....und das ist gut so!
Zugegeben - zu Beginn des Buches hatte ich die Seiten vor Augen und dachte mehr als einmal: "Was will mir der Autor eigentlich in Verbindung mit dem Liebesgott Armor zum Thema Arbeitslosigkeit mitteilen?", das Buch erschien
mir "abgefahren" - Aaaaber es lohnte sich am Ball zu bleiben - das Buch hatte ich dann doch in fast 3 Stunden verschlungen, hierfür darf wohl u.a. die gewählte, leicht verständliche, jedoch unterhaltsame Sprache und nicht zuletzt die
Größe der Schrift verantwortlich gemacht werden...
Auf 171 Seiten hat man Gelegenheit "Wolle", den tragischen Antihelden der lesenswerten Geschichte, durch einen Teil seines Lebens zu begleiten. Wolle führt einem in die ganz eigene Welt der Arbeitslosigkeit ein - eine Welt, die direkt neben der Welt der Menschen existiert, denen das Glück beschieden
ist, täglich vom Radiowecker zur Arbeit gerufen zu werden...
Nur schiebt man eben den Gedanken an diese Welt gerne weit von sich, sofern man selbst Arbeit hat...
Globalisierung, Wirtschaftspolitik, Gesundheitspolitik, Arbeitslosigkeit, Behördengänge u.v.a.m. - die vom Autor aufgegriffenen Themen werden oftmals
provokant angegangen, die Zusammenhänge einfach und bissig erklärt - Widerspruch mag man kaum leisten können /
wollen. Es wäre einfach zu schön, würde sich manche Episode des Buches als wirkliches "Märchen" entpuppen - nur es ist eben die oftmals erschreckende, herrschende Realität die hier geschildert wird.... - leider!
Die vom Autor ausgewählten Beispiele, zum Teil Spiegelbild eigener Erfahrungen Wolfgang Tornow`s und Resultat geführter Gespräche mit über 200 Arbeitslosen, lassen den Leser am System (ver-)zweifelnd zurück.
Arbeitslosigkeit - zum Glück war ich selbst bisher nicht von dieser Thematik betroffen - aber nach diesem Buch glaube ich mich ein kleines Stück weit mehr in Menschen hineindenken zu können, die (aus welchen Gründen auch immer) ohne Arbeit sind.
Sollte es Ziel des Autors gewesen sein, dass man die Tatsache Arbeit zu
haben nicht als pure und dauerhafte Selbstverständlichkeit betrachtet und
Menschen ohne Arbeit nicht einfach in eine Schublade steckt - so kann ich
sagen, dass sein "Märchen" bei mir Wirkung gezeigt hat....