Die Lassie Singers. Zuerst denkt man: Ach, die wieder. Wie die schon heißen. Lohnt sich denn da überhaupt das Anhören? Wahrscheinlich ist die Platte genauso schlecht, wie die erste. Fehler, ganz ganz großer Fehler! Diese Platte ist toll! Die Lassie Singers lassen in die Form des konventionellen Beat-Schlagers endlich wieder bundesrepublikanischen Alltag einsickern. "Hamburg" etwa ist nicht nur eine dreistimmige Ode an die gleichnamige Hansestadt, sondern auch eine Art akustisches Tourtagebuch, das Freud und Leid zwischen Kamener Kreuz und Drachensteiner Hang zum Gegenstand nimmt - Jackson Brownes "Running On Empty" ist ein Dreck dagegen. Überhaupt werden mittelgroße Erlebniseinheiten unter zupackenden Titeln wie "Ist das wieder so 'ne Phase" oder "Wie ein engstirniger Taxifahrer eine aufkeimende junge Liebe einfach so zerstört hat (Köln)" realistisch verdichtet, wobei der Stand der Geschlechterbeziehungen insgesamt kritisch, aber nicht hoffnungslos eingeschätzt wird: "Männliche Mitmenschen, statt xx seid ihr xy, bitte macht was draus!" Ich meine, auf sowas muß man erst mal kommen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)