Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Paolo Coelho 15 Jahre alt war, wollte er unbedingt Schriftsteller werden. Aber seine Mutter hätte ihn gerne als Ingenieur oder in einem anderen anständigen Beruf gesehen. Weißt Du eigentlich, was das ist, ein Schriftsteller?, fragte ihn seine Mutter. Also machte sich Coelho auf den Weg, um es herauszufinden. Seine Analyse war deproimierend: Schriftsteller sind ungekämmte, misslaunige Menschen mit Brille, die nur ihr eigenes Werk (und vielleicht noch den
Ulysses von James Joyce) gelten lassen. Ein Schriftsteller will auf keinen Fall von seiner Generation verstanden werden, denn sonst würde er als ungenial missverstanden. Also benutzt er nicht die 3.000 Wörter aus seinem aktiven Wortschatz, sondern die 189.000 anderen aus dem Wörterbuch. Um trotzdem Schriftsteller zu werden, begann Coelho, den
Ulysses zu lesen. Bis eines Tages Raul Seixas erschien, heißt es in
Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt, mich von der Suche nach Unsterblichkeit ab- und auf den Weg der gewöhnlichen Menschen zurückbrachte.
Bekanntlich trägt Coelho keine intellektuelle Brille, zumindest nicht offiziell. Und er ist trotzdem ein Schriftsteller geworden -- und dass, obwohl er mit den 3.000 Wörtern des normalen Wortschatzes auskommt und damit auch von Normalsterblichen verstanden wird: Mit einfachen, teils religiös angehauchten Botschaften zur eigenen und zur Weltverbesserung hat er sich eine stetig wachsende Gemeinde von Fans geschaffen. Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt könnte sie noch vergrößern. Der Band versammelt teils noch nie auf Deutsch erschienene Geschichten, Märchen und Gedanken aus sieben Jahren, über teuflische Schwimmbäder, das Handwerk des Bergsteigens, den Vorteil von Konfrontationen, über Krieger und Beter, richtige und falsche Pfade. Häppchenweise Weisheit für den Hausgebrauch, die jeder überall lesen kann, wenn er sich nur wenige Minuten zur Besinnung nehmen will. Alle anderen sollen halt den Ulysses lesen. --Thomas Köster
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Ein spiritueller Wegweiser für Leute, die unterwegs sind unterwegs zu sich selbst, zur Verwirklichung ihrer Träume, zur Bezwingung ihrer inneren Berge. Ein Stundenbuch, das gewissermaßen ein Minutenbuch ist für den Stau auf der Autobahn, beim Warten auf den Bus, im Zug, beim Spazierengehen, abends vor dem Einschlafen oder wenn man schlaflos daliegt.
104 Geschichten über die Kunst des Kämpfens, Scheiterns und Siegens; über besondere, starke Frauen; über die Notwendigkeit, sich in seiner Unvollkommenheit zu zeigen, als jemand, der Angst hat, denn nur wer Angst hat, kann mutig sein; und über das langsame Tempo wahrer Veränderung
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Über den Autor
Geboren 1947 in Rio de Janeiro, Studium des Jura, danach Reisen nach Südamerika, Europa und Nordafrika. Zurück in Brasilien, Veröffentlichung von Theaterstücken und provokativer Rocksongs, die ihm über die Militarjunta der 70er Jahre dreimal ins Gefängnis einbrachten. Er ist Herausgeber einer Untergrundzeitschrift, eines Musikmagazins sowie Direktor von Polygram und CBS, Brasilien. Ab 1980 (Stellenverlust) 5 Jahre Studium in einem alten spanischen Orden und Zurücklegung des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela zu Fuß zurück.
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