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4.0 von 5 Sternen
Wolfgang Tornow provoziert...., 24. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Sei Hartz: Das Märchen von der Arbeitslosigkeit (Taschenbuch)
....und das ist gut so!
Zugegeben - zu Beginn des Buches hatte ich die Seiten vor Augen und dachte mehr als einmal: "Was will mir der Autor eigentlich in Verbindung mit dem Liebesgott Armor zum Thema Arbeitslosigkeit mitteilen?", das Buch erschien
mir "abgefahren" - Aaaaber es lohnte sich am Ball zu bleiben - das Buch hatte ich dann doch in fast 3 Stunden verschlungen, hierfür darf wohl u.a. die gewählte, leicht verständliche, jedoch unterhaltsame Sprache und nicht zuletzt die
Größe der Schrift verantwortlich gemacht werden...
Auf 171 Seiten hat man Gelegenheit "Wolle", den tragischen Antihelden der lesenswerten Geschichte, durch einen Teil seines Lebens zu begleiten. Wolle führt einem in die ganz eigene Welt der Arbeitslosigkeit ein - eine Welt, die direkt neben der Welt der Menschen existiert, denen das Glück beschieden
ist, täglich vom Radiowecker zur Arbeit gerufen zu werden...
Nur schiebt man eben den Gedanken an diese Welt gerne weit von sich, sofern man selbst Arbeit hat...
Globalisierung, Wirtschaftspolitik, Gesundheitspolitik, Arbeitslosigkeit, Behördengänge u.v.a.m. - die vom Autor aufgegriffenen Themen werden oftmals
provokant angegangen, die Zusammenhänge einfach und bissig erklärt - Widerspruch mag man kaum leisten können /
wollen. Es wäre einfach zu schön, würde sich manche Episode des Buches als wirkliches "Märchen" entpuppen - nur es ist eben die oftmals erschreckende, herrschende Realität die hier geschildert wird.... - leider!
Die vom Autor ausgewählten Beispiele, zum Teil Spiegelbild eigener Erfahrungen Wolfgang Tornow`s und Resultat geführter Gespräche mit über 200 Arbeitslosen, lassen den Leser am System (ver-)zweifelnd zurück.
Arbeitslosigkeit - zum Glück war ich selbst bisher nicht von dieser Thematik betroffen - aber nach diesem Buch glaube ich mich ein kleines Stück weit mehr in Menschen hineindenken zu können, die (aus welchen Gründen auch immer) ohne Arbeit sind.
Sollte es Ziel des Autors gewesen sein, dass man die Tatsache Arbeit zu
haben nicht als pure und dauerhafte Selbstverständlichkeit betrachtet und
Menschen ohne Arbeit nicht einfach in eine Schublade steckt - so kann ich
sagen, dass sein "Märchen" bei mir Wirkung gezeigt hat....
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Märchen, nah an der Realität, 11. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Sei Hartz: Das Märchen von der Arbeitslosigkeit (Taschenbuch)
Eine originelle Idee, Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf einen einzelnen Menschen als Märchen zu präsentieren. Ich denke, viele arbeitslose Leser werden bei der Lektüre feststellen, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein sind. Spritzig finde ich auch den Einfall, Teile der Geschichte aus Sicht des Liebesgottes und aus Sicht böser Kobolde zu schildern. Streckenweise allerdings ist mir der Schreibstil zu berichthaft, hätte ich mir viel mehr satirische Überspitzung gewünscht und weniger Nacherzählung der Realität - aber für ein paar Schmunzler reicht es.
Andererseits sind dem Autor gelegentlich die Gäule durchgegangen: Wenn der 'Arbeitsamtsmensch' 1999 schwärmt, wie hart er früher arbeiten mußte und der Arbeitslose daraus einen Zusammenhang zum Mord an '5 Millionen Juden' und '20 Millionen Zwangsarbeitern' herstellt, muß ich anmerken, dass ein Amtsmensch von 1999 altersbedingt nicht während des dritten Reiches gearbeitet haben kann. Aber im Märchen ist alles erlaubt.
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5.0 von 5 Sternen
Stets charmant!, 3. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Sei Hartz: Das Märchen von der Arbeitslosigkeit (Taschenbuch)
Ein Buch, das charmante darstellt, wie es in einem Arbeitslosen aussieht, Verständnis weckt und trotz aller unschönen Realität stets einen feinsinnigen Humor an den Tag legt.
Ein sehr ungewöhnliches Buch
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