Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten, mich in das Buch hineinzufinden. Das hing damit zusammen, dass über das (etwas chaotische Leben) einer Tänzerin zuviel "palavert" wurde. Ihre Liebschaften, die Arbeit und ihre Sexualität wird viel zu breit ausgeführt, dass es fast etwas langweilig wird. Außerdem ist es mir schwergefallen, mich in Ruth hineinzuversetzen, da sie doch ein sehr unkonventionelles Leben führt und ihr Charakter mir ein bisschen auf die Nerven ging (manchmal habe ich mich gefragt, ob man in ihrem Alter nicht schon ein bisschen reifer sein sollte...). Jedoch wird das Buch schlagartig besser, sobald sie nach Japan kommt. Die Familiengeschichte und die Tradition des Tanzes und des Schwertschmiedens wird interessant beschrieben. Überdies gibt die Mystik, die durch die geheimnisvolle Maske ins Spiel kommt, dem Buch eine besondere Note. Weiterhin gelingt es der Autorin noch, in das Ganze die Geschichte einer jüdischen Familie mit einzubauen, die während des zweiten Weltkrieges nach Japan flüchtet (dies wird in den Tagebüchern der Mutter eindrucksvoll beschrieben). Gerade diese Geschichte hat mich sehr berührt und gibt dem Buch eine Ernsthaftigkeit und Tiefe, die durch die Hauptperson Ruth leider nicht besonders vermittelt werden kann, da man bei ihr den Eindruck hat, dass sie in ihrem Leben nur mit Männer- (bzw.auch manchmal Frauen-)geschichten und Tanzen beschäftigt war. Wie die Verknüpfung zwischen der jüdischen und der japanischen Familie gelungen ist, ist eindrucksvoll, da man das Gefühl hat, es "schließt sich der Kreis", als Ruth mit Kunio zusammen kommt. Jedoch fand ich es schade, dass die Begegnung zwischen ihrer Mutter und der japanischen Großmutter Kunios nicht mehr geschildert wurde, obwohl diese in dem Buch eine entscheidende Rolle gespielt haben. Überdies fand ich auch die Erzählungen über die Japanerin Naomi etwas langweilig. Dem Leser wird zwar dadurch der japanische Tanz näher gebracht, aber Naomis Beziehung mit dem geisteskranken Tänzer ist meiner Meinung nach zu dramatisch und unrealistisch, was mich etwas genervt hat. Schön fand ich, dass man zum Schluss merkt, wie Ruth einen Platz in ihrem Leben an der Seite Kunios gefunden hat, wobei sie in Japan bleiben möchte. Im allgemeinen kann ich das Buch weiterempfehlen.