Ich habe mir dieses Buch bestellt, weil mir "Mit der Kindheit Frieden schließen" von Ulrike Dahm sehr gut gefallen hat.
Was mir gefällt:
"Sei Dein bester Freund" gibt viele, viele Anregungen und Ideen, wie man mit sich selbst ins Reine kommen kann. Dabei hat Frau D. unter anderem Anleihen gemacht beim Voice Dialogue und der Arbeit mit dem so genannten inneren Kind (leider nicht in den Quellenangaben enthalten).
Was mir nicht gefällt:
In etlichen Kapiteln gibt die Autorin vor, was man machen sollte, damit es einem wieder besser geht. Klar ist das Thema "Verantwortung übernehmen für das eigene Leid" wichtig. Aber so rigoros zu sagen "mach eine Liste und werd' Dir darüber klar, was Du eigentlich willst" bzw. "denk doch mal wieder positiv!" (ist jetzt etwas überspitzt, aber so habe ich es empfunden bzw. herausgelesen), hat bei mir eine gewisse Abneigung gegen das Buch entstehen lassen.
Mir wird hier in allen Details aufgezeigt, was ich bis dato "falsch" gemacht habe, und wie ich es doch bitte richtig machen kann. Das "richtig" wird hier von der Autorin vorgegeben. Ich MUSS mich z.B. selbst lieben, damit auch andere mich lieben können. Ich mache also eine Liste der Dinge, die ich an mir liebe - wenn ich solche Dinge finden kann. Und dann?
Die Frage stellt sich dann doch: WARUM liebe ich mich momentan nicht? Wie geht es mir zurzeit? Was brauche ich, damit ich mich lieben kann? Darauf geht die Autorin NICHT ein. Empathie ist hier das Zauberwort, das in diesem Buch für meinen Geschmack gänzlich vernachlässigt wird.