Egal, ob sich jemand für Adoptionen aus dem Ausland oder Begegnungen verschiedener Kulturen interessiert: dieses Buch ist auf jeden Fall absolut empfehlenswert!
Die Autorin beschreibt mit viel Gefühl und Verständnis wie sie sich als junge Erwachsene auf den Weg machte, ihre leibliche Mutter zu finden. Ihre Adoptivfamilie unterstützt sie bei allen Hindernissen. Jedoch zeigt Frau Schinkel auch, dass es andere Beispiele gibt, bei denen die Adoptivfamilien ihre Kinder leider nicht bei der Suche nach der eigenen Identität unterstützen.
Fasziniert hat mich, wie ehrlich und real alles geschildert wurde. Angefangen mit der Neugier, nach den eigenen Wurzeln zu suchen und einmal im Leben nicht durch das eigene Aussehen aufzufallen. Es wird auch deutlich, dass die ursprüngliche Heimat sehr befremdlich auf einen wirken kann.
Fortgeführt wird es mit einer vorsichtigen Annäherung von sich an ihre leibliche Familie und die vorbildhafte Verschmelzung zweier unterschiedlicher, eigentlich fremder Familien, die sich gegenseitig sehr respektieren.
Auch als die Lebensgeschichte eine dramatische Wendung nimmt und die leibliche Mutter sehr krank wird, bleibt die Autorin bei einer extrem ehrlichen und offenen Erzählung über ihre persönlichen Gedanken und Gefühle. So fühlt der Leser mit Frau Schinkel mit, als sie beschreibt wie es sie innerlich zerreisst die für sie noch fremde Kultur zu respektieren und für ihre Familie einfach da zu sein. Sie muss ihre eigenen deutschen Vorstellungen über Verhaltensweisen in bestimmten Situationen ignorieren, obwohl es hier um ihre gerade erst gefundene leibliche Mutter geht, mit der sie in der kurzen Zeit ein wunderbares Verhältnis aufbauen konnte.