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Doch abgesehen vom holzschnittartigen Inhalt seiner Polemik lassen darob allein schon die Wortwahl und Verbalinjurien zweifeln, derer sich Jürgs bei seiner Suada bedient. Als vorgeschobene Entschuldigung, einmal so richtig kräftig vom Leder ziehen zu können – oder, um im Jargon zu bleiben: die Sau raus zu lassen – mutet die scheinheilige Ankündigung an, sich mangels intellektueller Verständigkeit auf das Niveau der Gegenseite herab begeben zu müssen: „Das schaffen nur die Besten unter den Klugen. Jede Art von Ekel muss zuvor abtrainiert werden, man braucht einen langen Atem, und die Guerilleros müssen lernen, ihre Intelligenz zu verbergen, dass ihnen niemand von den Blöden auf die Schliche kommt.“
Bei aller Ehrenhaftigkeit des Anliegens entbehrt es nicht einer gewissen Dreistigkeit, dass sich hier ausgerechnet einer zum Chefankläger aufschwingt, der sein Handwerk im Boulevardjournalismus gelernt hat, ehe er als Chefredakteur der (zugegebenermaßen bisweilen politisierenden) Po- und Busen-Illustrierten Stern oder beim Sprachrohr der bundesdeutschen Spaßgesellschaft, Tempo, Karriere gemacht hat, die mit Fug und Recht als Vorreiter der kulturellen Verseichtung bezeichnet werden können. Doch damit nicht genug ist Jürgs Buch bei einem Verlag erschienen, dessen gleichnamige Konzernmutter durch Beteiligung an RTL von Anfang an bei dem hier viel gescholtenen Privatfernsehen dabei gewesen ist. Die Übernahme der RTL Group an der Seite von Leo Kirch erfolgte übrigens just, als mit „Big Brother“ im TV die letzten Schamgrenzen fielen und das Leben zur Peepshow vor der Kamera verkam. – Arnold Abstreiter
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
127 von 144 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Seichte Gebiete, seichte Bücher,
Rezension bezieht sich auf: Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden (Broschiert)
Seit PISA entwickelt sich das Bildungsthema wieder verstärkt zu einem der Hauptkampfplätze des politischen Diskurses. Neben der eher schulpädagogischen Diskussion rückt zuletzt auf der gesellschaftliche Aspekt immer mehr in den Fokus.Dass dabei der Fernseher als Hauptschuldiger für die Verblödung der Nation entlarvt wird, ist kein Geniestreich.Was man öffentlich-rechtlich wie privat im Pantoffelkino zu sehen kriegt, macht jede Argumentation eigentlich überflüssig. Zum Thema hat Michael Jürgs ein Buch vorgelegt. Leider erschließt sich mir nicht, warum. Es gäbe viele interessante Themen, die in diesem Buch stehen könnte. Welche Sender bringen wieviel "Schrott"? Warum gleichen sich die Öffentlich-Rechtlichen ohne Grund dem seichten Niveau der Privaten an? Welche Menschen sehen die Sendungen aus welchen Gründen und in welcher Form an? Wie könnte man das ändern? Was ist eigentlich "Schrott" und was "Kultur"? Das Absurde ist, dass sich Michael Jürgs diese Fragen offensichtlich auch gestellt hat. Und hier und da klingen auch interessante und sinnvolle Gedanken an. Nur leider scheint sich Herr Jürgs auch sehr gerne selber reden zu hören, oder in diesem Falle schreiben zu sehen. Das Buch ist eigentlich nur eine Ansammlung von 250 Seiten voller "Das Fernsehen ist doof, und so wird das Prekariat zum Prekariat", verpackt in einem geradezu bombastischen Feuerwerk an rhethorischen Stilmitteln. Ganz im Ernst - lieber Deutsch-Leistungskurs - auf jeder einzelnen Seite des Buches findet ihr den gesammelten Fundus an Stilmitteln (und wer weiß, ob nicht sogar eine metrische Analyse lohnt). Jürgs schwadroniert und schwadroniert. Anstatt mal ein Thema strukturiert anzugehen, erzählt er eine Geschichte und noch eine und noch eine und dann