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Jenny Blain ist nicht nur Praktizierende Seidkona sondern auch Ethnologien und wagt in diesem Buch genau diese beiden Perspektiven zu Wort kommen zu lassen. Sie schreibt, dass ihr bewusst ist, dass dieses Buch deswegen umstritten ist, meiner Meinung nach ist genau dies der Gewinn des Buches, denn die Autorin weiß wovon sie spricht. Tatsächlich fand ich persönlich den Erfahrungsteil am interessantesten. Das Buch ist leicht wissenschaftlich geschrieben, allerdings auch für Nicht-akademiker gut lesbar. Jenny Blain deckt die Ursprünge des heutigen Seidr auf, das eher aus neuere Schamansiche Bewegungen resultiert, als auf überlieferte Techniken. Sie geht auf mehrere Quellen des Seidr ein, aber auch darauf, wie die Seidman in der Bevölkerung aufgenommen wurden, denn auch heute noch wird Seidr teilweise mit gemischten Gefühlen begegnet. Vor allem die Technik des Orakel Seidr wird beleuchtet, aber auch das "draußen Sitzen". Viele Praktizierende drüfen sich zu Wort melden, aber auch auf Streitpunkte in der Szene wird eingegangen und sehr schön auch auf die Geschlechterfrage, denn ob Seidr nur Frauenmagie ist und Männer "unmännlich" macht, wird auch heute noch oft angesprochen. Doch auch hier zeigt sich, dass die Frage, was denn genau alles Seidr ist, und in wie weit es zum Schamanismus gezählt werden kann, nicht allzu leicht zu beantworten sind.
Manchmal hätte ich mir zwar einige Definitionen (z.B. was genau "Kernschamanismus" ist) gewünscht, aber da die Autorin sehr oft Ansichten wiederholt, ist es dennoch nicht schwer ihr zu folgen. Die Definition(en) von Schamanismus hätte ich auch lieber am Anfang gelesen.

Dieses Buch bringt dennoch sehr schöne Einsichten in Seidr, seine Praktizierenden und den meisten Diskussionsthemen dieser Technik(en) betreffend. Es ist aber kein Buch, dass einem primär beibringt, wie man Seidr praktiziert! Sicherlich ist es möglich einige Praktiken aus diesem Buch abzuleiten, aber wer ein Buch "wie lerne ich die Seidr-Techniken" erwartet, wird hier nicht voll auf seine/ihre Kosten kommen! - Es ist aber auch gar nicht das Ziel dieses Buches einem Seidr beizubringen, doch ich kann verstehen wenn Leute durch einen allgemeinen Mangel an Seidr-Literatur dies von diesem erwarten und entsprechend dann evt. enttäuscht sind.

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