Gleich im Anschluss an die Lektüre der Reimann-Tagebücher hab ich mit nicht weniger Begeisterung den Briefwechsel zwischen den Schriftstellerinnen Christa Wolf und Brigitte Reimann verschlungen. Anfangs als "meine beste Feindin" tituliert, avanciert die Wolf für die Reimann bald zur eng(st?)en Freundin.
Die Tagebücher der Reimann enden mit dem Kennenlernen ihres letzten Ehemannes (und der Gewißheit, den Richtigen an der Seite zu haben). Der hier veröffentlichte Briefwechsel beginnt wesentlich früher, konzentriert sich im Wesentlichen dennoch auf die Zeit nach Entdeckung von Reimanns Erkrankung.
Die Briefe zeigen ein Innenleben zweier Frauen, das zutiefst bewegt; Alltägliches, Heiteres, aber auch die gesellschaftlichen Zustände und der wachsende Ärger darüber werden breit diskutiert. Als die Erkrankung der Reimann das beherrschende Thema wird, reißt die Freundschaft nicht ab-im Gegenteil. Die alles entscheidenden Themen des Lebens gehen beide in ihren Briefen an; das ist derart intensiv, dass mir manchmal die Tränen beim Lesen kamen.
Unbedingte Empfehlung.