ist das Kapitel wieder rum. Dazu kommt, dass er die kritisierten Prekariats-Geschichten vom Society-Event zur Soap-Opera mit einer solchen Hingebung erzählt, dass einem nur das Wort "Pharisäer" einfällt. Klar, er erzählt das nur, um darzustellen, wie schlecht das Fernsehen ist. Und bei mir läuft den ganzen Tag RTL 2 im Fernsehen, damit ich mich mal richtig darüber aufregen kann, welchen Mist andere Leute sehen... Gerade weil es ein wichtiges Thema ist, ein Thema, über das man viel sagen könnte, sagen sollte und sagen müsste, enttäuscht das Jürgs-Buch so sehr. Für einige gute (anklingende) Gedanken gibt's einen zweiten Stern, aber mehr hat diese Dauerfaselei nicht verdient. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Waste of time,
Von Bernhard "Bernhard" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden (Broschiert)
Man sollte eben keine Bücher im Vorbeilaufen kaufen, ohne vorher die Rezensionen gelesen zu haben; wäre dank i-Phone sogar kein Problem gewesen. Wer hätte das gedacht - so eine Enttäuschung. Inhaltlich: Nix neues. Besserwisserisch. Verquast. Sich ständig wiederholend. Die Sprache: 1 Nugget auf 1000 Bleiklümpchen. Einschläfernd. Nicht schön zu lesen. Sogar eher sehr schlecht lesbar. Kein Beitrag zum Lösen der Probleme, bzw. nichts, was man nicht auch so wußte. Es passiert mir ganz selten, dass ich mittendrin mit dem Lesen aufhöre. Weiß gar nicht, wann zum letzten Mal. Bei diesem Buch war es so. Entsprechend soll das hier gewürdigt werden.
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60 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Gute Frage, keine Antwort!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden (Broschiert)
Warum wir hemmungslos verblöden, wird in diesem Buch leider nicht beantwortet. Dass Dieter Bohlen, Heidi Klum und Mario Barth nicht dazu beitragen, dass diese Gesellschaft schlauer wird, wissen sogar die meisten Blöden selbst. Weitere Ansatzpunkte? Fehlanzeige. Jürgs Buch Seichtgebiete ist so seicht wie der Titel es vermuten lässt. 250 Seiten reine Beschreibung von Fernsehformaten und ihren Darstellern. Resümee: Im Fernsehen läuft zu viel, pardon, Scheiße. Darum verblöden wir. Danke. Endlich wissen wir es.Warum wir jedoch verblöden, warum wir uns Sendungen wie Dschungelcamp, Big Brother etc. anschauen, warum solche Sendungen überhaupt ausgestrahlt werden, wird nicht beantwortet. Vielleicht fehlt es ja an Alternativen, vielleicht ist es gar gewollt, dass die Gesellschaft verblödet, wie Thomas Wieczorek in seinem Buch "Die verblödete Republik" vermutet? Die Rolle von Politik und Wirtschaft am Desaster Verblödung wird vom Autor nicht mal gestriffen! Wer eine Zusammenfassung des Ist-Zustandes der deutschen Fernsehunterhaltung lesen will, gewürzt mit ein bisschen Lehrer-Schelte und Kritik an dem, was auch an Druckerzeugnissen zu kaufen ist, für den ist Jürgs Buch lesenswert. Für alle anderen, die nach tiefergründigen Antworten suchen, außer der, dass ARD-Chef Günter Struve an allem Schuld ist, so Jürgs unerklärlich einfallslos, der wird auf seiner Suche nach Erkenntnis durch dieses Buch nichts dazu lernen. Eher "verblöden"! Denn sachdienliche Hinweise zu den Profiteuren, den Drahtziehern der Verblödung, finden sich leider nicht. Komisch? Nein. Von einem Autor, der Chefredakteur des Stern war, sein Geld u.a. mit einer "seichten" Biographie über den Herrscher des Springer-Verlages verdiente und sein aktuelles Werk außerdem noch von Bertelsmann verlegen lässt, kann man nicht mehr erwarten. Er hätte seine eigenen Geldgeber angreifen müssen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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